AußenministeriumKneissl verbietet "Frauen sind mitgemeint"-Phrasen

Dem neuen Frauenförderungsplan des Außenministeriums zufolge sind Generalklauseln, dass personenbezogenen Bezeichnungen für beide Geschlechter gelten, nicht mehr erlaubt.

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EUROPAeISCHES FORUM ALPBACH 2018: KNEISSL
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Wer viele Gesetzes- und Verwaltungstexte, Festschriften und Studien liest, kennt die Phrase zur Genüge: "Der besseren Lesbarkeit halber verwenden wir bei Funktionsbezeichnungen nur die männliche Form. Frauen sind mitgemeint" oder ähnliches. Und so ist in vielen Texten dann fortan die Rede von Bürgern, Beamten, Botschaftern, während Bürgerinnen, Beamtinnen und Botschafterinnen unerwähnt bleiben.

Während sich um das Spannungsfeld zwischen Lesbarkeit und "Sichtbarmachen" von Frauen in Texten enorme ideologische Grabenkämpfe entspinnen, Stichwort Binnen-I, ist diese "Frauen sind mitgemeint"-Passage in vielen Texten im öffentlichen Dienst zum Standard geworden, das Thema schnell erledigt zu haben.

Zumindest in Papieren des Außenministeriums soll das ab September ein Ende haben. Der am Mittwoch kundgemachte neue Frauenförderungsplan des Ministeriums, eine Verordnung von Ministerin Karin Kneissl, enthält im Abschnitt "Sprachliche Gleichstellung" nämlich folgenden §12 Absatz 2:

Die Verwendung von Generalklauseln, in denen z. B. zu Beginn, am Ende oder in Fußnoten eines Textes festgehalten wird, dass die gewählten personenbezogenen Bezeichnungen für beide Geschlechter gelten, ist unzulässig.

Foto © Screenshot

In dem bisher gültigen Frauenförderungsplan, erlassen 2014 von dem damaligen Außenminister Sebastian Kurz, fehlte diese Passage - wie übrigens auch in den meisten anderen derartigen Plänen, die jedes Ministerium zu erlassen hat.

Foto © Screenshot

 Die Folge: in Zukunft müssen Personenbezeichnungen tatsächlich in männlicher und weiblicher Form ausgeschrieben werden, also "Botschafterinnen und Botschafter" etc.

Kommentare (5)
catdogbeba
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Niemand wird mitgemeint

Wäre ja zu einfach gewesen. Vielleicht sollten alle was weiß ich wie viele Befindlichkeitsgeschlechter (21 oder so) persönlich genannt und freudigst begrüßt werden?!

stadtkater
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Tatsächlich gibt es 60 Geschlechtsidentitäten

Um keine zu diskriminieren, werden alle Texte jetzt schön viel länger werden müssen:

http://de.wikimannia.org/60_Geschlechtsidentitäten

eston
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Die Geschlechter...

... sind mit einer Rechtsschreibreform abschaffen: Statt DER DIE DAS nur mehr DAS. Das Mensch, das Bürger, das Frau, das Außenminister ...

FBH
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Bisher...

... hatte ich eine gute Meinung über die Kompetenz und Leistung von Fr. Kneissl. Das hat sich heutigem Tag geändert. Wenn sie nun auch diesen Genderwahnsinn unterstützt muss man an ihrer Kompetenz als seriöse Politikerin mit internationalem Ansehen zweifeln.

differentialrechnung
3
7
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Ministerin Kneissl

hätte es vermutlich nicht nötig, aber vielleicht freut und beruhigt diese Entscheidung irgendwen. Wirklich beunruhigend fände ich erst - nicht nur durch die schwierigere Lesbarkeit - wenn für Personen jedweder spezifischen physio-, psycho- und soziologischen Selbstdefinition, die, deren Selbstverständnis angepassten, Termini gefunden und ihre Verwendung vorgeschrieben würde.