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PflegeDer Schulversuch soll eine Lücke schließen

Die neue BHS soll die Ausbildung an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen sowie an Schulen für Sozialberufen und Fachhochschulen ergänzen. Die Steiermark ist eines von vier Pilotländern.

© APA/Helmut Fohringer
 

Mit den Schulversuchen für Höhere Lehranstalten für Sozialbetreuung und Pflege soll eine Lücke in der Pflegeausbildung geschlossen werden. Diese neuen berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sollen zur Matura führen und die bisherigen diversen Pflegeausbildungen an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen, Schulen für Sozialberufen und Fachhochschulen ergänzen.

Die Höheren Lehranstalten für Sozialbetreuung und Pflege sind als fünfjährige BHS konzipiert und stehen damit in einer Reihe mit Höheren Technischen Lehranstalten (HTL), Handelsakademien (HAK), Höheren Lehranstalten für wirtschaftliche Berufe (HLW) oder Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP). Sie beginnen in der neunten Schulstufe und führen in fünf Jahren zur Matura.

Zwei Schulversuche

Die Ausschreibung ist am Mittwoch an die Bildungsdirektionen ergangen. Mit Herbst starten zwei Schulversuche, einer in den Fachschulen für Sozialberufe mit erweiterter Autonomie und einer in den Höheren Lehranstalten für Sozialbetreuung und Pflege.

Bildungsminister Heinz Faßmann rechnet mit mindestens fünf Standorten, die sich für diese neuen Ausbildungsformen schon interessiert und darauf vorbereitet haben: zwei in der Steiermark, je einer in Tirol und Salzburg und einer in Niederösterreich.

Ab dem Jahr 2023 wird man im Bereich Sozialbetreuung und Pflege bereits die ersten Absolventinnen und Absolventen haben, 2025 dann mit Pflegefachassistenz mit Matura.

Die Kosten teilen sich Bund und Länder: Die Kosten für die allgemeinbildenden Unterrichtsfächer werden vom Bund getragen, die Kosten für die facheinschlägige Ausbildung in der Pflegeassistenz/Pflegefachassistenz von den Ländern übernommen.

In der Steiermark wird es sowohl die drei- als auch die fünfjährige Ausbildung geben.

Wie an anderen BHS ist nach dem Abschluss damit einerseits ein direkter Berufseinstieg möglich und andererseits die Berechtigung für ein Hochschulstudium verbunden. Konkret ausgebildet werden soll ab dem dritten Jahrgang laut Ministerratsvortrag für die Kombination Alten-, Familien- oder Behindertenarbeit verbunden mit Pflegeassistenz bzw. für die reine höhere Qualifikation Pflegefachassistenz. Die Kosten für die allgemeinbildenden Unterrichtsfächer (z.B. Deutsch, Mathematik) trägt dabei das Bildungsministerium, jene für die Ausbildung für die Pflegeassistenz/Pflegefachassistenz die Länder.

Derzeit ohne Matura

Die derzeitigen Ausbildungen an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen dauern dagegen nur drei Jahre und führen nicht zur Matura. Aufnahmevoraussetzung ist außerdem erst das vollendete 17. Lebensjahr sowie die erfolgreiche Absolvierung von zehn Schulstufen. Die Schulen für Sozialberufe wiederum können auch erst ab 17 Jahren besucht werden und verlangen im Regelfall den Abschluss einer Lehre, einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule oder die Absolvierung eines Vorbereitungslehrgangs.

Fachhochschulen für höher qualifizierte Pflegeberufe wiederum verlangen eine Matura, Studienberechtigungsprüfung, einen Lehrabschluss samt Berufspraxis oder den Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule, wobei in den beiden letzten Fällen im ersten Semester noch Zusatzprüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch zu absolvieren sind.

Starten sollen die Schulversuche schon im Schuljahr 2020/21. Die ersten Maturanten soll es damit 2025 geben.

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