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Coronavirus"Südafrika-Mutante": Weiter Warten auf Entscheidung über Tirol

Die Entscheidung, ob auf Tirol wegen der "Südafrika-Mutante" noch verschärfte Maßnahmen zukommen oder doch nicht, hat auch am frühen Sonntagabend auf sich warten lassen.

++ THEMENBILD ++ CORONA: TIROL / ZILLERTAL
++ THEMENBILD ++ CORONA: TIROL / ZILLERTAL © (c) APA/EXPA/JFK (EXPA/JFK)
 

Nach wie vor liefen offenbar Gespräche zwischen Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Ob es am Sonntag überhaupt noch ein Ergebnis geben wird, war vorerst unklar. Dem Vernehmen nach war es auch möglich, dass die Entscheidung vertagt wird.

Zuletzt war sogar eine Isolation bzw. Quarantäne oder eine Lockdown-Verlängerung für Tirol im Raum gestanden. Seitens Anschobers hatte es geheißen, dass bis Sonntagabend "Bilanz" gezogen und dann eine Entscheidung bekanntgegeben wird. Das Bundeskanzleramt verwies hinsichtlich der weiteren Vorgangsweise gegenüber der APA am Sonntag auf das Gesundheitsministerium.

Druck aus Tirol kontinuierlich gewachsen

Indes wuchs der politische Druck aus Tirol am Wochenende - und vor allem am Sonntag - stetig an. Die schwarzen Präsidenten von Arbeiter-, Landwirtschafts- und Wirtschaftskammer sowie alle Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten machten mobil, sprachen sich gegen Verschärfungen aus und forderten dieselben "bedachtsamen Öffnungsschritte" für Tirol analog zum Bund. "Die Zahlen geben weder eine Verlängerung noch eine Abschottung Tirols her. Es kann doch nicht sein, dass man die Tiroler bestraft, weil wir hier schneller und vorsichtiger als andere agiert haben. Wir waren die ersten, die zu sequenzieren begonnen haben und nun darf uns daraus kein Strick gedreht werden", erklärte Landwirtschaftskammerpräsident Abg. Josef Hechenberger.

"Jetzt ist aber wirklich genug"

"Die Menschen im Lande haben über Monate alle Maßnahmen geduldig über sich ergehen lassen - jetzt ist aber wirklich genug", meinte AK-Chef Erwin Zangerl in Richtung Türkis-Grün in Wien. Und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser, der bereits am Samstag Gesundheitsminister Anschober scharf attackiert hatte, ließ wissen, eine Abschottung wäre ein "Schlag unter die Gürtellinie" und würde das Vertrauen in die Entscheidungsträger zerstören. "Wir dürfen und werden uns das nicht gefallen lassen", so Walser, schließlich liege man bei allen Zahlen unter dem Bundesschnitt.

Und schließlich stimmten auch die Tiroler ÖVP-Nationalräte Kira Grünberg, Alexandra Tanda, Rebecca Kirchbaumer, Franz Hörl und Hermann Gahr in den Chor ein und ließen die Parteifreunde und den Koalitionspartner im Bund wissen: "Wir stehen zu unserem Land und lehnen überschießende und sachlich nicht begründbare Schikanen ab. Die Betrachtung darf nicht nur aus virologischer Sicht passieren, sondern muss gesamtgesellschaftlich erfolgen. Diese Position werden wir auch in Wien in aller Klarheit vertreten."

Schwerer Unmut wegen Medienberichts

Zuvor hatte ein Bericht der "Kronen Zeitung" für schweren Unmut über den Bund bei Tirols Regierungsspitze gesorgt. Darin war von einer geplanten "Teil-Abschottung" des Bundeslandes die Rede. Die "Krone" berichtete von "unbestätigten Informationen", wonach Reisen in ein anderes Bundesland nur noch in Ausnahmefällen möglich sein werden, etwa zur Arbeit oder im Krankheitsfall. Das Aufsuchen des Zweitwohnsitzes oder der Ferienwohnung werde wohl nicht als Grund anerkannt, das solle auch für EU-Bürger gelten. Skifahren solle ebenfalls nur mehr im eigenen Bundesland erlaubt sein.

Die Pläne seien dem Bericht zufolge dem Vernehmen nach bereits zwischen Landeshauptmann Platter und dem Gesundheitsministerium abgestimmt. Doch davon wusste man in Tirol überhaupt nichts. "Solche Pläne sind dem Büro des Landeshauptmannes weder bekannt noch sind sie abgestimmt", hieß es gegenüber der APA. Zudem betonte Platters Büro, dass Tirol auch am Sonntag erneut eine "deutlich rückläufige Corona-Infektionszahl" aufweise.

Und tatsächlich sank die Zahl der Corona-Infizierten in Tirol ungeachtet der Lage rund um die "Südafrika-Mutante" erneut. Mit Stand Sonntagmittag waren 1.170 Personen infiziert - um 26 weniger als am Tag zuvor. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden kamen 88 Neuinfektionen hinzu, gleichzeitig waren aber 114 weitere Menschen vom Virus genesen. Indes verstarb keine weitere Person mit oder an einer Covid-19-Erkrankung.

Virologin für Isolation Tirols

Die Verschärfungs-Debatte ins Rollen gebracht hatte die Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer, die sich für eine Isolation sowie einen verlängerten Lockdown ausgesprochen hatte. Landeshauptmann Platter erteilte solchen Maßnahmen jedoch eine Absage, man setze stattdessen auf die mit dem Bund abgestimmten Maßnahmen wie etwa flächendeckende Tests und intensiviertes Contact-Tracing.

Kommentare (12)
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rouge
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Der unsägliche ZIB2-Auftritt

des Wirtschaftskämmerers hat wieder mal gezeigt, wie die Tiroler ticken.

Peterkarl Moscher
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Zusperren

Nachdem der Platter nicht reagiert sollte die Bundesregierung den ganzen
Glückshafen zusperren !

beobachter2014
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Die unsägliche Art des Redakteurs

Dass die ORF-Moderatoren alle glauben, in die Fußstapfen des Oberinquisitors Armin Wolf treten zu müssen, das ist unsäglich! Dass der ORF mit falschen Zahlen und falschen (oder bruchstückhaften) Informationen Stimmung macht, ist unsäglich! Dass der ORF seinem Auftrag der unabhängigen Berichterstattung nicht nachkommt, ist unsäglich! Dass man den ORF nicht kündigen kann und die Gebühren bezahlen muss, auch das ist unsäglich ...

gonzolo
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Oh, ein „Beobachter“ …

der Tiroler WK ist auch hier … oder ist´s ein Vorstand der Tiroler-Seilbahnen?!

Ja ja – echt „unsäglich“, was diese ORF-Moderatoren sich da erlauben – Frechheit! … Stellen total blöde Fragen – Schweinerei!

Immerkritisch
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Genau!

Nämlich nicht richtig!

UHBP
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"Südafrika-Mutante": Weiter Warten auf Entscheidung über Tirol

Wäre doch gelacht, wenn Tirol nicht wieder Vorreiter beim Virus-Verbreiten wird

Hapi67
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Hr. Walser

von der Wirtschaftskammer in der Zib2 agiert in der Form eines Voxxkoxxers und sorgt für die entsprechende Imagepflege.

Fazit: Alles gut in Tirol und die bösen sind die anderen, Attacken gegen den Koalitionspartner

Proletenauftritt gestützt von peinlichen Landeshauptmann und zuschauenden BK

jls
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Warten .......

So lange wie jetzt schon diskutiert wird, hat sich das mutierte Virus längst in Österreich verbreitet. Bin gestern und Freitag durch Velden gefahren. Die Promenade war voll von Menschen, absolut jede Sitzbank war belegt. Vor diversen lokalen standen die Menschen zusammen ... tlw. ohne Maske ... und die Kennzeichen auf den Autos: Wiener, Tiroler/Kitzbüheler, Steirer ... vorwiegend"dicke" Autos.

lombok
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Perth in Australien wurde wegen EINEM positiven Fall binnen Stunden für 5 Tage zugemacht. Und dann war sofort wieder alles offen

Unser Herr Anschober hofft wohl, dass sich das Tirol Problem von selbst löst. Seit 10 Tagen wird herumgeeiert und analysiert. Mit dieser Regierung können wir Corona leider nicht besiegen. Da sehe ich mittlerweile schwarz. Ich weiß nicht, was mit Kurz, Anschober und Co los ist. Hauptsache, der Grenzverkehr wird erschwert ... Nur noch traurig, was da abgeht.

Robruck
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LH Platter hat anscheinend nichts gelernt

Will er ein 2. Ischgl provozieren??Die Zahlen würden keine Isolation hergeben.
Ja, mit dem normalen Virus aber sicher nicht mit der Südafrikanischen Variante.
Wollen die Tiroler den Rest von Österreich damit anstecken??
UND so den gesamten Österreich-Tourismus zerstören??
Hoffentlich bleibt Anschober hart und orientiert sich an der Virologin die diese Diskussion angestoßen hat.

Haheande
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Noch 3 Wochen

Würde mit Entscheidungen noch drei Wochen warten, dann braucht man keine mehr treffen...

Bobby_01
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Herr Anschober

werden Sie aktiv, aber bitte rasch!
Wollen Sie alle anderen gefährden?