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Ab Juli 2019E-Autos dürfen nur noch mit akustischem Signal herumkurven

Um nicht überhört zu werden, müssen Elektroautos ab Juli 2019 akustische Signale von sich geben.

E-Mobilität
E-Mobilität © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Und das ausgerechnet im Vorfeld von Weihnachten: Die Zeit der Stille gehört nun endgültig der Vergangenheit an – in den Städten und auf den Straßen. Und zwar dann, wenn Elektroautos unterwegs sind. Diese besitzen bekanntlich den sehr angenehmen Nebeneffekt, dass sie völlig geräuschlos durch die Straßenfluchten gleiten. Das erfreut jene, die in den urbanen Räumen die Ruhe vermissen. So mancher Fußgänger, Radfahrer oder Mopedbesitzer dürfte das eine oder andere Zusammentreffen mit den geräuschlosen Fahrzeugen allerdings in traumatischer Erinnerung haben – angesichts der Konditionierung des modernen Städters, der vor dem Überqueren der Straße zunächst die Ohren spitzt und bei sich näherndem Motorgeräusch nach links oder rechts blickt.


Nun zieht die Politik die Notbremse. Ab 1. Juli müssen auch in Österreich E-Autos, wenn sie anfahren, Geräusche von sich geben. Eine entsprechende Verordnung tritt zu Jahresmitte in Kraft. Ob das Fahrzeug bimmelt oder wie bei Baumaschinen oder zurückstoßenden Bussen gleichförmig hupt, lässt der Gesetzgeber offen. Die Intention liegt auf der Hand: „Mit der Einführung akustischer Signale wird ein wichtiger Schritt in der Verkehrssicherheit vor allem für Fußgänger gesetzt“, erklärt Verkehrsminister Norbert Hofer im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. „Gerade Kinder, ältere oder sehbeeinträchtigte Menschen werden von dieser Maßnahme im Straßenverkehr, die mitunter lebensrettend sein kann, profitieren.“

Konkret sollen bis 25 Stundenkilometer künstlich erzeugte Geräusche andere Verkehrsteilnehmer vor dem Anfahren oder Herannahen des E-Fahrzeugs warnen. Auch wenn sie – etwa vor Fußgängerübergängen – stark abbremsen, sollen sie durch akustische Signale auf sich aufmerksam machen. Der Klang ist nicht vorgeschrieben. Ab Juli müssen Neuzulassungen mit dem neuen System ausgestattet sein, ab 1. Juli 2021 gilt die Regelung flächendeckend für alle E-Autos.

Noch unklar ist, ab wann sich E-Fahrzeuge beim sogenannten Luft-100er nicht mehr an das Tempolimit halten müssen. Ein Problem, das in dem Kontext aufgetaucht ist: In Österreich angemeldete E-Autos sind an der grünen Nummertafel zu erkennen. Wie ausländische E-Fahrzeuge erfasst werden, steht noch in den Sternen. Hier sucht man im Verkehrsministerium noch nach einer Lösung. 

Kommentare (32)
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HPIK1RXCA6MZ63IL
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@HoellerP

Echt lustig! Ihre Schützlinge sollen hüpfen, wenn ein sehender LKW Fahrer rückwärts ohne Rücksicht auf Verluste nur mit Hupe fährt? Gehts noch? So einen Betreuer würde ich als Blinder davonjagen. Ich selbst verhalte mich offensichtlich gegenüber NichSehenden deurlich sensibler!

7WNL3EVD3W82Y4F4
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@Gerbur

Als einer der miterlebt hat, wie ein LKW beim reversieren einen Menschen erfasst hat und mit den Zwillingsreifen über den Brustkorb gerollt ist, halte ich ihren Kommentar für entbehrlich.

HPIK1RXCA6MZ63IL
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@Meinaeina

Bedauerlich! Wie wäre es, wenn die LKW Fahrer statt dem dämlichen Gehupe beim Rückwärtsfahren verpflichtend eine Rückfahrkamera vorgeschrieben bekommen?

7WNL3EVD3W82Y4F4
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@gerbur

eigentlich nicht notwendig, da er ohne etwas zu sehen ohnehin nicht reversieren dürfte oder einen Einweiser bräuchte. Aber was solls, Fehler passieren, noch mehr unter Zeitdruck und ich bin nicht der Ansicht, dass man die Verantwortung nur der einen oder anderen Seite zuschieben kann. Mir ist es lieber, selbst reagieren zu können und mich nicht darauf verlassen zu müssen, dass mich der andere hoffentlich sieht. Rückfahrkameras halte ich daher nicht für zielführend.

paulrandig
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Das kann doch nicht ernst gemeint sein!

Es ist kein Geräusch vorgeschrieben? Heißt das, dass im Getöse des restlichen Verkehrs jedes weitere Geräusch ein Auto sein kann - oder auch nicht?
Wir müssen jetzt also lernen, Hufgetrappel, Raumschiffturbinen, Gepiepse, Summen, Dampflokgestampfe usw. samt sämtlicher computerverfremdeter Varianten und sonstiger systhetischer Sounds als Autos zu verdächtigen?

bb65
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@ paul

Ich will weder von Raumschiffen noch Huftieren oder was auch immer fu suggerierst angefahren werden, also ich meine mal ihr regt euch für nichts auf. Die Hersteller werden das schon sinnvoll lösen, soviel vertrauen hab ich da schon.

paulrandig
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Bb65

Wir programmieren uns auf bestimmte Verknüpfungen. Je eindeutiger ein Signal ist, desto automatischer reagieren wir ohne zusätzliche Aufmerksamkeit zu benötigen.
Speziell Hörgeschädigten mit Hörgerät fällt es schon schwer genug, einzelne Stimmen und Geräusche sinnvoll von einander zu trennen. Gerade denen sollte ein Auto eindeutig signalisieren, was es ist.

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