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H.C. Strache auf Puls 4Die FPÖ hofft noch auf ein Wunder bei der Wahl

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz Christian Strache setzte im Puls 4 Sommergespräch auf die Karte des Herausforderers, ohne dabei so aggressiv zu sein wie früher. Wesentlich ist ihm, in der Regierung zu sitzen, um deren Politik zu verändern. Die Partnerwahl lässt er offen: Entscheidend sei, wer bereit sei, da mitzutun.

Zu Gast bei Corinna Milborn: Heinz-Christian Strache (FPÖ) © Puls4
 

FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache war der zweite Gast bei den Sommergesprächen von Puls 4. Christian Kern „weiß nicht, was er will und mit wem er will“, Sebastian Kurz „ist das längstdienende Regierungsmitglied, er war überall dabei“, und Ulrike Lunacek „ist bald wieder weg“ – so sieht FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache seine Mitbewerber. Die FPÖ stehe jedenfalls für Umsetzung, die anderen für Täuschung und Mogelpackung.“

Eine klare Abgrenzung nahm der FPÖ-Spitzenkandidat zu den Identitären vor: „Wir können Mitgliedern nicht verbieten, bei irgendwelchen Vereinen tätig zu sein, aber wir können klar sagen, dass ein freiheitlicher Funktionär dort nichts verloren hat.“

Unsere Bewertung:

Wir bewerten den Auftritt von H. C. Strache so:
Neuigkeitswert2
Schlagfertigkeit4
Seriosität/Kompetenz3
Rhetorik3
Polit-Sprech 3

 

Strache will Kanzler werden und hofft, „dass das Wunder geschieht“. Er agierte aber insgesamt wesentlich weniger aggressiv als in früheren Jahren. Wesentlich ist für ihn, dass er in der Regierung sitzt, um die Politik der Regierung zu verändern.

Dass Kurz und Kern ihn schon abgehängt hätten, stellte Strache in Abrede. Er gehe davon aus, dass jede der drei Parteien, ÖVP, SPÖ und FPÖ, die Chance habe, aus der Wahl als die Nummer 1 hervorzugehen.

Auffallend: In den inhaltlichen Aussagen zeigte sich Strache nahezu deckungsgleich mit der ÖVP, sowohl was die Migrationspolitik, als auch was die Wirtschaftspolitik betrifft. Er selbst legte sich jedoch demonstrativ nicht fest, ob er persönlich lieber mit Kern oder Kurz reagieren würde. "Wir bestehen auf einer Veränderung in der Regierungsarbeit. Entscheidend ist, wer da, nach einer Wahlniederlage womöglich, bereit ist, mitzutun."

Zitate von H.C. Strache:

Auf die Frage, ob er, der sich ein drittes Kind wünscht bereit wäre, in Väterkarenz zu gehen: "Wenn es möglich ist, gerne. Als Bundeskanzler wird die Karenz schwer sein."

Zu den Sozialleistungen: Für Menschen, die nie ins Sozialsystem eingezahlt haben, darf es keine Gegenleistung geben. Da müssen wir ein Dach über dem Kopf, ein Essen, eine medizinische Verosrgung sicherstellen und ihnen einen Gemeinschaftsdienst abverlangen. Erst wenn man eingezahlt hat, soll auch ein Anspruch aus einer Versicherungsleistung entstehen."

Zu Putin: Er sollte ein Partner Europas sein, die Wirtschaftssanktionen sollten wir beenden, da ist uns eine Milliarde Schaden entstanden. Wir hätten uns da heraushalten sollen."

Zu Orban: "Wir müssen ihm Dank sagen, er hat es geschafft, die Balkanroute zu schließen. Das war Orban, nicht Kurz."

Auf die Frage, ob er Stratosphären-Springer Baumgartner (mit dem er vor kurzem Mittagessen war) für seine Liste anwerben will: "Nein, aber er ist ein lieber Freund geworden, und wir treffen uns hin und wieder privat."

Zum Mindestlohn: "Wir sind für den Mindestlohn, aber es braucht Steuerentlastungen, sonst wird der kleine Friseur oder Lebensmittelhändler wieder einen von seinen wenigen Angestellten kündigen müssen. Die Betriebe müssen endlich wieder Gewinne von ihren Umsätzen haben, sonst funktioniert das nicht."

Auf die Frage, ob er ausschließen könne, dass es in einer Regierung unter ihm nicht zu solchen Korruptionsfällen kommen würde wie in früheren Regierungen mit FP-Beteiligung: "Unter meiner Obmannschaft in der FPÖ hat es solche Vorfälle nicht gegeben."

Und auf die Frage, was den Bruder des Grazer FP-Vizebürgermeisters, einen Kunstpädagoge, für gleich mehrere Aufsichtsratsmandate qualifiziere: Er ist fachlich qualifiziert. Wenn er das nicht wäre, könnte man darüber reden."

 

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Bertl1970
6
8
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HC

Interessant ist dabei,das die (noch) Regierungsparteien sich im Moment nicht deklarieren (wir schliessen niemand aus) aber die FPÖ sollte dies tun.Es ist ja immer das Gleiche -Rot und Schwarz ist gut,auch Grün geht noch-nur wenn es in Richtung Blau geht,bemüht man sofort alle möglichen Negativszenarien.Wirklich toll für dieses Forum....

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Lodengrün
3
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Ja guter @Bertl70

warum sind denn alle auf die FPÖ so schlecht zu sprechen? Selbst die Grünen, die Toleranzpartei schlechthin schüttelt es bei Nennung dieser Partei. Ist das ihre nicht gerade löbliche Vergangenheit, ist es die Parteispitze dieser Tage? Auf alle Fälle, - bevor Sie es auf die bösen Mitbewerber schieben suchen Sie zunächst einmal in der eigenen Hütte.

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UHBP
9
9
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Irgendwie seltsam!

Strache über Kern „weiß nicht, ... mit wem er will.
Er selbst legte sich jedoch demonstrativ nicht fest, ob er persönlich lieber mit Kern oder Kurz reagieren würde.
Wo ist jetzt der Unterschied?

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tannenbaum
12
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Leider hat das Asylunwesen in Ösrerreich und in der gesamten EU dazu geführt, dass solche Typen wie Strache und solche Parteien wie die FPÖ überhaupt so stark wurden. Es ist eigentlich eine Schande für jedes zivilisierte Land, wenn solche Parteien überhaupt die Möglichkeit bekommen, an eine Regierungsbeteiligung zu denken! Bewirken können sie genau überhaupt nichts. Siehe Graz.

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xx99
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Ständiges Dazwischenreden

Ich bin wohl wahrlich kein Fan des Herrn Strache, ganz im Gegenteil!!!! Aber die Art und Weise wie Frau Milborn das Interview geführt hat, hat mir absolut nicht gefallen. Sie hat Fragen formuliert und sie dann sobald die Antwort kam noch weiter ausgeführt nur um zu unterbrechen, was sie ohnehin nach jedem zweiten Wort getan hat... und das nicht um ihren Interviewpartner von langwierigen Geschwafel um den heißen Brei abzuhalten, sondern einfach so und oft als noch kaum ein Satz angefangen war. Vielleicht war es ein Versuch es Herrn Armin Wolf gleichzutun. Der jedoch unterbricht dann wenn es passt bzw. wenn er einen kritischen Kommentar anbringen will. Generell wirkte Milborn mit diesem diesmal fast handzahmen Strache überfordert.

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