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Sonderpakete bis 2024Bundesheer investiert wieder in die Panzertruppe

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner kündigte Beschaffungen um 600 Millionen Euro in den nächsten Jahren an. Lebensdauer der Panzersysteme Ulan und Leopard soll bis 2040 verlängert werden.

Bundesheer Behoerdeninformationstag Uebung 7. Jaegerbrigade Grafenstein Dezember 2011
In die Jahre gekommen: Der Kampfpanzer Leopard des Bundesheeres © Markus Traussnig
 

Mitte des Vorjahres entstand noch der Eindruck, als würde sich das Bundesheer heimlich vom Prinzip der Landesverteidigung verabschieden. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hatte das stets in Abrede gestellt. Am Freitag präsentierte sie mit Generalstabschef Robert Brieger und Generalmajor Bruno Hofbauer an ihrer Seite ein rund 600 Millionen Euro schweres Beschaffungspaket für die nächsten Jahre. Es beinhaltet auch eine "Kampfwertsteigerung" der veralteten Panzersysteme Ulan und Leopard.

Seit dem Ende der 90-Jahre habe es kaum noch Investitionen in diese Panzer gegeben, führte Generalstabschef Brieger aus. Geplant sei eine Modernisierung und Lebensdauererhaltung der beiden Systeme bis zum Jahr 2040, wobei die Wertschöpfung großteils in Österreich erfolgen solle. Ein Blick über die Grenzen zeige, dass gepanzerte Kräfte weltweit ersetzt oder modernisiert würden. Als Beispiel nannte Brieger Ungarn, das neue Leopard-Panzer und Haubitzen beschafft.

PK 'AKTUELLE FRAGEN ZUR LANDESVERTEIDIGUNG': BRIEGER / TANNER / HOFBAUER
Beschaffungspaket: General Robert Brieger, Ministerin Klaudia Tanner, Generalmajor Bruno Hofbauer (von links) Foto © APA/HELMUT FOHRINGER

Seit Ende des Kalten Krieges seien die schweren Waffensysteme im Bundesheer um 62 Prozent reduziert worden, auch geschuldert durch die stärkere Ausrichtung des Heeres auf Auslandseinsätze. "Doch das Konfliktbild ist heute differenzierter", so Brieger. Das Aufgabenspektrum dieser Fahrzeuge decke sowohl konventionelle als auch hybride Bedrohungen ab, "die sich auch überschneiden können". Weiterentwicklungen von Panzersystemen seien insbesondere hinsichtlich des Kampfes im urbanen Gebiet und des Schutzes vor Drohnen notwendig. Brieger hielt aber fest: "Wesentlich ist auch im 21. Jahrhundert, dass Räume und Objekte nur durch Truppen eingenommen und gehalten werden können."

Investitionsrückstau

Ministerin Tanner zählte weitere Bereiche auf, die bis 2024 teils auch durch Sonderinvestitionen außerhalb des Regelbudgets modernisiert werden sollen. Dazu gehören die Miliz, die ABC-Abwehr, das Sanitätswesen, die Cyberabwehr, das Pionierwesen und die Katastrophenhilfe sowie die Terrorabwehr. "Als ich vor einem Jahr in dieses Haus gekommen bin, war mein erster Eindruck: Hier ist beinahe alles so alt wie ich oder noch älter", merkte Tanner an. Es gebe einen großen Investitionsrückstau, den sie Stück für Stück abbauen wolle. In die genannten Bereiche sollen bis 2024 jährlich jeweils 25 Millionen Euro fließen.

Bruno Hofbauer, Leiter der Gruppe Einsatzplanung im Ressort, konkretisierte die Investitionsvorhaben. Eine besondere Herausforderung sei dabei die Cyberdefense. "Das ist ein Wettlauf mit der Zeit. Wir versuchen unsere Fähigkeiten so zeitgemäß zu halten, dass wir unsere eigene Netze sichern können". Im Bereich Drohnen wolle man zusätzlich zum bestehenden System "Tracker" auf Drohnen im niedrigeren Bereich setzen. Großes Augenmerk liege in der geschützten Mobilität. "Die Zeiten, in denen wir mit Lkw ins Gefecht fahren, sollen bald der Vergangenheit angehören", hielt Hofbauer fest. Gekauft werden auch 60.000 neue Schutzmasken, "weil irgendwann wird der beste Gummi porös".

Zur Zukunft der Luftraumüberwachung sagte Ministerin Tanner auf Nachfrage, dass diese derzeit mit dem Eurofighter sichergestellt sei. "Alsbaldigst" gebe es einen Termin mit Experten im Zusammenhang mit einem möglichen Verkauf an Indonesien. Dabei soll eine technische Begutachtung der 15 Eurofighter vorgenommen werden. Im Falle eines Verkaufs sprach Tanner erneut von der Möglichkeit einer "Übergangslösung" für die aktive Luftraumüberwachung in Österreich.

Kommentare (10)
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DearReaders
1
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Hintergrund zu den Panzern

Viele Militärexperten hier.
Zur Erhellung: Das BH hat noch Restbestände an Kampfpanzern. Nachdem lange nichts mehr in diese Waffengattung investiert worden ist, steht man vor der Entscheidung: Behalten und Lebensdauer verlängern, evtl. den Kampfwert noch steigern. Oder man trennt sich ganz davon und gibt damit ein wichtiges taktisches Kampfmittel komplett auf.
Ich weiß nicht, ob das eine gute Entscheidung wäre - auch in friedlichen Zeiten.

Kristianjarnig
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Die Frage ist ob es in einem Gebirgsstaat(alles nördlich des Wechsels mal außen vor gelassen, da bräuchte man weit mehr Panzer als Österreich es sich leisten könnte)

...wie Österreich Sinn macht.

Wären da nicht kleine, mobile, extrem geländegängige Systeme wesentlich besser um ggf. einen Gegner(hier würden mir nur die Russen bzw. die Chinesen(nach einem langen langen Weg^^) einfallen) durch Guerilla Kriegsführung(also asymetrisch, das einzige zu was Österreich so oder so in der Lage wäre, Vietnam wäre hier das beste Beispiel dafür) das Leben so lange schwer zu machen bis er wohl das Interesse verlieren würde.

Alles andere ist wohl nur eine Erneuerung von Gerät damit es dann wieder frisch in den Kasernen "vermodern" könnte.

Aber die Entscheidungträger sind ja durch die Bank Experten, die wissen das alles sicherlich viel besser. Trotzdem wundert man sich als Staatsbürger ab und zu mal.

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Die Panzerhaubitzen verrotten in der Klagenfurter Laudonkaserne und die
restliche Panzerwaffe ist nur mehr minderwertlich tauglich. Vermoderte
Kasernen, mangelnde Ausrüstung am Mann, Sturmgewehre 50 Jahre alt, da
sollte man einmal feststellen das kleine Investitionen dem Heer nicht
geholfen sind. 180 Generäle und hohe Stabsoffiziere fressen schon das
halbe Budget ! Luftwaffe nicht mehr vorhanden usw.usw. Wir brauchen
keine Reformen sondern eine komplette Neuausrichtung des Bundesheers !

georgXV
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unsere Zwergenarmee leistet sich 160 (mehr oder weniger) Generäle und Brigadiere !!!

und die allermeisten sitzen nur herum und zählen die Tage bis zu ihrer (bestens bezahlten) Pensionierung ("wos wor mei Leistung ?").
O.K., momentan sind ein paar dieser WICHTIGEN Herren mit Hilfestellungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie "schwer" beschäftigt.
JA, wir brauchen eine komplette Neuausrichtung des Bundesheeres.

scionescio
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Auf wen will man mit diesen Panzern schießen?

Auf Flüchtlinge an der Grenze oder auf die eigene Bevölkerung, wenn sie dahinterkommt, wie sehr es in der Regierung blümelt?

In der Verteidigung sind Panzer mehr oder weniger nutzlos und einen Angriff auf Liechtenstein haben wir hoffentlich nicht vor.

So viele offene Fragen - es tannert anscheinend wieder kräftig (ob EADS sie mittlerweile schon kennengelernt hat?) ...

rouge
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Anhand der vielen

roten Striche sieht man, wie viele Bundesheerler vormittags Zeit haben.

Mezgolits
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"Alsbaldigst" gebe es einen Termin mit Experten im Zusammenhang mit

einem möglichen Verkauf an Indonesien. - Vielen Dank - ich meine: Als angeblich
neutraler Staat, brauchen wir keine Luft-Angriffswaffen - folgedessen empfehle
ich den schnellst möglichen Abverkauf dieser extremen Geldverschwendungen.

undhetz
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ich kann nicht glauben ...

was soll das? brauchen wir als Zwergstaat wirklich Panzer, Abfangjäger und sonst so sinnloses Zeug? jetzt, wo alle staatsbugdets krachen wie eine Kaisersemmel? irgendwie habens die Politiker und hauptberuflichen Säbelrassler noch nicht verstanden, dass Kriegsmaterial das absolut blödeste ist, was man kaufen kann.
und dann noch die adhs-beschleunigte Tanner dazu ... schrecklich! weg mit dem Militär, weg mit nach hintengerichteter Politik!!!

UHBP
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Als Beispiel nannte Brieger Ungarn, das neue Leopard-Panzer und Haubitzen beschafft.

Man weiß ja nie, wie lange es sich das Volk gefallen läßt. Da muss man dann schon schwere Waffen haben.

Lepus52
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Panzer haben primär 2 strategische Funktionen

1. Angriffswaffe (keine Verteidigungswaffe) 2. Bevölkerung in Schach zu halten (Herrschaft über die Straßen), Panzer sind schlecht geeignet für eine Verteidigung, da gibt es billigere und flexiblere Waffen