Das Wiener Palais Schwarzenberg ist eine Großbaustelle. Man kann es hören. Im Innenhof parkt sein Maserati mit tschechischer Nummerntafel. Neben dem schmalen Aufzug, der vom eingerüsteten Innenhof direkt in die Wohnung führt, lehnt in einer Nische der zusammengeklappte Rollstuhl. Auf dem Tisch Silberbesteck, Tabletten, Gewürze und steirisches Kernöl, daneben eine Palette heimischer Tageszeitungen. Am nächsten Morgen muss der Pendler wieder nach Prag, ein „politisches Essen“. Der Gastgeber hat keine Freude, als der Fotograf den Joghurtbecher mit den Himbeeren aus dem Blickfeld rückt. „Was machen Sie?“ Karl Schwarzenberg entschuldigt sich für die nachlassende Hör- und Sehkraft. Er vermisse die Jagd und den Wald. Am Abend ist er zu Gast bei den Neos. Dass eine liberale Kraft jemals eine beständige Kraft im Parteienspektrum des Landes sein könne, habe er nicht für möglich gehalten, „dann noch eher eine Bananenplantage in Murau“. Dass er das familieneigene Schloss in der Obersteiermark nicht mehr bewohnen könne, der vielen Stiegen wegen, kränkt ihn. Das habe man am Ende von den Schlössern. Ironie und Wachheit – beides schimmert in der Begegnung ungebrochen durch.