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Plagiatsvorwurf

Gutachten fordert Aberkennung von Buchmanns Doktortitel

Plagiatsaffäre: Der steirische Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann muss seinen Doktortitel wohl abgeben, ob es zu einem Rücktritt kommt, ist noch offen.

Christian Buchmann
© Jürgen Fuchs
 

In der Plagiatsaffäre um Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann wird es für die ÖVP jetzt eng. Denn die Hoffnung, dass Buchmann seinen Doktortitel behalten darf, hat sich wohl zerschlagen. Die in der Causa eingeholten Gutachten, die der Kleinen Zeitung vorliegen, sagen klar: Die Universität Graz soll Buchmann den Doktortitel aberkennen.

Zunächst hatte, wie berichtet, der Salzburger Plagiatsjäger Stefan Weber auf 29,6 Prozent der 179 Dissertations-Seiten verdächtige Stellen gefunden. Weber schreibt von „zum Teil massiven Plagiaten aus der bundesdeutschen Literatur“. Dann wurden im Herbst zwei weitere Gutachten erstellt. Sie enthalten überwiegend Belastendes: Die „Gesamtschau“ zeige „eine Fülle formaler Fehler“, und zwar bis hin zur „Übernahme von Textstellen vollkommen ohne Offenlegung der Fremdautorenschaft“. Buchmann habe „weder Gliederung noch Inhalte selbst erarbeitet“. Der zweite Gutachter wird noch deutlicher: Auch bei wohlwollender Auslegung handle es sich um schwere Regelverstöße. „Ich bin daher zur Überzeugung gelangt, dass man die Promotion aberkennen sollte.“

Der Ball liegt bei der Grazer Uni

Der Ball liegt nun bei der Uni: Vizerektor Martin Polaschek muss über die Folgen entscheiden. In der ÖVP rechnet man inzwischen fix damit, dass Buchmann seinen „Doktor“ abgeben muss. Einzige Hoffnung: Man zieht intern alle Register, damit die Aberkennung erst nach der Graz-Wahl am 5. Februar erfolgt. Dann soll Buchmann seinen Rücktritt anbieten, so der Plan. Ob ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer den Rücktritt annimmt, ist noch offen. Immerhin ist der Landesrat politisch erfolgreich und wird weithin geschätzt. Sollte er aber gehen müssen, dürfte Klubobfrau Barbara Eibinger-Miedl – derzeit in Babykarenz – als Landesrätin nachrücken.

Die Gutachten wurden von zwei unabhängigen Gutachtern im Auftrag der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) erstellt. Die OeAWI ist ein 2008 gegründeter Verein, der wissenschaftliches Fehlverhalten untersucht. Vereinsmitglieder sind österreichische Universitäten und außer-universitäre Forschungseinrichtungen.

Kommentare (47)
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Ichweissetwas
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Betrug, und er muss gehen!

Und mit ihm gleich seine schwarzen Parteifreunde, die mitgehalten haben!!!

LuisGolf
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Schade...

...denn er ist ein guter Politiker. Einer, der den Job gelernt und ihn nie für persönliche Vorteile missbraucht hat. Viele Politiker kenne ich nicht, die das von sich sagen können. Was ihm da " passiert " ist, hat zwar nichts mit der Funktion zu tun, aber ich bin mir sicher, er wird die richtige Entscheidung für sich treffen. Und bevor alle über mich herfallen: ich bin kein Politiker sondern Unternehmer!

neverthesame
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Die Frage ist, was zieht?

Eitelkeit oder Rückgrad. Und was denken Sie, das einen guten Politiker auszeichnen sollte...

Hohenwanger
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Ist er hingefallen?

Mit was mit dem Geld, oder mit Gefallen, was sich andere leisten konnten, muß für Buchmann auch möglich sein.
Andere haben auch alles abgeschrieben und waren in der Steirischen Politik.
Schachner, oder war das nur die Matura.

Genervt
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Von "billigen" Doktoraten

hat man auf der Uni ja schon gehört. Ich hab auch mal auf meine Frage, wie der Schachner das geschafft hätte, in jungen Jahren 2 Doktorate zu bekommen, gehört: "Er war damals schon prominent und sein Vater einflussreich."
Naja, wenn der Buchmann trotz gültigem Magistertitel für das Politikeramt nicht mehr geeignet sein sollte, dann prüfen wir doch alle Doktorarbeiten nach, auch von den Sachverständigen in unserem Land.

perplesso
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Ganz einfach

Der Herr (Dr.?) Buchmann soll sich bei seinem bayrischen Parteikollegen Karl-Theodor zu Guttenberg erkundigen, wie man zurücktritt! Guttenberg hat das mit seinem Charakter seinerzeit in einigen Wochen geschafft. Warum sollte ein Herr BUCHMANN das nicht können ?

cleverstmk
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Wird schon werden

kennt wer einen Politiker der in Österreich zurücktritt????
Aber die Partei wird schon bei der E Wirtschaft, Versicherung, Bank etc einen guten Posten haben. und dann schreibt er halt in der Dienstzeit eine neue Arbeit.

MJFQB3QHNO580N1S
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"29,6% verdächtige Stellen", "formale Fehler"

einfach lächerlich nach all den Jahren!
-- Haben wir keine anderen Sorgen?

Kürassier
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Ein Rücktritt ...

... ist wohl alternativlos. Ich frage mich nur, wie lange die ÖVP braucht, um ihn adäquat zu versorgen? Denn vorher wird dieses Kind der Partei, das niemals in seinem Leben etwas anderes war als ein Funktionär, den Sessel nicht räumen.

schadstoffarm
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da er alle Studien

berufsbegleitend absolviert hat ist sein Dienstgeber schuld. Die Landespolitik hätte ihn entweder freistellen oder mehr arbeiten lassen sollen.

marinerjoe
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Ausreden ...

haben auch andere ordentlich gemacht ....

DG1390DPH3TU3SEI
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Ich finde es als Frechheit,

Einen so ehrlichen und guten schwarzen so anzuschwärzen.
Beim cio Hahn wurde die Wahrheit doch auch beiseite geschoben.
Der ist sogar noch mehrere Stufen hinauf gefallen.
Als Politiker ist der buchmann untragbar.
Der schützenhöfer soll nicht warten bis der Abschreiber buchmann von selbst geht,er soll ihm sofort den weisel geben.
Betrüger haben kein Recht als Politiker zu agieren.

BigBang12
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Pech gehabt, zu der Zeit hatte

paste and copy Hochsaison und zwar durchgängig - von den Schüler Referaten in Gymnasien bis hin zu den Diplomarbeiten und Dissertationen. Hat sich halt keiner gedacht, dass man mit software die Abschreiber relativ schnell enttarnen kann.

Sigma
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Eidesstattliche Erklärung

Wenn in der Dissertation "an Eides statt" erklärt wurde, dass die Arbeit selbstständig durchgeführt wurde, dies jedoch nachweislich nicht stimmt, dann werden sich wohl auch die Gerichte mit dem "Meineid" beschäftigen müssen.
Und wäre der Herr Doktor als Nichtakademiker eher nicht Landesrat geworden - sollte er den Anstand besitzen, die jahrelang nicht rechtmäßig bezogenen Gehälter zurückzuzahlen. Und "erfolgreicher und überall geschätzter LR" - man nenne mir einen einzigen Erfolg - wirtschaftlich ist die Steiermark fast das Schlusslicht in Österreich!

UHBP
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@sigma

1) Schon was von Verjährung gehört?
2) Ein Doktortitel ist keine Voraussetzung für ein politisches Amt. Und der Magistertitel wird ihm auch nicht aberkannt, also bleibt er immer noch Akademiker.

BigBang12
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@UHBP

Verjährungsfristen in dieser Angelegenheit werden gerade erst in Deutschland kontrovers diskutiert. "Die Verleihung des Doktorgrades ist ihrer Rechtsnatur nach nichts grundlegend anderes als z.B. die Erteilung einer Baugenehmigung oder einer Fahrerlaubnis - und sie kann ebenso wie diese zurückgenommen werden, wenn sich nachträglich herausstellt, dass ihre Voraussetzungen nicht vorlagen" (Christian von Coelln, academics.at)

UHBP
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@bigbang12

Die Verjährung hat sich auf die eidesstattliche Erklärung - Meineid bezogen.

voit60
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was qualifiziert den Buchmann eigentlich als Wirtschaftsbundobmann?

der hat ja noch nicht einmal einen Würschtelstand als Selbständiger geführt.

pinsel1954
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Der "Beruf" Politiker ist der einzige Beruf.....

..wo man keine bestimmten Fähigkeiten vorlegen muss.
Ich möchte nicht wissen wie viele "Doktoren" es gerade deshalb in der Politik gibt.......

scionescio
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Wenn er nur einen Funken Anstand hätte, wäre er schon längst zurückgetreten ...

... dass er keinen Anstand hat, hat er somit zum wiederholten Male unter Beweis gestellt und ist damit als Politiker disqualifiziert!

Sepp57
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Die meisten Dissertationen

sind eh nur eine Zusammenfassung von 10 anderen Büchern, sind völlig nutzlos und verschwinden nach dem Schreiben auf ewig in irgendeiner Schublade.
Nur dazu da, um den Titel zu kriegen . .

voit60
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da scheint es einer besonders zu wissen,

und war wahrscheinlich nie auf einer Universität.

JL55
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"Die meisten Dissertationen"...

...haben als Vorleistung die Absolvierung des betreffenden Studiums...dh. es müssen alle Prüfungen hierzu erfolgreich absolviert worden sein. So gesehen ist immer noch eine außergewöhnliche Leistung erforderlich, um überhaupt an eine Dissertation denken zu können...!
Und: Mich würde generell interessieren - wie viele der "Doktores" haben sich ihren Titel irgendwo auf der Welt "erkauft", ohne irgendwann eine Uni etc. jemals von innen gesehen zu haben...?

Lodengrün
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@JL55 verteilt Absolution

denn seinem Gedanken folgend laesst das folgenden Schluss zu. Wir verurteilen diesen Moerder nicht denn da draussen laufen noch genuegend herum die nicht gefasst wurden.

JL55
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Lodengrün...

...eine "Schreibtischtat" mit einer "Mordstat" zu vergleichen, da schlägt´s dem Fass wohl den Boden aus...!
...Sie meinten wohl "erteilt" oder ???

tannenbaum
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Könnte mir vorstellen, dass fast alle, die hier eine negative Stellungnahme abgeben, hauptsächlich den Blauen zuzuordnen sind! Die sollten sich einmal anschauen, was der Großteil ihrer Funktonäre für Schulbildung vorzuweisen haben!

 
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