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PensionenIm Visier der Regierung: Korridor- und Schwerarbeiterpension

Regierung will Zugang zu Frühpensionen mit starkem Zulauf erschweren, das sind Korridor- und Schwerarbeiterpension. Eine rückläufige Entwicklung gibt es hingegen bei Hackler-Regelung und Invaliditätspension.

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Die Regierung kündigt zur Finanzierung der Steuerreform "klare Zugangsvoraussetzungen zu jenen Frühpensionierungsmöglichkeiten" an, "die sich besonders dynamisch entwickeln". Welche Pensionsarten hier gemeint sind, hat die Regierung bisher offen gelassen. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass es Zuwächse zuletzt vor allem bei der Korridor- und der Schwerarbeiterpension gegeben hat.

Nach jüngsten Daten der Pensionsversicherungsanstalt sind im Vorjahr 7.558 Personen in Korridorpension gegangen. 2017 waren es noch 6.651, 2016 waren es 6.536 und 2015 nahmen 5.231 Personen diese Frühpensionsart in Anspruch. Die Korridorpension kann man mit 40 Versicherungsjahren ab Vollendung des 62. Lebensjahres in Anspruch nehmen. Derzeit kommt sie nur für Männer in Betracht, für Frauen erst nach Anhebung ihres gesetzlichen Pensionsalters ab 2028. Der Abschlag dafür beträgt 5,1 Prozent pro Jahr (für ab dem 1. Jänner 1955 Geborene).

Die Neuzugänge in die Schwerarbeiterpension haben sich seit 2015 mehr als verdoppelt: Im Vorjahr haben 6.368 Personen diese angetreten, 2017 waren es noch 5.242 Personen, im Jahr davor 4.375 und im Jahr 2015 erst 2.965 Personen. Die Schwerarbeiterpension können Männer mit 45 Versicherungsjahren ab Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch nehmen, für Frauen kommt sie erst ab 2024 in Betracht. Dafür werden Abschläge von 1,8 Prozent pro Jahr (für ab dem 1.1.1955 Geborene) bzw. 4,2 Prozent (für vor dem 1.1.1955 Geborene) berechnet. Als Schwerarbeit gelten Tätigkeiten unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen - also etwa regelmäßige Nachtdienste, Tätigkeiten unter großer Hitze oder Kälte oder schwere körperliche Arbeit mit einem bestimmten Verbrauch an Kalorien.

Rückläufig entwickelt sich hingegen zuletzt nach den Verschärfungen die sogenannte Hacklerpension. Diese Langzeitversicherten-Regelung haben im Vorjahr 9.828 Personen in Anspruch genommen - um 49 Personen mehr als 2017. Im Vergleich zu 2016 ist das jedoch in Rückgang um 576 Personen. Anspruch darauf haben ab 1954 geborene Männer und ab 1959 geborene Frauen. Männer können diese Pension mit 62 nach 45 Versicherungsjahren in Anspruch nehmen, Frauen je nach Alter zwischen 57 und 62 Jahren mit 42 bzw. 45 Versicherungsjahren. Abschläge werden in der Höhe von 4,2 Prozent pro Jahr berechnet.

Rückläufig ist nach der Einführung des Reha-Geldes auch die  die Zahl der Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspensionen - von 15.223 Neuzugängen 2017 auf 13.923 im Vorjahr.

Insgesamt ist die Zahl aller Alterspensionen von 57.275 Neuzugängen im Jahr 2017 auf 62.405 im Vorjahr gestiegen, jene der "normalen" Alterspension (60/65) von 34.349 auf 38.236.

Kommentare (14)

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fortus01
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Zahlen

er Staat Österreich gibt mit 19 Milliarden Euro fast ein Viertel seiner Einnahmen für die Pensionen aus. 9,25 Milliarden Euro kosten die Beamtenpensionen, 9,57 Milliarden Euro schießt der Staat zur Pensionsversicherung zu. (copyright Wiener Zeitung).
9,57 Milliarden Zuschuss für 2.104.581 Bezieher aus der gesetzlichen Pensionsversicherung und 9,25 Milliarden für 295.149 Bezieher einer Beamtenpension (Zahlen aus 2017 - copyhright Statistik austria) - noch Fragen?
Die durchschnittliche Beamtenpension ist inzwischen höher als das duchschnittliche AKTIVGEHALT eines Angestellten - noch Fragen?

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schteirischprovessa
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Ist leider die Folge der Pensionspolitik der SPÖ.

Die Hacklerregelung wurde im sogenannten Koalitionsfreien Raum von der SPÖ verlängert, das war damals Wahlwerbung um 20 Mrd. auf Kosten der Bevölkerung für die SPÖ. In Anspruch genommen wurde sie zu einem guten Teil von jenen, die gar nicht wissen, was Hackeln ist, nämlich von Beamten.
Die SPÖ und vor allem die Gewerkschaft hat die Bevölkerung über die Sicherheit und die Finanzierbarkeit der Pensionen gut 20 Jahre lang angelogen oder schöner formuliert, alternative Fakten dazu gebracht. Ich selbst bin vor inzwischen fast 15 Jahren nach einem so offensichtlichen Lügenbericht im Jubelorgan Solidaridät aus der Gewerkschaft ausgetreten.

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SchiFrie
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Hacklerpension

Eingeführt wurde die sogenannte Hacklerregelung von Schwarz/Blau 1. Das unter diese Regelung vorzugsweise Beamte, Angestellte und keine Häcksler j fallen war von der Regierung auch so geplant. Die Regelung dann Hacklerpension zu bezeichnen, war eine werbewirksame Irreführung der Bevölkerung.

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SoundofThunder
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🤔 War voraus zu Sehen.

Die Bläulinge können aufatmen. Die betrifft es nicht. Wer ist von denen schon ein Schwerarbeiter? Zur Finanzierung der Ministeuerreform müssen die Schwerarbeiter länger arbeiten. Setz‘ ma einfach das Pensionsantrittsalter in unerreichbare Höhen damit ja keiner Abschlagsfrei in die Pension gehen kann. Die ÖVP war schon immer die Rentenklaupartei und die FPÖ macht eifrig mit und nennt sich Arbeiterpartei 😏

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Hildegard11
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Streik

Hoffentlich streiken dann alle Betroffen zusammen mit Gewerkschaft und SPÖ!!!

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volkswagen
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Partei des kleinen Mannes

War ja vorauszusehen, zuerst Anhebung des Alters für die Altersteilzeit und danach am Antrittsalter rütteln. Habe mit 15, 5 Jahren angefangen zu Arbeiten und leiste Schwerarbeit, hoffte in einigen Jahren mit 61 Jahren in die Schwerarbeitspension zu gehen. Wann hat der Herr Kanzler angefangen in die Pensionsversicherung einzuzahlen? Kann wahrscheinlich erst mit 73 in die Pension gehen, wenn er 45 Beitragsjahre nachweisen muss. Ist ein guter Schmäh die Steuerreform auf Kosten der Pensionen zu machen. Sollten mal probieren ein Jahr Handarbeit zu machen. Vor der Wahl groß angekündigt die Steuerreform mit vielen Milliarden und jetzt wo es sich nicht ausgeht, wollen wir alles wieder bei der Masse einsparen

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wirklichnicht
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Sie messen mit zweierlei Maß

Glauben Sie wirklich, dass Sie mit dem Alter von 15,5 Jahren viel Geld eingezahlt haben? 22,8 Prozent von Ihrem Lehrgeld ist nicht gerade viel in dieser Zeit. Aber für die Pension möchten Sie so tun, als ob Sie viel eingezahlt haben und messen nur die "Zeit" für sich selbst, reden aber bei den anderen von "Einzahlen".

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volkswagen
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wieklicht nicht

was heißt hier zweierlei Maß: ich habe eingezahlt, wo andere noch die Schulbank drücken. Wie sie sicher wissen dauert eine Lehrzeit im Durchschnitt 3,5 Jahre. Habe nach dem Bundesheer sofort als Facharbeiter gearbeitet und immer gut verdient und rede nicht wie sie mir unterstellen, ich würde so tun als ich viel eingezahlt haben. Sind bei mir Fakten, habe auch nie eine Unterbrechung gehabt, bei mir sind alles Betragsjahre. Wenn sie schon so präpotent schreiben, wäre ich interessiert wieviel sie eingezahlt haben? Will hier keinen Klassenkampf führen, muss ihnen aber schon noch sagen, dass ich in der Lehrzeit eingezahlt habe, wo andere bis zum 30 Lebensjahr nichts einzahlen und auch mit 60 in die Pension gehen wollen. Liebe Grüsse

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Mein Graz
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@wirklichnicht

Dieser User hat begonnen, mit 15,5 Jahren einzuzahlen. Er leistet seiner Angabe nach seit dem Schwerarbeit.

Andere machen Matura, studieren und beginnen dann zu arbeiten und einzuzahlen, da sind einige schon an die 30 Jahre alt.

Bedeutet: der Jugendliche, der nach der Pflichtschule mit den Einzahlungen begonnen hat, hat mit 30 Jahren schon 15 Beitragsjahre - der Langzeitstudent = (in Worten Null!) Beitragsjahre!

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wirklichnicht
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@Mein Graz

Sie haben es auch nicht verstanden.
Es gibt ein Pensionskonto in Österreich und kein Zeitabsitzen. Wer mehr einzahlt, bekommt mehr heraus, ganz einfach. Es soll nicht heißen, "ich habe 45 Jahre gearbeitet", sondern "ich habe 500.000 Euro in die Pensionskassa" eingezahlt. Es sind nämlich wir, die Allgemeinheit, die das bezahlen müssen.
Wenn jetzt ein Arzt in Österreich erst mit 30 zu arbeiten beginnt und danach mehr einzahlt, wieso soll er nicht auch mit 65 in Pension gehen sollen? Einfach ist das auch nicht, 12-Stunden-Dienste und Bereitschaft, was ist denn eigentlich Schwerarbeit?

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volkswagen
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wirklichnicht

Ich glaube schon Mein Graz hat es verstanden!!!!
Wenn wie in ihren Beispiel ein Arzt mit 30 Jahren zu arbeiten beginnt und mit 65 in Pension geht, hat er 35 Beitragsjahre. Wenn sie behaupten er hat mehr eingezahlt, so muss ich ihnen sagen das es in Österreich eine Beitragsgrundlage gibt, höhere Beitragsgrundlage höhere Pension, somit keine Rechtfertigung mit 35 Beitragsjahren in Pension zu gehen

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Mein Graz
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@wirklichnicht

Dann bist du also der Meinung, wer genug eingezahlt hat kann in Pension gehen. Wenn einer viel einzahlt braucht er ja nicht so viele Beitragsjahre, oder?

Annahme:
Ein junger Mann (oder eine junge Frau) beginnt nach der Matura, die er mit Ach und Krach mit 20 geschafft hat, ein Studium. Seine Erfolge halten sich in Grenzen, mit 38 ist er fertig und beginnt zu arbeiten. Er hat aber "zufällig" einen reichen Papa, der zahlt die von dir angenommenen 500.000€ (oder einen anderen Betrag) aus der Portokassa, und Sohnemann geht mit 48 in Pension und genießt sein Leben weiterhin.

Der arme Schlucker, der 45 Jahre dafür braucht, hat halt Pech gehabt, er hätt sich ja reiche Eltern aussuchen können.

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wirklichnicht
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@Mein Graz

Das ist schon ein sehr extremes Beispiel und natürlich nicht schön. Dann bringe ich ein anderes extremes Beispiel: Ein junger Mann hat reiche Eltern und möchte sich im Leben nicht anstrengen. Er macht daher eine Lehre (Lernen ist ihm zu anstrengend) und arbeitet danach bis 60 nur 1 Tag pro Woche, weil Geld hat er ja genug zum Party machen. Dann hat er die vollen 45 "Beitragsjahre" zusammen und bekommt eine fette Pension, die die Allgemeinheit zahlen muss, weil die "Jahre" zählen und nicht die Arbeit, die sich im eingezahlten Geld wiederspiegelt.

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Mein Graz
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@wirklichnicht

Man muss erst einmal einen Arbeitgeber finden, der für 4 Tage Arbeit im Monat 446,82 Euro bezahlt.
Aber der papa wirds schon richten.

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