AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Beratertätigkeit?Grasser soll in PR-Flop um Krebsmittel verwickelt sein

Der neuer Bluttest für die Früherkennung von Brustkrebs, "entdeckt" am deutschen Universitätsklinikums Heidelberg, entwickelte sich als Flop. Doch vorher zockten Investoren. Karl-Heinz Grasser spielte auch eine Rolle.

Karl-Heinz Grasser
Karl-Heinz Grasser © APA/GEORG HOCHMUTH/APA-POOL
 

Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) füllt derzeit die deutschen Medien. Grund dafür ist seine Beratertätigkeit für ein angeblich revolutionäres Krebsmittel, das sich vorerst als PR-Flop herausstellte und die deutsche Justiz wegen Verdachts auf Insiderhandel beschäftigt. Dabei hatte alles so hoffnungsfroh begonnen: "Weltsensation aus Deutschland: Bluttest erkennt zuverlässig Brustkrebs", titelte die "Bild"-Zeitung im Februar 2019 mit Verweis auf eine Entdeckung des deutschen Universitätsklinikums Heidelberg. Doch rasch kehrte Ernüchterung ein – denn der Test werde erst (wenn überhaupt) in Jahren funktionieren. Die Uni entschuldigte sich.

"Lediglich an Meetings teilgenommen"

Wie nun durch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) bekannt wurde, war Grasser als Berater für den Hersteller tätig. Wie sein Anwalt Manfred Ainedter sagte, habe Grasser lediglich an Meetings teilgenommen, er sei aber an der Firma nicht beteiligt und habe in den Test auch nicht investiert. "Viel Lärm um nichts", so Ainedter.

Verantwortlich für den Bluttest war das Start-up HeiScreen, in das ein vorbestrafter deutscher Unternehmer 2017 mit seiner Beteiligungsgesellschaft einstieg. Dabei soll Grasser an mehreren Beratungen teilgenommen haben, wie der Anwalt des Unternehmers der "FAZ" bestätigt.

Laut der Zeitung erhielt der Deutsche wegen Korruption im Jahr 2015 eine Bewährungsstrafe. Die Universitätsleitung betonte gegenüber deutschen Medien, "zu keinem Zeitpunkt in die Vorgänge und Entscheidungen rund um die Entwicklung und Vermarktung des Bluttests zur Brustkrebsdiagnostik involviert" gewesen zu sein. Laut "Süddeutscher Zeitung" beschloss der Rat der Heidelberger Medizinfakultät am 30. Jänner 2019, den Test bei dem Kongress in Düsseldorf vorzustellen. Mit der Vorbereitung der Pressekonferenz wurde laut einem internen Schreiben Kai Diekmann betraut, der früher als Chefredakteur der "Bild"-Zeitung fungierte. Der Aktienkurse der Firma NKY Medical, die den Test auf den asiatischen Markt bringen sollte, schoss schon im Vorfeld in die Höhe. Das beschäftigt nun die Staatsanwaltschaft.

Kurz nach der Pressekonferenz kritisierten ärztliche Fachgesellschaften die Veröffentlichung der Heidelberger Forscher heftig, weil die Schlussfolgerungen "verfrüht" seien und "ohne Evidenzgrundlage Hoffnungen bei Betroffenen" geweckt würden.

Grasser muss sich derzeit im Wiener Straflandesgericht in den Causen Buwog und Terminal Tower Linz verantworten, es wird ihm unter anderem Untreue vorgeworfen (Strafmaß bis zu zehn Jahre). Der Prozess dauert bereits 90 Tage. Ein Ende ist nicht in Sicht. Grasser weist alle Vorwürfe von sich, ein Mitangeklagter hat ein Teilgeständnis abgelegt. Am 7. Mai wird weiterverhandelt.

Kommentare (7)

Kommentieren
Civium
0
0
Lesenswert?

Ist Grasser

Mediziner??

Antworten
docholliday
0
0
Lesenswert?

Ich bin erschüttert

Über soviel selbstgefällgkeit mancher Poster und über deren moralischen Überlegenheitsdünkel. Das ist unerträglich

Antworten
Hintschi
25
5
Lesenswert?

Hexenjagd!

Es wird jetzt langsam wirklich lächerlich und ehrlich gesagt würde ich mir an Grassers Stelle schön langsam eine Klage überlegen!

Antworten
gerbur
1
4
Lesenswert?

@Hintschi

Dieser Herr Grasser hat halt einen Ruf erworben, der ihn für Glücksritter attraktiv macht. An ihm dürften viele Obskuranten versuchen sich anzuwanzen.

Antworten
wahrheitverpflichtet
2
9
Lesenswert?

nur eines zählt....

die reine wahrheit und wo ist hier eine hexen jagt an burischer Bubi Haider Buchstabenclown ? VIEL MEHR IST ES eine pflicht in einer Demokratie die wir ja noch Ansatz Weise HABEN hier in Österreich von solchen Sachen zu berichten ist schon komisch überall wo der grasser an Sitzungen und Geschäften usw mitmischt kommt es irgend wie zu sagen haften Verfehlungen bzw Verdachtsmomenten ist ja wirklich komisch oder ah ja die bösen Ausländer oder die linken usw wollen im was böses. und die Justiz greift die hr eh alle mit federn AN JEDER KLEIN BETRÜGER GEHT IN DEN U KNAST MEISCHBERGER UND KO DIE HABEN SONDER STATUS NUR FRAGE ICH MICH WO IST HIER DIE GLEICHBERECHTIGUNG VOR DEN GESETZ?

Antworten
docholliday
8
9
Lesenswert?

Ja

Und? Muss er fragen was er tun darf?

Antworten
BernddasBrot
3
30
Lesenswert?

Grasser als Berater ??

..wenn er sich danach an nichts erinnern kann....

Antworten