Ex-ÖVP-ChefMolterer warnt vor Tunnelblick in der Klimapolitik

Der ehemalige ÖVP-Chef ist seit dem Wochenende Pensionist. Die Sorge um die Erderwärmung treibt den Miterfinder der ökosozialen Marktwirtschaft um, deshalb verfolgt er das türkis-grüne Projekt oder den Green Deal der EU mit Sympathie.

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Wilhelm Molterer übersiedelt nach elf Jahren in Luxemburg wieder nach Österreich zurück
Wilhelm Molterer übersiedelt nach elf Jahren in Luxemburg wieder nach Österreich zurück © APA/SARAH KVECH
 

Wilhelm Molterer bleibt umtriebig. Der einstige ÖVP-Chef ist zwar seit Freitag Pensionist, wie er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung unterstreicht. Nach der verlorenen Nationalratswahl im Jahr 2008, die er vom Zaun gebrochen hatte ("es reicht"),  stieg der damalige Finanzminister zunächst zum Vizepräsidenten der Europäischen Investitionsbank (EIB) auf. In den letzten sechs Jahren stand er dem Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI), der als Teil des Juncker-Plans infolge der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 aus der Taufe gehoben wurde, vor. Investitionen von mehr als 550 Milliarden Euro konnten bewegt werden, 40 Prozent im Klimabereich.

Seit wenigen Monaten  ist der am Tag vor dem Staatsvertrag geborene, heute 66-jährige Oberösterreicher Chef des Verwaltungsrats des größten slowakischen Think-Tanks „GlobSec“, diesem gehören auch die ehemalige kroatische Präsident Kolinda Grabar-Kitaroviv, der einstige schwedische Premierminister Carl Bildt oder Ex-EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton an.

Zu innenpolitischen Fragen will sich Molterer nicht äußern, das türkis-grüne Projekt oder den von der EU entwickelten „Green Deal“ verfolgt Molterer mit Sympathien. In jungen Jahren arbeitete im Kabinett von Ex-ÖVP-Vizekanzler Josef Riegler, der als Erfinder der ökosozialen Marktwirtschaft gilt.

Molterer warnt im Gespräch vor einem Tunnelblick im Kampf gegen die Erderwärmung und unterstreicht, Klimapolitik müsse  "drei Komponenten" umfassen. „Wir brauchen eine starke wirtschaftliche Komponente, leistungsfähige Unternehmen für den Klimawandel.  Wir brauchen eine hohe technologische Forschungslandschaft, um das Know-how zu entwickeln. Und die ökologische Dimension muss um die soziale Komponente erweitert werden.“ Molterer denkt weniger an die Gelbwesten, sondern an die in weiten Teilen Europas virulent gewordene  Frage des leistbaren Wohnens.

Molterer übersiedelt nach elf Jahren in Luxemburg wieder nach Österreich zurück.  Dass ihm in der Pension langweilig werden könnte, diesen Eindruck gewinnt man nicht.

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Danke für Ihr Verständnis.

Lamax2
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Privileg des Alters

Die Jugend ist voller Energie und will die Probleme sofort lösen. Die Alten wollen natürlich auch Lösungen anbieten, haben aber im Gegensatz zur Jugend wesentlich mehr Lebenserfahrung und beziehen auch viel mehr Aspekte in den Entscheidungsprozess ein. In anderen Kulturen war es selbstverständlich, auf den Rat der "Weisen" zu hören. Die Alten hatten auch einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft. Wie wäre es, die beiden Komponenten mehr zu vereinen-- alle sollten ohne Vorurteile an den Problemen arbeiten. Nach meiner Meinung hat er vollkommen Recht, auf den Tunnelblick hinzuweisen.

Patriot
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@Lamax: Das Problem dabei: Der Herr Molterer ist alles andere denn ein Weiser!

.

Lodengrün
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Sein Wirken

ist nur durch sein mediales Hinschmeissen der Regierung in Erinnerung. Sonst unauffällig in jeder Hinsicht.

Hieronymus01
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SOMMERLOCH

Zuerst Kohl, jetzt Molterer und morgen dann der Exschweigekanzler, oder was?

isogs
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Ja

Ob er die Pension auch verdient? Kriegen tut er sie jedenfalls.....

melahide
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Komisch

Jeden Tag ein ÖVPler der die Klimapolitik in Abrede stellt.

HRGallist
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Ex-ÖVP-Chef

Man wundert sich immer wieder, in welchen Organisationen und sicher lukrativen Gruppierungen abgehalfterte und keineswegs für das Land erfolgreich arbeitende Politiker tätig sind und jetzt ungefragt ihre Weisheiten kundtun, die sie als aktive Politiker abscheinend völlig geheim gehalten haben.

Luger13
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Wenn Sie meinen, ,,,,

….Herr Molterer äußere sich „ungefragt“, sollten Sie Ihren eigenen Kommentar (ungefragt) in Frage stellen !