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Todesfall

Reaktionen zu Schilchers Tod: Von Franz Voves bis Peter Pilz

Politiker in Bund und Land, zeigen sich über den unerwarteten Tod von Bernd Schilcher über die Parteiengrenzen hinweg betroffen. Auch Peter Pilz würdigte den Querdenker.

 

Franz Voves, steirischer Landeshauptmann: "Wir wollen es nicht glauben und sind tief betroffen. Das Land Steiermark verliert mit Bernd Schilcher einen der ganz großen intellektuellen, liberalen, kreativen und innovativen Vordenker unseres Landes, den auch gelebte Menschlichkeit und Toleranz ausgezeichnet haben. Es tut weh, dass er nicht mehr jene Bildungsreform erleben durfte, für die er jahrelang mehr als berechtigt gekämpft hat. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner lieben Frau und seiner gesamten Familie".

Hermann Schützenhöfer, Landeshauptmann-Stellvertreter und VP-Landesparteiobmann: "Schilcher war als Intellektueller einer der größten und mutigsten Reformvordenker unseres Landes und somit für uns alle ein Vorbild. Für mich persönlich ein echter Freund." Die politische Landschaft und die Steirische Volkspartei verlieren mit Schilcher einen "echten Liberalen" und "chronisch Reformbegeisterten", der Zeit seines wissenschaftlichen und politischen Lebens ein "programmatisch denkender und kreativer Mensch" gewesen ist. Schilcher war ein gutes Beispiel für das offene Klima der Steiermark und habe etwa führend an der Erarbeitung des ÖVP-Langzeitprogramms "Modell Steiermark" mitgearbeitet. Der seinerzeitige Quereinsteiger und spätere Klubobmann der ÖVP war ein brillanter Redner und erhielt im Landtag ungeteilte Aufmerksamkeit.

Reinhold Mitterlehner, Vizekanzler und VP-Bundesparteiobmann: "Wir verlieren eine große und sehr vielfältige Persönlichkeit. Bernd Schilcher war einer, der nicht immer bequem sein wollte, sondern stets die Zukunft und das Notwendige im Blick hatte." Die Volkspartei tue gut daran, sich an dem "Vor- und Querdenker" auch künftig immer wieder ein Beispiel zu nehmen, "wenn es darum geht zu gestalten und das Notwendige und Richtige anzugehen". 

Gabriele Heinisch-Hosek, Bildungsministerin (SP): "Er war ein mutiger Vordenker, der sich bei seinen bildungspolitischen Visionen nie von Parteigrenzen einengen ließ. Sein analytischer und lösungsorientierter Blick auf bildungspolitische Herausforderungen hat ihn besonders ausgezeichnet. Schilcher setzte sich schon früh für eine ganztägige Schule ein, war ein Befürworter der Gesamtschule und hat maßgeblich am Konzept für die Neue Mittelschule mitgewirkt."

Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen im Nationalrat: "Bernd Schilcher war ein Vorkämpfer für ein schülergerechtes Schulsystem. Er hat sich vehement für die Ganztagsschule und die gemeinsame Schule aller Schülerinnen und Schüler eingesetzt, mit dem Ziel, allen die gleichen Bildungschancen zu gewährleisten. Auf seine Initiative hin etwa wurde die Steiermark zu einem Vorreiter in Sachen Integration. In den letzten Jahren waren wir freundschaftlich verbunden und haben gemeinsam im Rahmen des Bildungsvolksbegehrens für die Weiterentwicklungs des österreichischen Bildungssystem gearbeitet. Sein überraschender Tod hinterlässt ein große Lücke. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen."

Matthias Strolz, Vorsitzender Neos: "Gerade noch vor drei Wochen haben wir mit unserer Initiative "Talente blühen!" das Buch "Die Mündige Schule" präsentiert, in dem Bernd Schilcher gemeinsam mit Hannes Androsch für eine umfassende Schulautonomie wirbt. Sein Esprit, sein kämpferischer Geist, sein sprühender Intellekt waren für mich stets eine große Inspiration. Bildung war für ihn Auftrag und Entfaltung zugleich. Er hat sich nie dem Zynismus hingegeben, er war stets dem Gestalten verpflichtet. Er war beseelt davon, Landebahnen für die Zukunft zu bauen. Und er hat an die Bildungswende von unten geglaubt - daran, dass wir den Pädagoginnen und Pädagogen sowie den Schulen endlich mehr Freiraum und Gestaltungsverantwortung geben müssen."

Brigitte Jank, Bildungssprecherin ÖVP: "Mit Bernd Schilcher verliert Österreich einen über alle Parteigrenzen hinweg anerkannten Bildungspolitiker und Reformer. Viele seiner Ideen sind heute fixer Bestandteil des Bildungswesens. Er wird uns auch in Zukunft als Quer- und Vordenker ein Vorbild sein. Unser Mitgefühl gilt jetzt seiner Familie."

Jochen Pildner-Steinburg, Präsident der Industriellenvereinigung Steiermark: "Mit Bernd Schilcher verlieren die Steiermark und Österreich einen politischen Zukunftsdenker ohne Scheuklappen." Besonders hervorzuheben sei Schilchers mutiges und beharrliches Engagement in Bildungsfragen. "Gerade in diesem Bereich war Bernd Schilcher ein wichtiger Partner der Industrie und ein Vorbild für viele." Die Industrie werde ihn als Menschen in Erinnerung behalten, der Brücken zwischen den ideologischen Lagern geschlagen habe, dabei aber seiner Überzeugung immer treu geblieben sei.

Elisabeth Meixner, Präsidentin des Steirischen Landesschulrates: "Was gibt es Emotionelleres und Schmerzvolleres für uns alle, als von einem geliebten Menschen Abschied nehmen zu müssen. Wir fühlen mit seiner Frau und seiner Familie. Mit Bernd Schilcher ist uns eine kreative, prägende, herausragende bildungspolitische Größe vorausgegangen. Er war ein beherzter Mensch mit hoher sozialer Kompetenz, geformt durch persönliche Schicksalsschläge im familiären Umfeld. Seine Spuren, die sich in uns einprägen werden, sind für viele Wegweiser zu Mut für Gestaltung und Veränderung. Wir sind in Gedanken bei ihm. Er wird uns mit seinem Charme, seinem Wortwitz, seiner feinen Rhetorik und seiner Liebenswürdigkeit sehr fehlen."

Wolfgang Erlitz, Vizepräsident des Steirischen Landesschulrats: "Ich bedaure den Tod von Bernd Schilcher sehr. Er war ein Vordenker bei der Entwicklung der Schule der Zukunft und eine große Stütze in der Diskussion um die gemeinsame Schule und die Ganztagsschule. Seine Sichtweisen, seine Energie und seine Kritik werden der heimischen Bildungslandschaft fehlen. Mein Mitgefühl gilt seiner Familie."

Zahlreich sind auch die Reaktionen auf Twitter. So reagierte etwa  Peter Pilz (Grüne) auf Twitter auf die Würdigung von ÖVP-Chef Mitterlehner mit der Bemerkung: "Die großen klugen Querköpfe wie Schilcher waren mehr als das Salz in der ÖVP-Suppe."

 

Kommentare (1)

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Hopefully
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2
Lesenswert?

aha, die roten würdigen ihn jetzt...... kann mich gut erinnern, wie er dem schrittwieser und der verantwortlichen stadträtin (ebenfalls spö) juristisch einen neuen scheitel gezogen hat, als sie ihn doppelt rechts- und verfassungswidrig zur kasse (regress) bitten wollten...

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