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HAKELZIEHN

SP kämpft um den Raum Graz

Der Raum Graz ist „kriegsentscheidend“ für die SPÖ. Neue Gesichter sollen die Basis verbreitern. Ein Newcomer landete auf Platz 1 in Graz-Umgebung.

Martina Weixler: Organisatorin des Tuntenballs und neues Gesicht der SPÖ © Stuhlhofer
 

So seltsam es auch klingt – das Ergebnis der letztwöchigen Gemeinderatswahl ist für SPÖ-Chef Franz Voves nicht das schlechteste, und das, obwohl die SPÖ mit einem Minus von 5,4 Prozentpunkten die größten Verluste erlitten hat: Selbst die siegessichersten roten Funktionäre müssten jetzt nämlich erkannt haben, dass Platz eins bei der Landtagswahl trotz Parteichef Voves noch längst nicht eingefahren ist. Und vielleicht werden sie erkennen, dass sie im Wahlkampf auch selbst rennen müssen.


Natürlich hat Voves den Landeshauptmannbonus. Und er wird ihn im Wahlkampf sicher auch noch ausspielen. Zweifel, ob das reicht, um alle strukturellen Defizite der SPÖ auszugleichen, sind aber angebracht. Beispiel Obersteiermark, wo die SPÖ bei der Gemeinderatswahl gerade die massivsten Verluste einstecken musste. Der Trend früherer SPÖ-Wähler in Richtung FPÖ hält hier seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten an.


Dazu kommt der für die SPÖ unangenehmste Aspekt: In Graz wurde am vergangenen Sonntag nicht gewählt. Für die Landtagswahl kommen hier also noch einmal rund 190.000 Wahlberechtigte hinzu. Und: Bei der Wahl 2010 verdankte die SPÖ ausschließlich der Landeshauptstadt den Sieg. Hätte Graz damals im gleichen Trend gewählt wie der Rest des Landes, hätte es für Voves keine zweite Periode als Landeshauptmann gegeben. Und wohl auch keine Reformpartnerschaft, aber das nur am Rande.

Kampf um Platz eins

Damals, 2010, schaffte die SPÖ in Graz 31,8 Prozent, die ÖVP 29 und die FPÖ 11,9 Prozent. Schon drei Jahre später, bei der Nationalratswahl, lag die SPÖ bei 18,5 Prozent, die ÖVP bei 17,1 und die FPÖ bei 19,3 Prozent. Klar ist, dass derartige Ergebnisse nicht ganz vergleichbar sind. Aber es gab bisher nicht das geringste Indiz dafür, dass die SPÖ in Graz seither wieder deutlich besser oder gar klar vor der ÖVP liegt. Ist das aber am 31. Mai nicht der Fall, wird es vielleicht doch spannend im Kampf um Platz eins.


Auch in jenen Bezirken, in denen man sich zuweilen alleine gelassen fühlt von Land und Bund, wie etwa in Kapfenberg, wo Bürgermeister Manfred Wegscheider tief enttäuscht ist über die Abkehr der Wähler von seiner (Bürgermeister-)Partei, wurden bei einer Strategiesitzung die Funktionäre vergattert: Die Ausrichtung des Wahlkampfes liege in den Händen der Landespartei. Man müsse unter allen Umständen ein geschlossenes Bild abgeben. Und alle Funktionäre würden bis zum 31. Mai aus voller Kraft für einen Mann rennen: Franz Voves.

Frisches Blut

Gleichzeitig setzt die SPÖ auf Verbreiterung und auf frisches Blut im Landtag: Neue Gesichter, wie Tuntenball-Organisatorin Martina Weixler und Musikverein-Generalsekretär Michael Nemeth in Graz (beide nicht Parteimitglieder) oder die selbstbewusste Jungsozialistin Michaela Grubesa aus Bad Aussee, lassen die Genossen träumen. Den Vogel aber schoss Graz-Umgebung ab: Der Regionalvorstand wählte den Newcomer Oliver Wieser auf Platz eins seines Kandidatenvorschlages.


Wieser hat sich auf das Inserat der SPÖ hin gemeldet und beeindruckte beim Hearing so, dass sich 93 Prozent der etablierten Funktionäre im Vorstand für ihn entschieden. Er ist nicht Parteimitglied und hat keinen für einen Sozialdemokraten „typischen“ Werdegang hinter sich: Er ist FH-Professor und Fachbereichsleiter für Sales Management am Campus 02, studierte selbst am Campus 02 Marketing mit einem Schwerpunkt auf dem Finanzdienstleistungsbereich und absolvierte danach ein Doktoratsstudium (Wirtschaft) an der Karl-Franzens-Universität. Beim Hearing überzeugte er mit seinem Bildungskonzept.


Die Regionalvorsitzende von Graz-Umgebung – Voitsberg, Uschi Lackner, ist stolz auf ihr Team: „Da ist uns wirklich etwas gelungen. Wir haben bewiesen, dass die Öffnung der Partei etwas Tragfähiges ist, dass wir auch bereit sind, Platz zu machen für jemanden, den noch keiner kennt.“
Die endgültige Reihung der Kandidatenliste für Graz und Umgebung fällt in der Wahlkreiskonferenz nach Ostern.

Kommentare (39)

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Sternschnuppe8
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dupiose Förderungen an Fr. Weixler

... na komisch dass Fr. Weixler jetzt für die SPÖ antritt... jetzt kann sie zukünftig gleich das Geld für Ihren LesBiSchw.ule Verein selbst mitnehmen...

Also so unbekannt ist diese Dame dann sichtlich auch nicht bei der SPÖ..

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soccer6
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neue Gesichter im Landtag

...die "neuen Gesichter" werden schön schauen, wenn der Politalltag (geltende Gesetzgebung, Parteilinie...) einkehrt...

Eine spürbare Veränderung im Landtag würde nur die Aufhebung des Parteizwanges bei Abstimmungen bringen. Aber dies wäre ein Angriff auf das veraltetet System und ist generell von den Parteien nicht gewollt. Dann dürften nämglich die Mandatare wirklich ihre persönliche Einstellung und Meinung zu Themen vertreten.

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soccer6
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richtig erkannt...

endlich hat es noch wer erkannt...

...ob in "Kukuruzzpotschn" 15 Wähler von einer Partei zur Anderen wechseln wird den Wahlausgang auf Landesebene mit ziemlicher Sicherheit nicht entscheiden.
Sowohl aber was die Masse der Wählerschaft und dies ist eben in der Stadt Graz wählt.
Auch die Wahlbeteiligung ist für die sogenannten Großparteien wesentlich von Bedeutung.

Für das Land und die Bevölkerung wäre es wünschenswert wenn sich alle gewählten Mandatare nach der Wahl zur Zusammenarbeit entschliessen und sich nicht schon vorhinein bzw. aus Prinzip auf den Gegenstandpunkt stellen.
Populismus, Schauspielerei und Wahlkampf sollte zeitlich wie nur möglich eingeschränkt werden.

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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Am Land tun sie sich leichter, mal ne Einladung zu einem Ausflug mit Kaffeetscherl und das Wählervolk wird so richtig eingekocht.

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soccer6
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Stadt - Land

..die Anzahl der Wählerstimmen macht es aus.
Graz hat mehr Stimmen als die ganze Obersteiermark oder die Weststeiermark usw.zusammen.

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Miraculix11
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@ soccer

Im Wahlkreis 4 (Obersteiermark) sind 285.000 Wahlberechtigte...

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soccer6
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net ganz

Der Wahlkreis 4 ist ein Wahlkreis in der Steiermark, der die politischen Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Leoben, Liezen, Murau und Murtal umfasst. ca. 285.000

Wahlkreis 1 - Graz: 304.667

Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2012 Graz: 209.805
Wahlberechtigte Landtagswahl 2010 Steiermark: 966.900

wie auch immer bei der Landtagswahl ist der Stimmenanteil aus Graz sehr gewichtig...

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Miraculix11
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Deswegen liegst Du ja falsch

Im Wahkreis 1 ist ganz Graz-Umgebung dabei, die Differenz von 209.805 auf 304.667 müsste Dir doch aufgefallen sein.

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soccer6
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jo

- da hast schon Recht...

nur die Ennstaler und die Ausseer fühlen sich nicht als Obersteirer -
darum ist der Wahlkreis 4 nur am Papier die Obersteiermark - grins....

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Miraculix11
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Frag einen aus GU ob er sich als Grazer fühlt

Meinst Du das ist anders?

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soccer6
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GU

jo - da hob i schon so Monche kennenglernt (Kumberger; Zettlinger...) die hobn gsogt sie san Grazer - weil die Dörfer zumeist kaner kennt...

gruss an dich und deine südlichen Gallier...
unser Dorf ist durchaus mit dem vom Asterix vergleichbar und wurde bei der Fusion übersehen und ist somit weiter (un)eigenständig...

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Badfox
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Wegscheider zieht die Steirische SPÖ den Bach hinunter

und alle vor allem der Schrittwieser sieht zu.
Eines aber wird in den Geschichtsbüchern verewigt geschrieben stehen: Ing. Manfred Wegscheider läutete am 22-03-2015 den Beginn vom Ende der SPÖ ein. Grund: Selbstüberschätzung, Arroganz, Gier.

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soccer6
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Wegscheider

...ist für Kapfenberg zuständig und nicht für die Steirische SPÖ...
...und dass in Kapfenberg die Blauen dazugewinnen ist doch zu erwarten gewesen...
...auch das ewige Gezehr mit Bruck hat Stimmen gekostet...
...wie auch die Causa "Bgm. Schwarz"...
...oder Parschlurg usw.

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perplesso
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schön, schön, ....

aber was will die SPÖ mit einer Tuntenball-Organisatorin ? Welchen Politik-Bereich soll sie denn abdecken ?

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Sternschnuppe8
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Förderungen von der SPÖ

... na komisch dass Fr. Weixler jetzt für die SPÖ antritt... jetzt kann sie zukünftig gleich das Geld für Ihren LesBiSchw.ule Verein selbst mitnehmen...

Also so unbekannt ist diese Dame dann sichtlich auch nicht bei der SPÖ.....

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soccer6
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Kriterium

...wenn dies schon ein Kriterium bzw. Referenz ist, wird es richtig lustig...

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Miraculix11
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Ziemlich klar

Sie soll Stimmen von den Grünen zur SPÖ locken

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perplesso
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Ich meinte, welchen Politikbereich sie abdecken soll,....

und nicht welche Kategorie von Wählern sie ansprechen soll. .... das ist ja das Problem mancher Parteien, daß sie über kein Programm mehr verfügen, sondern sich nur um Wählermaximierung bemühen. .... und dann wird's nach den nächsten Wahlen wieder lange und erstaunte Gesichter geben.

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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Ja wenn man Psychiologie studiert hat, hat man schon sehr viel Fachwissen. Insbesondere über die dummen Schafe von einem Wählervolk.

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perplesso
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... und was nützt das für die Weiterentwicklung unseres Landes ?

...

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xGrazer
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Wenn man das Volk belügt,

dann kann man nicht gewinnen!

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strapaz
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Nicht im Sinne vieler Menschen

Die SPÖ wird mit jeder Wahl Stimmen verlieren. Weil sie nicht imstande ist im Sinne der arbeitenden Menschen in den Betriebe Stärke zu zeigen (wie früher) und weil sie nicht imstande ist im Sinne vieler Menschen die Zuwanderungsproblematik in Angriff zu nehmen.

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l24h5hu729ld4jzb85vq3uof1xd4anyw
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Warum sollten sie die Zuwanderung in den Griff kriegen, wenn die ÖsterreicherInnen zu egoistisch sind, einige Kinder pro Familie zu zeugen. Die so gelobten Zuwanderer sind ja die Pensionssicherer der ÖsterreicherInnen, schon vergessen. Kann vorkommen, wenn manche nur ein Kurzzeitgedächtnis haben.

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freisein
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Für die Roten in Graz seh ich blau.....

lach

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Sternschnuppe8
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zum glück

... ist auch gut so :)

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Disdrikt7
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Wegscheider - falsch gedacht

Manfred Wegscheider ist tief enttäuscht über die Abkehr der Wähler von seiner Partei. Nicht von der SPÖ sondern von Wegscheider/Jauck haben sich die Wähler verabschiedet und zwar für immer.

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