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SPÖ präsentierte Ansätze für neues Bildungsprogramm

Ganztägiger, verschränkter Unterricht an einer gemeinsamen Schule für sechs- bis 14-jährige Kinder, keine Ziffernnoten in den ersten Jahren - so sieht die Schule der Zukunft laut einem neuen, derzeit entstehenden Parteiprogramm der SPÖ aus. Der aktuelle Diskussionsstand wurde am Montag in Klagenfurt präsentiert und diskutiert, folgen sollen weitere Termine zu den anderen Themen in ganz Österreich.

 

Nach Abschluss des Diskussionsprozesses - über den Sommer soll es auch eine Mitgliederbefragung geben - ist eine Beschlussfassung auf einem Parteitag im Herbst geplant. Die Debatte zum Bildungskapitel am Montag wurde mit Appellen für mehr Chancengerechtigkeit eröffnet. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sagte, die Ergebnisse bei den Bildungsstandards hätten gezeigt, dass es derzeit nicht egal sei, in welche Familie ein Kind hineingeboren wird. Für Bildungspolitik müsse gelten: "Früher beginnen, später trennen, individuell fördern."

Insgesamt bleibt der Programmentwurf zum Thema Bildung ohne große Überraschungen, viele Ansätze sind bereits bekannt. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hob hervor, dass erstmals ein sehr umfassender Bildungsbegriff, der im Elementarbereich beginne, Anwendung finde. Für das Vorschulalter fordert die SPÖ ein flächendeckendes, ganztägiges Angebot an Kinderkrippen und -gärten sowie eine Angleichung von Elementarpädagogen an andere Pädagogen, was Ausbildung und Entlohnung betrifft. Die wesentlichen Ziele des Kindergartens sind laut Diskussionsstand Persönlichkeitsentwicklung, Sprachförderung sowie eine Überwindung von traditionellen Rollenbildern.

Danach wünscht sich die SPÖ wie schon bisher eine gemeinsame Ganztagsschule der Sechs- bis 14-Jährigen - natürlich kostenfrei. Der Unterricht soll in modernen Schulgebäuden und in regionalen Schulverbänden stattfinden. Hausaufgaben soll es nicht mehr geben, Ziffernnoten durch aussagekräftiges Feedback ergänzt, in der Volksschule durch dieses ersetzt werden. Heinisch-Hosek hatte bei der Umsetzung dieser Forderung zuletzt Abstriche machen müssen. Lehrer sollen laut Programmentwurf von Verwaltungsarbeiten entlastet werden, von Psychologen und Sozialarbeitern unterstützt. Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit sollen auch in der Schule eine wichtige Rolle spielen, ein "Coach" soll Kindern bei der Identitätsfindung helfen.

Auch Sport, Vereine und Freizeit sollen Platz an der Schule haben, welche die Jugendlichen möglichst nicht nach neun Jahren Pflichtschule verlassen sollen. Diese neun Jahre seien oft nicht ausreichend. Heinisch-Hosek sprach sich für eine Ausbildungspflicht bis 18 Jahre aus.

An den Universitäten und Fachhochschulen sollen wissenschaftliche Mitarbeiter mehr Mitsprache erhalten, der wissenschaftliche Nachwuchs gehöre überdies in reguläre Beschäftigungsverhältnisse. Das Lehrangebot soll ausgebaut statt verschult werden. Natürlich fehlt unter den roten Postulaten auch der freie Hochschulzugang nicht. Der Klagenfurter Uni-Rektor Oliver Vitouch meinte, er hätte sich konkretere Antworten zum Thema Zugangsregelung erwartet, so herrsche in manchen Fächern statt des "freien" der "wilde" Zugang. Für die Erwachsenenbildung wünscht sich die SPÖ mindestens eine Woche Weiterbildung pro Jahr für alle Arbeitnehmer bei Entgeltfortzahlung sowie Möglichkeiten zum Nachholen von Schulabschlüssen.

In Sachen Lehre hat die ÖGB-Forderung nach einer "Fachkräftemilliarde" in Form eines Branchenfonds zur Finanzierung der Ausbildung Eingang in den Entwurf gefunden. Die polytechnischen Schulen sollen überarbeitet werden, Berufsorientierung als verpflichtendes schulisches Angebot kommen, um Rolleklischees bei der Berufswahl abzubauen. Die Inhalte betrieblicher Ausbildung gehörten standardisiert und vergleichbar gemacht. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit müsse weiters auch für die Lehre gelten.

Kommentare (3)

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Rote Bildungspolitik nennt man

situationselastische Desasterpolitik Copyright Heinisch-Hosek!

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DSV
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Der RH bemängelt sinnlose Doppelgleisigkeit in der Schulverwaltung! Für zigtausende Wirtschaftsflüchtlinge ist genug Geld da, aber für die Schulen nicht. Vielleicht könnten ja die NGO`s einmal auch die Schulen unterstützen?

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tschele
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Daß die Sozis die "Möglichkeit zum Nachholen von Schulabschlüssen" verlangt

sollte denen doch vor Augen führen, daß ihre Schulpolitik gescheitert ist. Fehlt nur noch, daß das Gendern per Gesetz vorgeschrieben wird und der Steuerzahler für den nachträglichen Schulabschluß zur Kasse gebeten wird.

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