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WahlpartysLange Gesichter bei Wahlfeier der SPÖ, FPÖ droht Kurz mit "Gewitter"

ÖVP und Grüne feierten ausgelassen, bei der FPÖ regierte Trotz, die SPÖ hatte sich deutlich mehr erwartet.

EU-WAHL: OeVP ZENTRALE: KURZ
Selfie mit (Noch-)Kanzler Kurz © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Bei ÖVP, Grünen und NEOS war nach der EU-Wahl Party angesagt: Die Kanzlerpartei feierte ihren Wahlsieg in den Arkaden vor der Parteizentrale, die Grünen tanzten im Wiener "Metropol" in Richtung Wiedereinzug in den Nationalrat und in der "Neosphäre" herrschte gute Stimmung. Lange Gesichter dagegen bei der SPÖ. Und die FPÖ drohte Kanzler Sebastian Kurz trotzig mit einem "Gewitter".

Am Nachmittag hatte der Wettergott dem perfekt orchestrierten Wahlabend der Türkisen noch einen Strich durch die Rechnung gemacht, musste der ÖVP-Tross doch unmittelbar vor Verlautbarung der ersten Trendprognose von der Wahlkampfbühne im Freien in die Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse übersiedeln. Dort herrschte dann neben der Feier- auch Saunastimmung. Wurden die Feiernden in den Abendstunden noch mit Leberkässemmeln verköstigt, hieß es dann zum Beginn der Primetime: "Gut, aber aus!" Was der Stimmung unter den Gästen, darunter Spitzenkandidat Othmar Karas sowie die Eltern von Parteichef Kurz und dessen Freundin, aber keinen Abbruch tat.

"Stärkung des Kanzlers"

Auch das Verschwinden der dunklen Regenwolken in den Abendstunden deuteten manche Funktionäre als gutes Omen, hängen doch selbige über dem Parteichef angesichts des am Montag drohenden Misstrauensvotums. Unter den Sympathisanten hatte sich am Abend aber bereits die Meinung durchgesetzt, dass das heutige Votum unbedingt eine Stärkung des Bundeskanzlers bedeute. "Die Opposition kann nur verlieren", erhielt man am häufigsten als Antwort auf entsprechende Fragen.

Ausgelassene Feierstimmung bei den Grünen

Unter den grünen Partygästen dürften viele ihr Kommen vom Wahlergebnis abhängig gemacht haben: War das Metropol bei der ersten Trendprognose noch kaum mehr als vorsichtig gefüllt, herrschte einige Stunden später schon ausgelassene Feierstimmung. Der nach dem Regenguss zunächst leer gefegte Innenhof war am Abend randvoll mit Biertischen gefüllt, während auf der Tanzfläche die ersten Freudentänze vollführt wurden. Das überraschend zweistellige Ergebnis sorgte unter den Grünen ebenso für Gesprächsstoff wie die gestärkten Aussichten auf einen Wiedereinzug ins Parlament bei der Nationalratswahl im Herbst.

Eine lange grüne Nacht

Erst zu späterer Stunde wurde die Rückkehr des als Spitzenkandidat und Bundessprecher stark gefragten Werner Kogler erwartet. Er hatte bei seinem ersten Auftritt die Devise ausgegeben, über die sozialen Medien dafür zu sorgen, dass die Party um Mitternacht voll und die "Rückkehr zu den Grünen" auch im Metropol manifest geworden sei. Seinem Wunsch wurde offenbar entsprochen, die Zeichen standen auf eine lange Nacht.

SPÖ hat sich mehr erwartet

Die SPÖ dürfte sich vom Wahlabend dagegen deutlich mehr erwartet haben. Darauf deutete jedenfalls die Dimension der After-Wahl-Party hin. Im Zelt vor der Parteizentrale in der Löwelstraße traten mehre Livebands auf. An Essen und Getränken mangelte es nicht, auch mehrere hundert Sympathisanten waren gekommen, allein - es fehlte an Stimmung. Zu sehen waren vorwiegend lange Gesichter. Entsprechend ernüchtert wurde das Wahlergebnis von einem jungen SPÖ-Mitglied gegenüber der APA kommentiert: "Schlecht, aber es wundert mich nicht."

Trotz regierte FPÖ-Party

Trotz regierte die mäßig besuchte FPÖ-Wahlparty in einem Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt. Diese Stimmung verstärkte sich, als Spitzenkandidat Harald Vilimsky gegen 21.30 Uhr ankam. Auch er kündigte eine große Wähler-Rückholaktion an und wetterte gegen Bundeskanzler Kurz, der sich das Vertrauen der Wähler erschlichen habe: "Andere Leute haben jetzt mehr Sonne, aber auch die wird das Gewitter treffen."

Dennoch zeigte die FPÖ-Wahlfeier schon früh erste Auflösungserscheinungen. Mit Ländervertretern wie Udo Landbauer aus Niederösterreich und Marlene Svazek aus Salzburg war auch ein wenig Parteiprominenz präsent. Im Mittelpunkt vieler Gespräche stand der Misstrauensantrag gegen den Kanzler. Die meisten FPÖ-Funktionäre zeigten keinen Zweifel, dass sie diesem zustimmen wollen.

Neos: Dosenbier und Sekt

Die NEOS haben den Ausgang der EU-Wahl mit Dosenbier und Sekt in ihrer Wahlzentrale in Wien-Neubau begossen. Partystimmung und dichtes Gedränge herrschte wegen der lauen Temperaturen vor allem auf der angeschlossenen Dachterrasse. Als Spitzenkandidatin Claudia Gamon am Abend zu ihren Anhängern stieß, wurde sie mit lautem Jubel, Applaus und "Claudia, Claudia"-Rufen empfangen. "Wir werden diesen Schwung mitnehmen", zeigte sie sich bereits zuversichtlich für den nächsten Wahlkampf. Geplant war, die Feier am späteren Abend dann noch ins nahegelegene Szenelokal Wirr zu verlegen.

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