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GemeinderatswahlenMehr Stichwahlen als je zuvor in Vorarlberg

Gleich in sechs Gemeinden wird in zwei Wochen noch einmal gewählt: In Hard und Bludenz, aber auch in Lech am Arlberg, Lochau, Bregenz und Feldkirch.

VORARLBERGER GEMEINDERATS- UND BUeRGERMEISTERWAHL:
© APA/EXPA/PETER RINDERER
 

In zwei Wochen kommt es in der Bürgermeister-Frage gleich in sechs Vorarlberger Kommunen zu Stichwahl-Duellen. Hochspannung herrscht vor allem in Hard und Bludenz, aber auch in Lech am Arlberg. Noch keinesfalls entschieden sind ebenso die Stichwahlen in Lochau (Bez. Bregenz) und der Landeshauptstadt Bregenz. In Feldkirch scheint die Favoritenrolle klar verteilt.

Die größte Überraschung des Wahlsonntags ereignete sich in der Bodensee-Gemeinde Hard, wo SPÖ-Landesparteivorsitzender Martin Staudinger die Bürgermeister-Direktwahl für sich entscheiden konnte. Mit ihm in die Stichwahl schaffte es Amtsinhaberin Eva Maria Mair (ÖVP). In Stimmen lag Staudinger (1.993) bei 10.100 Wahlberechtigten und 5.754 abgegebenen Stimmen knapp 150 Stimmen voran (Mair 1.846). Sollte Staudinger Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde werden, würde er den Parteivorsitz der Vorarlberger SPÖ abgeben.

Erwartet wurde hingegen die Stichwahl in Bludenz. Dort werden in den nächsten beiden Wochen ÖVP-Kandidat Simon Tschann und SPÖ-Vizebürgermeister Mario Leiter um jede Stimme laufen. Am Sonntag lag Tschann bei über 6.500 abgegebenen Stimmen rund 200 Stimmen vor Leiter. SPÖ-Politiker Leiter brachte es bereits vor fünf Jahren gegen den damaligen Bürgermeister Josef "Mandi" Katzenmayer bis zur Stichwahl, in welche er (und dann auch in der notwendigen Wiederholung der Stichwahl) Katzenmayer unterlag. Der letzte SPÖ-Politiker, der als Bürgermeister von Bludenz regierte, war Heinz Wiedemann (bis 1995).

Am Arlberg lautet das Duell Ludwig Muxel gegen Stefan Jochum. Muxel ist seit 27 Jahren Ortschef, geriet aber wegen Differenzen bezüglich des neuen, 38 Mio. Euro schweren Gemeindezentrums in die Kritik. Jochum - der Standesbeamte von Lech - entschied die Bürgermeister-Direktwahl am Sonntag klar für sich. Mit 496 Stimmen und einem Anteil von 47,65 Prozent hatte er über zwölf Prozentpunkte Vorsprung auf Muxel (369 Stimmen).

In der Landeshauptstadt Bregenz kommt es zur Neuauflage der Stichwahl von 2005. Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP) muss sich erneut mit SPÖ-Stadtrat Michael Ritsch messen. In die Bürgermeister-Entscheidung in zwei Wochen geht Linhart mit 893 Stimmen Vorsprung (4.425 zu 3.532 Stimmen). 2005 hatte Linhart im ersten Wahlgang lediglich einen Vorteil von 317 Stimmen gehabt, aus der in der anschließenden Stichwahl knapp 600 Stimmen wurden.

In einer Nachbargemeinde von Bregenz - Lochau - könnte es in zwei Wochen den ersten grünen Bürgermeister Vorarlbergs geben. Amtsinhaber Michael Simma (ÖVP) kam am Sonntag auf einen Stimmenanteil von 47,36 Prozent, Frank Matt auf 40,38 Prozent. In absoluten Zahlen machte der Unterschied zwischen den beiden Kandidaten 151 Stimmen aus (Simma 1.024, Matt 873). 2015 hatte Simma sich noch im ersten Wahlgang klar gegen Matt durchgesetzt - mit 59,31 Prozent gegenüber 26,27 Prozent.

In der Bürgermeister-Stichwahl in Feldkirch scheint Amtshinhaber Wolfgang Matt (ÖVP) in der Favoritenposition zu sein. Sein Gegenüber ist mit Daniel Allgäuer (FPÖ) der ehemalige Freiheitlichen-Klubobmann im Landtag. Im ersten Wahlgang erreichte Matt 4.496 Stimmen (41,42 Prozent). Damit lag er deutlich vor Allgäuer mit 2.572 Stimmen (23,70 Prozent).

Bürgermeister-Direktwahl seit 2000

Die Bürgermeister-Direktwahl wurde in Vorarlberg im Jahr 2000 eingeführt, seitdem gab es jeweils zwischen drei und höchstens fünf Stichwahlen. Wo keine direkte Entscheidung fällt, wählt die neu bestellte Gemeindevertretung den Bürgermeister.

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