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Kammer gegen Hauptverband

Ärztestreik: Das sind die Fronten

Ärztekammer und Sozialversicherungen machen mobil - das sind die Argumente der Streitenden.

Ärzte-Streik
Ärzte-Streik © taa22 - Fotolia
 

Morgen gibt es den ersten Höhepunkt im Streit um die Gesundheitsreform: In Wien, Kärnten und Burgenland bleiben die Ordinationen geschlossen, auch in allen anderen Bundesländern soll es laut Ärztekammer "Aktionen" geben. Auch medial machen die beiden Fronten mobil: Gestern lud der Hauptverband der Sozialversicherungsträger zu einem Hintergrundgepräch, heute präsentierte die Ärztekammer eine Umfrage, die ihre Position stützen soll. Das sind die Positionen der beiden Seiten.

Es gibt keine Notwendigkeit, ein neues System zu etablieren.  

Artur Wechselberger, Ärztekammer

Die Ärztekammer: "Es war immer unsere Meinung, dass Österreich ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem hat und dass es überhaupt keine Notwendigkeit gibt, ein neues System zu etablieren", wandte sich Kammerchef Artur Wechselberger einmal mehr gegen die geplanten Primärversorgungszentren (PHC). Die Kammer sei gegen ein "staatlich oktroyiertes System" in der Versorgung außerhalb der Spitäler. Wechselberger sieht mit den jüngsten 15a-Vereinbarungen die Ärztevertreter entmachtet, während die Kassen auf Augenhöhe mit Bund und Ländern gehoben wurden. "Wir brauchen die Stimme der Ärztekammer in der Planung, wir brauchen nicht die Dominanz der Sozialversicherungen in diesem Bereich", kritisierte er. 

Was sind Primärversorgungszentren?

Primärversorgungszentren sollen zukünftig helfen,  Patienten außerhalb des Spitals zu versorgen. In diesen Zentren sollen mehrere Ärzte mit Sozialarbeitern, Krankenpflegern, Physiotherapeuten oder anderen Gesundheitsberufen zusammen arbeiten.

Diese Zentren können längere Öffnungszeiten und eine umfassendere Betreuung anbieten. Dadurch soll auch der drohende Ärztemangel im ländlichen Raum abgefangen werden.

Der Hauptverband der Sozialversicherungen: Die Befürchtung der Ärztekammer, dass mit der neuen Primärversorgung das Ende der Einzelordinationen und der Einzug gewinnorientierter Unternehmen in die Zentren drohe, weist der Hauptverband entschieden zurück. Auch die derzeitigen Vertragsstellen und der Stellenplan würden nicht infrage gestellt.

Es gebe zukünftig ein Vertragsvergabeverfahren, in dem sich auch Gruppenpraxen um PHC-Zentren bewerben können. Und Wurzer geht davon aus, dass sich diese gegen Kapitalgesellschaften durchaus durchsetzen können, weil sie bessere Voraussetzungen haben. 

Ärzteprotest gegen Systemänderung: Umfrage unter Patienten

Der Hauptverbands-Manager Bernhard Wurzer betonte, dass Ärzte mit bestehenden Kassenvertrag als erste gefragt werden, ob sie eine Primärversorgungseinrichtung, die auch als Netzwerk organisiert sein kann, übernehmen wollen. Erst wenn diese ablehnen, würden auch andere gefragt.

Ärzte mit bestehenden Kassenvertrag werden als erste gefragt werden, ob sie eine Primärversorgungseinrichtung, übernehmen wollen.  

Bernhard Wurzer, Hauptverband

Die Ärztekammer: Die Kassen seien jene, "die in den letzten 20 Jahren jeden Fortschritt im medizinischen Bereich gebremst haben". Sie hätten kein Interesse an mehr Versorgung im niedergelassenen Bereich.

Zur Unterstützung ihrer Argumente ließ die Kammer eine Umfrage durchführen. Laut Studienautor Peter Hajek (Public Opinion Strategies) haben sich dabei 81 Prozent der 1000 Befragten zufrieden mit dem Gesundheitssystem gezeigt. Bereits 51 Prozent sahen aber eine Entwicklung in die falsche Richtung, nur 34 Prozent das Gegenteil. 69 Prozent sorgten sich wegen zukünftiger Einsparungen und Leistungskürzungen.

Der Hauptverband der Sozialversicherungen: Wenig beeindruckt ist Manager Wurzer von der Drohung der Ärztekammer, als mögliche nächste Eskalationsstufe die Kassenverträge zu kündigen, was Oberösterreich und die Steiermark bereits angekündigt haben. Er verwies darauf, dass eine Kündigung des Gesamtvertrages erst in etwa eineinhalb Jahren wirksam werden würde, weil die Kündigung frühestens im Juli 2017 eingebracht werden könnte und dann die Schiedskommission lange Fristen habe.

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Danke für Ihr Verständnis.

0yow68k6l9wdwt6plstos8wgqrl1sr78
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"Ärzte mit bestehenden Kassenvertrag werden als erste gefragt werden, ob sie eine Primärversorgungseinrichtung, übernehmen wollen. "

So weit - so gut.
Hat einer schon mal daran gedacht, dass man die Bedienungen so ungünstig gestalten könnte, dass die Ärzte dann ablehnen ?

Dann würde unser Herr Direktor Wurzer vor die Presse treten mit den Worten: "Wir im Hauptverband wollten ja die Ärzte einbinden, nur LEIDER haben diese ihre finanziellen Interessen vor den Patienteninteressen gestellt. Aus diesen Grund haben wir eine private Investmentgruppe (Haselsteiner, Hartlauer, Mc Donalds) gebeten ,dieses zu übernehmen."

Ich will mal das übersetzen: "Wir haben billig die Lizenz für ein Primärversorgungseinrichtung an Investoren verschleudert und die sollen sich jetzt das Geld von den Patientn zurückholen"...

Herr Präsident: Ganz klare Antwort von mir: Sagen Sie uns jetzt, welche Bedienungen sie den Ärzten anbieten !!

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cockpit
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Welche Bedienungen wollen sie denn

?

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0yow68k6l9wdwt6plstos8wgqrl1sr78
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cockpit, ich erwarte mir eine Gesetzesvorlage "Orgsnisation der PHC"

darin sollen alle Angelegenheiten vom Bewilligungsverfahen bis zum ev. Entzung desselben gereglt sein.

1. Qualität des Personals, z.b. welche Erfahrungen muss ein Arzt oder Schwester haben
2. Aufgaben ders PHC, z.B. Hausbesuche ja oder nein, wenn ja, muss das ein Arzt machen oder kann das auch eine Schester tun
3. Finanzierung und Gehalt des Personals

Wir reden hier immerhin über die GRÖSSTE Reform im niedergelassenen Bereich seit dem 2. Weltkrieg !!

...da wäre es gut, über ein Gesetz im VORHINEIN zu diskutieren..das Problem dabei: wir haben derzeit nur eine 15a-Vereinbarung und VERSPRECHEN der Politker.

DAS IST ZUWENIG !!!!!!!!!!!!!!!!!

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0yow68k6l9wdwt6plstos8wgqrl1sr78
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Liebe Kollegen im extramuralen Bereich ! LASST EUCH NICHT UNTERKRIEGEN !!

Auch wir im Spitalswesen haben 2014 und 2015 Wirbel gemacht, in Kärnten sogar als erste Ärztegruppe warn-gestreikt - die Bevölkerung hat es auch nicht verstanden und war vor allem anfangs in der Mehrzahl gegen uns.

Heut sind alle zufrieden, denn auch die Politik damals eingehen, dass es so einfach nicht gehen kann - auch in Hinblick auf den Wirtschaftsstandort und Tourismus ist eine gute ärztliche Versorgung essentiell. ....und die Bevölkerung ist sowieso froh, dass wir rund um die Uhr für sie da sind...gerade jetzt wieder in der Weihnachtszeit ist das wieder aktuell.

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0yow68k6l9wdwt6plstos8wgqrl1sr78
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NACHTRAG:Wir Ärzten aus dem ÖFFENTLICHEN Bereich wollen uns hier nicht aufspielen wir sind auch nicht besser als alle anderen, aber wir sind auch nicht schlechter und wollen wie ALLE Österreicher (!) FAIR und ANGEMESSEN behandelt werden.

Grüße aus einem Spital in Kärnten von einem interessierten und besorgten Oberarzt, der sich über die Zukunft des GEMEINSAMEN Gesundheitssystem Gedanken macht !!

P.S. Frohe Weihnachten - feiert schön - EURE Spitalsärzte sind rund um die Uhr im Dienst...
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pkal
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Nachdienst

PHC´s sollen von 7-19 Uhr geöffnet haben?
6 Tage die woche.
Und dann?
Dann kommt der gute alte Hausarzt, den es nicht mehr geben wird.

...............ich bin begeistert..............

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DavidgegenGoliath
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Als Patient, bin ich auf der Seite der Ärzteschaft!

Beschützt uns vor dieser unverschämten Gesundheitsreform!
Danke, im Namen der Patienten!

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docholliday
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Brief aus dem Ministerium

Heute habe ich den Brief der Fr Minister und einiger anderer Unterschreiber bekommen. Beruhigend gemeintes Geschwafel halt und wenn ich mir die Stellungnahmen der Hauptverbandsvertreter ansehe, dann weiß ich wer mich belügt oder es versucht. Damen und Herren des HV , ihr habt die aufgabe die Versorgung der Bevölkerung zu garantieren und nicht die frei Ärzteschaft zu vernichten. Gebt uns ordentliche Verträge und leistungskataloge und es gibt keine Probleme mehr. Oder glaubt ihr wirklich dass sich unsere Mitstreiter im Gesundheitswesen nicht anschauen wie ihr handelt? Falsch und verlogen.und liebe Mitbürger, wischt euch den Sand aus den Augen damit ihr klar seht,wir ärzte und alle versicherten ,wir werden nur mehr als notwendiges Übel einer ausser Rand und Band geratenen Sozialversicherungsbürokratie gesehen.

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horst99
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Eine PHC ist nix anderes

als eine kleines Pseudokrankenhaus wo immer wer kommen kann, und der Staat spart isch die Kosten für eine Krankenhaus weil der die Tarife bestimmen darf.

Das das den leute als gut verkauft wird ist klar.
Nur sollte man bedenken, dass ein Hausarzt als Unternehmer und dTeil der Ortsbevölkerung sehr wohl Interessse hat alle Patienten des Ortes gut zu behandlen.
Angestellte Ärzte von wo auch immer haben wohl kaum Interesse mal kurz gratis einen Hausbesuch zu machen. Verdienen wird vielleicht der Betreiber des PHC, egla ob Arzt oder Pharmakonzern.

Die Ärzte werden das Land verlassen und dorthin gehen wo man noch verdienen kann und wertgeschätzt wird.
Die Mesnchen werden weiterhin hier zum Arzt gehen müssen, dann sinds halt syrischen oder ungarische.

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