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Heinz Faßmann Gebürtiger Deutscher wird Minister für Bildung

Das Bildungsressort wandert in die Hände eines Universitätsprofessors. Heinz Faßmann, gebürtiger Deutscher, übernimmt das Mega-Ressort.

Heinz Faßmann
Heinz Faßmann © (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
 

Heinz Faßmann, seit 2010 Vorsitzender des Expertenrats im Integrationsministerium und seit 2011 Vizerektor der Universität Wien, wird Bildungsminister in der ÖVP-FPÖ-Regierung. Neben der Bildung umfasst das neue Megaressort auch die Zuständigkeiten für die Universitäten sowie für Kindergärten und Elementarpädagogik.

Nach vielen Jahren als Fachmann hat der 62-Jährige offenbar Lust aufs politische Gestalten bekommen. Als VP-Chef Sebastian Kurz mit 24 Jahren das Integrationsstaatssekretariat übernahm, war ihm rasch klar, dass es Expertise von außen brauche. Gelegen kam ihm da Fassmann, weithin anerkannter Migrationsexperte und nur zu gerne bereit, dem jungen Staatssekretär Wissen mit auf den Weg zu geben.

Bis heute gilt er in der Sache als jener Mann, auf den Kurz hört. Längst zum Vorsitzenden des Integrationsbeirats geworden, vermied es Faßmann lange Zeit, allzu politische Aussagen zu tätigen. Vielmehr bemühte er sich, Fakten in den Vordergrund zu schieben. Die Interpretation überließ er meist lieber der Politik - freilich mit Ausreißern. So trat Fassmann dafür ein, Eltern, die Kinder am Schulbesuch hindern, mit Sanktionen zu versehen. Auch warb er dafür, Lehrerinnen das Kopftuch zu verbieten.

Mustergültige Uni-Karriere

Seine Uni-Karriere ist mustergültig. 1996 wurde Faßmann, der auch der Stadtentwicklung einen wissenschaftlichen Schwerpunkt gewidmet hat, zum Professor an der Technischen Universität München. 2000 wechselte er nach Wien, wo er es mittlerweile bis zum Vizerektor der örtlichen Uni gebracht hat, zuständig zunächst für Personalentwicklung und internationale Beziehungen, derzeit für Forschung und Internationales.

Die Professur in Wien war eine Rückkehr in seine Studentenzeit. Denn sein Studium der Geographie und Wirtschafts- und Sozialkunde hat er ebenfalls hier abgeschlossen. Vor seiner Habilitierung war er gut ein Jahrzehnt für die Akademie der Wissenschaften tätig. Sein Lebensschwerpunkt liegt seit vielen Jahren in Perchtoldsdorf vor den Toren Wiens.

Träger des Bruno-Kreisky-Preises

Gerne genommen wird der eloquente Faßmann auch als Gastkommentator in diversen Medien. Preise hat er einige eingestreift, etwa den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch.

Politisch wurde der verheiratete Vater von zwei Kindern eher dem bürgerlichen Lager zugeordnet. Er ist regelmäßiger Kirchgänger, sein Sohn war in der örtlichen Jungen ÖVP Obmann. Dass er dereinst im Ehrenkomitee des FPÖ-Akademikerballs aufgeschienen war, bezeichnete der Professort als "Irrtum". Eines wird Faßmann jedenfalls, der wohl historisch größte Minister. Er misst 2,07 Meter.

Zur Person: Heinz Faßmann, geboren am 13. August 1955 in Düsseldorf, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Doktor der Geographie und Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Abschluss an der Uni Wien). Seit 2000 Professor an der Uni Wien. Seit 2010 Vorsitzender des Expertenrats im Integrationsministerium, seit 2011 Vizerektor der Uni Wien.

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