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Van der Bellen in Alpbach"Ohne Fridays for Future würde ich heute nicht so fröhlich hier stehen"

Der Bundespräsident eröffnet das Froum Alpbach mit drastischen Worten: Würden die Klimaziele nicht eingehalten, würde es im schlimmsten Fall keine Menschheit mehr geben.

Alexander Van der Bellen mit Tirols Landeshauptmann Günther Platter
Alexander Van der Bellen mit Tirols Landeshauptmann Günther Platter © (c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
 

Mit drastischen Worten hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Samstag bei der Eröffnung der Politischen Gespräche des Forum Alpbach vor einem Scheitern der Pariser Klimaziele gewarnt. Würden diese nicht eingehalten, würde es im schlimmsten Fall keine Menschheit mehr geben. Hoffnung setzt Van der Bellen in die Jugend und in die EU.

Nach Ansicht des Bundespräsidenten, der gemeinsam mit Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein und der Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, den größten Teil der Anreise per Zug unternommen hatte, ist die Klimakrise auch zunehmend Bedrohung für Freiheit und Sicherheit. Wassermangel könne beispielsweise zu Konflikten führen.

Die Klimakrise sei kein neues Phänomen, habe jedoch eine Dynamik bekommen, die die Menschen nun auch real spürten, betonte das Staatsoberhaupt mit Verweis auf extreme Wetterphänomene. Zuhören empfahl Van der Bellen in Bezug auf Greta Thunberg. Das wäre vernünftiger als einen Flug der jungen Klimaaktivistin zu kritisieren. Gelobt wurde vom Staatsoberhaupt die "Fridays for Future"-Bewegung, deren Handeln von enormer Wichtigkeit sei und der er ausdrücklich dankte.

Die Europäische Union sendet unter der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Bundespräsidenten die richtigen Signale, indem ein klimaneutrales Europa angepeilt werde. Überhaupt gab es erneut ein Bekenntnis Van der Bellens zur EU, die in den eigenen Grenzen zu wenig geschätzt werde: "Außereuropäer haben mehr Respekt und Verständnis für unser Modell als wir selbst. Von außen gesehen ist das, wo wir da leben, ein Paradies."

Espinosa Garces betonte, wie dringlich eine Erhöhung der Anstrengungen zur Erreichung der Klimaziele sei. Dies sei essenziell für die Menschheit. Immerhin gebe es nach Expertenansicht nur noch elf Jahre Zeit, um den Temperaturanstieg zu limitieren. Folgerichtig brauche es nun Leadership und Handeln: "Die Welt steht im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen", so die frühere ecuadorianische Außenministerin auch mit Blick auf die Regenwald-Brände in Brasilien. Ferner warb sie für eine Wirtschaft, die die steigenden sozialen Ungleichheiten wieder zurückführe. Auch nationale Interessen seien am besten im Multilateralismus zu verwirklichen, unterstrich die UNO-Repräsentantin.

Bierlein stellte das heurige Kongress-Schwerpunktthema "Freiheit und Sicherheit" in den Mittelpunkt ihrer Rede und warnte dabei vor überschießenden Überwachungsmaßnahmen: "Unsere hoch entwickelten Grundrechtsstandards dürfen nicht in Frage gestellt werden." Der Staat habe die Sicherheit der Bevölkerung, ebenso aber die Freiheitsrechte zu schützen.

Die Kanzlerin betonte auch die Bedeutung des Rechtsstaats als wichtigste Bedingung für Stabilität und Frieden: "Wir akzeptieren Gesetze, die von einer Mehrheit im Parlament beschlossen werden. Wir akzeptieren europäische Regeln, auch wenn wir als Mitgliedsstaat nicht mit jeder Regel einverstanden sind." Sie wolle auch in keinem Land leben, in dem die Unabhängigkeit der Justiz zur bloßen Floskel verkomme.

Demokratie sei fragil, Grundrechte nicht selbstverständlich, unterstrich die Bundeskanzlerin. Daher müssten vor allem junge Menschen aufgeklärt werden, was "Freiheit, Sicherheit und Demokratie in ihrer Interdependenz bedeuten und dass es sich lohnt, dafür aufzustehen, wie es zum Teil gottlob passiert". Nur wenn politische Beteiligung und Zugehörigkeitsgefühl gefördert würden, könnten radikale Ränder isoliert werden.

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Danke für Ihr Verständnis.

ichbindermeinung
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täglich den Bürgern Angst machen

nur dann kann man nicht selbst ein klimaschädl. Mercosurabkommen aushandeln bzw. müsste man z.B. den Palmöleinsatz in Ö sofort verbieten...Da passt hinten u. vorne nichts zusammen.
Generell sollen die Bürger über die im Raum stehenden neuen Milliarden-Steuern wie z.B. C02 CO2 Import-Klima/ Plastiksteuern abstimmen dürfen, ob sie das wollen/genehmigen oder nicht. Alternativ könnte man sofort Steueraufkommensneutral 10 Prozent der jährlichen klimaschädl. Kriegswaffen/Militärausgaben der jeweiligen EU-Länder für den Umwelt/Klimaschutz verwenden

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Balrog206
2
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Die

Angstmacherei der Bürger ist in einer medialen Dauerschleife , jagt doch eine Krise die nächste !

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stadtkater
1
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Den schönen Worten

müssen schön bald Taten folgen!

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cockpit
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Ja, aber auch von jedem Einzelnen,

also auch von Ihnen!

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Amadeus005
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Friday for Future bringt es

Noch nie waren die Klimaziele so in den Medien.
Dass den 60+ das egal ist, ist traurig. Die Großeltern brauchen sich nicht wundern, wenn sich die Enkel wenig um sie kümmern.

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Hildegard11
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Alter

Glaube kaum, dass das eine Frage des Alters ist. Jugendliche scheren sich im Schnitt wohl gleich wenig um den Umweltschutz (Internetstreaming, Autofahren, Essverhalten...)

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Gotti1958
1
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Amadeus

Ich bin 60+ und mir ist es nicht egal. Ich bin seit eh und je für den Umweltschutz und die Reduktion der Klimaerwärmung. Und ich bin sicher nicht allein in dem Alter.

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Mein Graz
3
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@Amadeus005

Auch wir sind 60+ und für uns ist es ebenfalls nicht egal!
Wir haben unser tägliches Leben verändert weil uns bewusst geworden ist, dass wir mit Schuld tragen an der Lage, in der sich die Welt jetzt befindet - und deshalb versuchen wir, unsere Fehler, die wir nie wieder gut machen können zu minimieren!

Dass sich manche Enkel wenig um Großeltern kümmern war schon immer so - das liegt sicherlich nicht an der Einstellung zum Klima!

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