Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Schieflage in der digitalen WeltKorrekturprogramm für Siri, Alexa & Co.

15 UNESCO-Empfehlungen sollen umgesetzt werden, um mehr Chancengerechtigkeit in die digitale Welt zu bringen - die Frauen des Bundespräsidenten, Doris Schmidauer, setzte sich an die Spitze der Bewegung.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Seite an Seite für die Sache der Frauen: Das Präsidentenpaar beim Frauentag 2020
Seite an Seite für die Sache der Frauen: Das Präsidentenpaar beim Frauentag 2020 © APA/HANS PUNZ
 

Die "Schieflage" zwischen Männern und Frauen bei der Gestaltung der digitalen Welt will die "Initiative Digitalisierung Chancengerecht" (IDC) korrigieren. Die von der Frau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Doris Schmidauer, ins Leben gerufene IDC hat sich zum Ziel gesetzt, die 15 Empfehlungen des 2019 erschienenen UNESCO-Bericht "Ich würde erröten, wenn ich könnte" umzusetzen, hieß es bei der Präsentation am Freitag bei einer Veranstaltung in der Hofburg.

Gerade erst habe die Coronakrise strukturelle Ungleichheiten deutlich bzw. sichtbar gemacht, betonte Schmidauer. Zwischen Männern und Frauen gebe es dieses Ungleichgewicht speziell in der digitalen Welt. Die Sprachassistenzsysteme Siri (dieses antwortete bis 2019 mit "Ich würde erröten, wenn ich könnte", wenn es mit "Schlampe" angesprochen wurde, Anm.) und Alexa hätten weibliche Stimmen, auch die digitale Sekretärin sei eine Frau. "Das ist kein Zufall - Digitalisierungsprogramme fallen ja nicht vom Himmel, sie werden gemacht, sie werden programmiert."

Bei der Gestaltung dieser Programme würden Frauen aber nur ungenügend berücksichtigt, meinte Schmidauer. Daher wolle man "gemeinsam aufschreien", der digitale Wandel dürfe nicht nur von Männern gestaltet werden. Dieser müsse human, demokratisch, sozial und ökologisch erfolgen. "Das wird nur gelingen, wenn Chancengerechtigkeit als Ziel vorgegeben wird." Bundespräsident Alexander Van der Bellen selbst outete sich als "nicht so technikaffin", gab aber zu bedenken, dass diese Schieflagen nicht nur in der digitalen Welt existieren - Gurte in Autos seien etwa für Frauen nicht ideal gestaltet, Schutzmasken im Krankenhaus würden oft nicht genau über die Gesichter von Frauen passen.

Frauen sichtbar machen

Die Professorin für Roboterpsychologie, Martina Mara (Uni Linz), verwies darauf, dass nur jedes 14. Patent im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie von Frauen erworben wird und im wissenschaftlichen Trend-Bereich Machine Learning nur zwölf Prozent der Forscher weiblich sind. "Da muss sich was ändern." Man könne es sich schlicht und ergreifend nicht leisten, auf die Innovationskraft der Hälfte der Bevölkerung zu verzichten. Sabine Köszegi, Professorin für Arbeitswissenschaft und Organisation an der Technischen Universität (TU) Wien, nannte weibliche Vorbilder als entscheidend. Daher müsse man auch manchmal eine Quote einführen: "Damit Frauen die Chance bekommen, Role Models zu werden."

Schulungen und Quoten

Die 15 UNESCO-Empfehlungen umfassen etwa die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern mit Genderkompetenz, den Erwerb von digitalen Skills schon in Kindergarten und Schule, die Förderung positiver Erfahrungen von Mädchen und Frauen mit digitalen Medien etwa durch Programmiercamps oder digitale Spiele sowie finanzielle Anreize und Quoten für Frauen in MINT-Programmen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Kommentare (1)
Kommentieren
argus13
3
4
Lesenswert?

Gendern

nun auf höchster Ebene. Schmidbauer ist bei jedem Gespräch dabei und lächelt dauernd in die Kamera. Wahrscheinlich muss sie BP unterstützen. Nun also gehört die Ungleichheit zw. Männer und Frauen geändert dh gegendert.Echte Ungleichheiten gehören sicher bei gleicher Leistung ausgeglichen. Aber dann überall- so sollten die Frauen mit gleichem Alter in Pension gehen und nicht früher. Sogar BP unterstützt seine Frau, ev. denkt er daran, dass Schmidbauer Präsidentin werden sollte. Gespräche auf höchster Ebene kennt sie ja zur Genüge- ob das reicht.