Die Parteien und ihre Kandidaten Freie Wahl für die ÖVP

Aus Schwarz-Blau könnte in Oberösterreich eine Schwarz-Grüne Allianz werden.

Thomas Stelzer (ÖVP): Der Platzhirsch

Thomas Stelzer mit Gattin Bettina Stelzer-Wögerer: Stelzer wurde 1967 geboren, studierte Jus und zog 1997 in den Landtag ein. 2009 - 2015 war er Klubobmann, 2015 - 2017 LH-Stellvertreter, seit 2017 ist er Landeshauptmann.

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Alles ist möglich

Oberösterreichs ÖVP startet aus einer sehr komfortablen Lage in die Landtagswahl: Die Umfragen prognostizieren ihr Gewinne, im besten Fall könnte man sogar den 2015 verlorenen Landesrat zurückholen, was eine absolute Mehrheit in der Landesregierung bedeuten würde. Dann bräuchte man nur mehr im Landtag einen Partner. Die Schwarzen können frei wählen, ob sie bei der FPÖ bleiben, zu den Grünen zurückkehren oder - das gilt als am wenigsten wahrscheinlich - mit der SPÖ paktieren.

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Manfred Haimbuchner (FPÖ): Der Verteidiger

Manfred Haimbuchner wurde 1978 geboren und studierte ebenfalls Jus. 2006 - 2009 saß er für die FPÖ im Nationalrat, seit 2009 ist er Landesrat, seit 2010 Landesparteiobmann und seit 2015 Landeshauptmann-Stellvertreter.

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Im Angesicht des Verlustes

Für die FPÖ kann es eigentlich bei der Landtagswahl am 26. September nur bergab gehen. Denn an ihr Sensationsergebnis von 2015 - Verdoppelung des Stimmenanteils auf 30,4 Prozent - werden die Blauen wohl nicht mehr herankommen.

Aktuelle Umfragen sehen die Blauen klar über 20 Prozent und damit weiterhin auf Platz zwei im Land. Entgegen der Bundeslinie, durch Oppositionspolitik in aller Munde zu bleiben, will die FPÖ in Oberösterreich auch nach dem 26. September weiter mitregieren.  Seit 2015 sind die Blauen der Juniorpartner in einer Koalition mit der ÖVP.

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Birgit Gerstorfer (SPÖ): Die Stille

Birgit Gerstorfer wurde 1963 geboren und absolvierte ein Management-Studium. Seit 2016 ist sie Landesrätin und Landesparteivorsitzende.

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Kummer gewohnt

Die SPÖ Oberösterreich war in den vergangenen Jahren Kummer gewöhnt: 2003 führte sie Erich Haider mit einer Kampagne gegen die Privatisierung der voestalpine auf lichte 38,3 Prozent, um dann sechs Jahre später wieder auf knapp 25 Prozent herunterzurasseln. 2015 rutschte die Partei auf 18,4 Prozent ab und verlor den Landeshauptmann-Stellvertreter.

Unter der ersten weiblichen Parteichefin Birgit Gerstorfer wurde es wieder ruhiger und man zeigt sich nach außen hin geschlossener. Dennoch hat sich die SPÖ nicht nachhaltig erholt, ob ein Zweier an erster Stelle stehen wird, ist ungewiss. Die Zukunft des Industriestandorts Oberösterreich - Stichwort MAN-Werk - hat die Genossen auf den Plan gerufen, ob sich das in Stimmen ummünzen lässt, wird sich zeigen.

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Stefan Kaineder (Grüne): Der Pop-Star

Stefan Kaineder wurde 1985 geboren. Von 2015 bis 2019 saß er für die Grünen im Landtag, von 2019 bis 2020 im Nationalrat. Kaineder übernahm das "Erbe" von Rudolf Anschober in Oberösterreich und gilt als der "Pop-Star" unter den Grünen: Seit 2019 ist der wortgewandte Theologe Landessprecher der Grünen, seit 2020 ist er Landesrat.

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Grüne Hoffnung

Oberösterreichs Grüne haben sich für die Landtagswahl am 26. September vor allem ein Ziel gesteckt: Schwarz-Blau beenden. Obwohl sie 2015 erstmals den Sprung über die Zehn-Prozent-Marke schafften, galten sie doch als die Verlierer der Wahl. Denn nach zwölf Jahren Koalition mit der ÖVP entschieden sich die Schwarzen für ein Zusammengehen mit den Blauen. Spitzenkandidat Landesrat Stefan Kaineder will heuer mit dem Thema Klimawende auch wieder die Wende in der Landesregierung schaffen.

Mit seinen 36 Jahren steht der Spitzenkandidat  für einen Generationenwechsel in seiner Partei.

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Felix Eypeltauer (Neos): Der Nachwuchs

Felix Eypeltauer wurde 1992 geboren, er studierte Jus und sitzt seit 2019 für die Neos im Nationalrat.

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Zweiter Anlauf

Die NEOS nehmen in Oberösterreich ihren zweiten Anlauf für den Einzug in den Landtag. 2015 waren sie mit 3,5 Prozent knapp an der Vier-Prozent-Hürde gescheitert, am 26. September soll der Sprung gelingen, was laut Meinungsforschern knapp zu werden scheint.

Allerdings steht die Partei kurz vor Beginn des Intensiv-Wahlkampfes ohne Landesgeschäftsführung da. Mitra Oshidari ist nach zehn Monaten gegangen. Der 29-jährige Spitzenkandidat Felix Eypeltauer verspricht, dass die NEOS als "einzige Partei das bringen", was im oberösterreichischen Landtag fehle: Eine unabhängige und freie Oppositionskraft.

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