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''Testwahnsinn''Noten ab der 2. Klasse: Lehrer fordern Rücknahme

Mit dem Schuljahr 2019/20 werden eigentlich ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt. Kimberger plädiert dafür, diese Regelung zurückzunehmen und den Schulen freizustellen, ob sie Ziffernnoten oder verbale Beurteilung einsetzen.

© APA
 

Der oberste Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG) will bei der neuen Bildungsministerin Iris Rauskala für weniger Tests an den Schulen werben. "Wir müssen weg von diesem Testwahnsinn", fordert er im "Kurier" (Donnerstagausgabe) und will auch die Teilnahme an der PISA-Studie hinterfragen. Änderungsbedarf sieht er auch bei Deutschförderklassen und Noten an Volksschulen.

Regelung zurücknehmen

Mit dem Schuljahr 2019/20 werden eigentlich ab dem zweiten Semester der 2. Klasse wieder verpflichtend Ziffernnoten eingeführt. Kimberger plädiert dafür, diese Regelung zurückzunehmen und den Schulen freizustellen, ob sie Ziffernnoten oder verbale Beurteilung einsetzen. Änderungen brauche es auch bei den Deutschförderklassen für Schüler, die die Unterrichtssprache nicht gut beherrschen. Die aktuelle Regelung führe dazu, dass Kinder beim erfolgreichen Umstieg in die Regelklasse jegliche Sprachförderung verlieren. Weil sie dann keine außerordentlichen Schüler mehr sind, werden sie außerdem nach dem normalen Benotungsschema und damit meist negativ beurteilt. Außerdem müssten Lehrer und Schulleiter von Bürokratie und Verwaltung entlastet werden, damit sie sich auf die Kernfragen des Schulalltags konzentrieren können.

Indirekte Unterstützung bekommt Kimberger von seinem Stellvertreter Thomas Bulant, dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen (SLÖ). "Unsere Schulen haben kaum Luft für den pädagogischen Alltag", betont dieser in einer Aussendung. Zentrale Vorgaben für die Sprachförderung, Leistungsbeurteilung und die Mitteilungspflichten hätten die schulautonome Expertise verdrängt, verweist er auf eine Umfrage der SLÖ unter Schulleitern. "Türkis-Blau hat mit ihren Reformen unsere Schulen an die Belastbarkeitsgrenze gebracht."

Kommentare (19)

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tomtitan
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Nehme an, daß die Kinder von Kimberger und Bulant (sofern vorhanden)

eine Privatschule besuchen...

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Estarte
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NOTEN SIND EIN LEISTUNGSANREIZ UND ORIENTIERUNGSHILFE

Noten schaffen Orientierung:
Noten sind klar hinsichtlich ihrer Aussage. Von "Sehr gut" bis "Nicht genügend" ist ein klares und nachvollziehbares Beurteilungssystem gegeben. Der Schüler bekommt eine klare Rückmeldung über sein derzeitiges Leistungsniveau.
Noten fördern den Leistungswillen:
Noten bieten aufgrund des klar vorgegebenen Rahmens Leistungsanreize für den Schüler. Er kann sich Ziele setzen
Kinder lernen mit Misserfolgen umzugehen:
Notengebung beinhaltet auch Misserfolge. Das ist zwar für den Schüler im Moment wenig angenehm. Aber es ermöglicht bei Reflexion aus Fehlern zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft:
Abgesehen von der schulinternen Sichtweise leben wir in einer Leistungsgesellschaft. Deshalb widerspiegelt die Schule nur eine vorhandene Realität. Auch in der Arbeitswelt kommt man nur voran wenn man sich anstrengt, man wird auch hier beurteilt und man wird nach Leistung bezahlt.
Schulnoten ermöglichen Vergleiche:
Aufgrund ihrer Einfachheit ermöglichen Schulnoten Vergleiche mit Mitschülern, anderen Schulen….
Schulnoten haben sich in der Vergangenheit bewährt
Schulnoten gibt es, seit es Schulen gibt. Es wäre daher falsch ein bewährtes und funktionierendes System abzuschaffen.
Alternative Notengebung verschleiert mögliche Probleme
Alternative Notengebung in Form eines schriftlichen und/oder mündlichen Feedbacks kann die Tendenz aufweisen vorhandene Probleme nicht zu benennen und zu umschreiben....

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Mein Graz
6
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@Estarte

Es ist eigenartig:
Ich habe unseren Kindern NIE Noten gegeben, ich habe sie meist nur ermuntert und angespornt (in der Tierausbildung nennt man das "positiv bestärken"). Ich habe sie ermutigt sich an Unbekanntes zu wagen und versucht ihnen zu zeigen, dass Angst und Stress schlechte Ratgeber sind.

Trotzdem (oder vielleicht grad deshalb?) sind aus ihnen lebenstüchtige, fleißige, strebsame Steuerzahler geworden, die niemandem auf der Tasche liegen, ihr Leben im Griff haben und trotzdem genießen.

Deiner Logik nach dürfte es das eigentlich gar nicht geben...

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Planck
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Schmarrn wie immer.

Noten gibt's wegen Leuten wie Ihnen, nicht wegen der Kinder. Weil nämlich Leut' wie Sie mit Beurteilungen nichts anfangen können und dauernd fragen müssen "Was heißt denn das in Noten?" *g

Selbstverständlich weiß ich auch bei Ihnen, dass Topfen und Schmalz längst verloren sind, aber auch hier gibt's vielleicht Mitleser:

>>> "Precht über die Schule - YouTube" <<<

Das Buch werden Sie kaum lesen, aber vielleicht schaffen Sie einen Zehn-Minuten-Clip *g

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HerrschendeLeere
9
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Die Leistungsgegner und Obezarrer kommen wieder aus ihren Löchern hervor,

kaum dass die Reformregierung weg ist.

Schade für unsere Kinder, denen man Zukunftschancen stiehlt, indem man sie nicht fordert.

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Mein Graz
7
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@HerrschendeLeere

Fördern durch Fordern - ja.
Fordern ohne Förderung = unter Druck setzen - nein.

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andy379
18
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Tja,

sieht fast so aus, als ob viele Beschlüsse der türkis-blauen Regierung in der Praxis untauglich sind.

Welch Überraschung...

Interessant nur, dass sich die schwarzen Parteigänger erst jetzt damit vor den Vorhang trauen.

Wäre wohl vorher als Majestätsbeleidigung aufgefasst worden...

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Estarte
10
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Leistungsgesellschaft

Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, und daher ist es absolut notwendig, Schüler mit Noten zu beurteilen.
Leider benötigen bereits Kinder in der Volksschule Nachhilfeunterricht, so etwas wäre vor 20 Jahren noch undenkbar gewesen.
Ein Kind, das dem Unterricht nicht folgen konnte, kam in den 2. Klassenzug.
Das Problem ist, dass sich die Lehrer keine Noten mehr geben trauen, weil dann die Eltern kommen, und einen aggressiven Aufstand veranstalten.
Mit "Gewalt" werden die Kinder bis zur Matura durchgeboxt, und wenn die Aufgaben dann zu schwer erscheinen, wird das Prüfungsniveau gesenkt,somit verliert auch die Matura ihren Stellenwert,wird abgewertet.
Es gibt keinen "Testwahnsinn" !
Schüler nicht zu testen/zu bewerten, wäre Wahnsinn !

"Probezeit" für Lehrer ist auch angebracht, denn wenn ein Lehrer einem Pflichtschüler nichts beibringen kann, und Schüler Nachhilfe benötigen, hat der Lehrer seinen Beruf verfehlt !

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Planck
6
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Ich nehme an,

in Ihrer Arbeit leisten Sie etwas.
Ich nehme nicht an, dass Sie dafür Noten bekommen.
Jetzt erklären S' mir bittschön den Zusammenhang zwischen Noten und Leistung.

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X22
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Beides ist möglich, betrachtet man die in der Bildung europäisch führenden an, die Finnen

"In Finnland, dem Land, das nach wie vor an der Spitze der Leistungsvergleiche steht, legen die Schüler die ersten verbindlichen Tests erst mit 16 Jahren ab"

Im Grundschulbereich ist eine Benotung sicher nicht notwendig.

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Mein Graz
15
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@Estarte

Leistungsgesellschaft. Wer schreibt das vor? Die Gesellschaft.

- Welchen Grund gibt es, ein 8-jähriges Kind dem Druck auszusetzen, dem es als Erwachsener sein Leben lang ausgesetzt ist? Auch ohne Druck durch Noten kann man Kinder an Leistung im Leben heranführen.
- Nachhilfeunterricht in der Volksschule ist für mich unverständlich, wenn ein Kinder in der VS dem Unterricht nicht folgen kann müssten die Eltern doch in der Lage sein, das Kind selbst zu unterstützen. So lange die Schülerhöchstzahlen bei bis zu (m.W.) 30 Schülern liegen ist es für einen Lehrer fast unmöglich, ununterbrochen darauf zu achten, ob alle Schüler den Unterrichtsstoff erfasst haben.
- 2. Klassenzug gab es erst ab der Hauptschule, nicht in der Volksschule, von der hier die Rede ist.
- Aggressive Eltern sind bestimmt ein Problem, dem man entgegen treten muss. Dass diese allerdings die Lehrerschaft so weit bringen, dass sich die Lehrer keine Noten mehr geben tauen wage ich zu bezweifeln.
- Es ist auch hier nicht die Rede vom Gymnasium, es geht bei der Benotung ausschließlich um Kinder in der VS.

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Mikimaus197
15
24
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Also

solange die Lehrer ihr Privileg (aufs Schuljahr aufgerechnet) von 16 Wochen Urlaub nicht verändern, brauchen Sie sich auch nicht über das wieder eingeführte Notensystem und der damit angeblichen Mehrarbeit beschweren. Zu meiner Schulzeit gab es von Anfang an nur Noten und es hat uns Kinder keinesfalls geschadet im Gegenteil, wir haben uns gegenseitig motiviert zu lernen und zu verbessern.

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Mikimaus197
15
9
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Also

solange die Lehrer ihr Privileg (aufs Schuljahr aufgerechnet) von 16 Wochen Urlaub nicht verändern, brauchen Sie sich auch nicht über das wieder eingeführte Notensystem und der damit angeblichen Mehrarbeit beschweren. Zu meiner Schulzeit gab es von Anfang an nur Noten und es hat uns Kinder keinesfalls geschadet im Gegenteil, wir haben uns gegenseitig motiviert zu lernen und zu verbessern.

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Mikimaus197
14
9
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...

es wäre vernünftiger sich über die Feriengestaltung Gedanken zu machen, welche berufstätige Väter u Mütter haben 9 Wochen im Sommer Urlaub???

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Mikimaus197
18
8
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...

es wäre vernünftiger sich über die Feriengestaltung Gedanken zu machen, welche berufstätige Väter u Mütter haben 9 Wochen im Sommer Urlaub???

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stadtkater
6
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Bitte auch den Schülerinnen und Schülern

freistellen, ob sie etwas lernen wollen oder nicht. Bildung allein macht nicht glücklich und heutzutage kann man auch als Influencer, Rapper, DJane etc. reich werden;-)!

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Ichweissetwas
7
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hat Kimberger vielleicht

selbst Kinder, die eher "schwach" in der Schule sind? Noten sind das einzig Richtige, die aufzeigen, wie weit man den Stoff überhaupt kapiert hat! Nur leeres Blablabla von den Lehrern bringt nichts!

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selbstdenker70
10
33
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...

Hat der gute Mann schon jemals etwas vernünftiges gesagt? Keine Ahnung wen er vertritt, aber wenn man mit Lehrern spricht, haben die grundsätzlich immer eine andere Meinung als der gute Mann. Klar, warum Noten, warum Tests, warum überhaupt ein Zeugnis. Soll jedes Kind einfach die 9 Jahre Pflicht absitzen, egal mit welchem Ergebnis. Somit wäre unser Schulsystem aus dem Schneider weil man nichts bewerten kann. Dem AMS wirds freuen...

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Alfa166
8
10
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Ja und finanziert das AMS....?

Mhm... Mal nachdenken - wir Steuerzahler!

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