Einen Monat und einen Tag war es her, dass Robert Golob mit seiner Partei Gibanje Svoboda (Freiheitsbewegung) die Parlamentswahlen in Slowenien gewann – und zwar haushoch. Der Quereinsteiger, der sich erst in den Wochen zuvor eine eigene Liste mit grün-liberalem Image maßgeschneidert hatte, schaffte es am Wahltag Ende April, die Stimmen des Mitte-Links-Lagers auf sich zu vereinen. Die Kernaussage des Wahlkampfs lautete: Janez Jansa muss weg. Dafür akzeptierten einzelne Kleinparteien sogar ihren eigenen Untergang – wobei offenbar Kalkül dahinter steckte, wie sich nun offen zeigt. Aber dazu später mehr.
Seit Ende April wartete man eigentlich nur darauf, wann Golob formal Jansa als Premierminister ablösen würde. Am Mittwoch schließlich war es so weit. Nach einer mehrstündigen und heftig geführten Debatte wurde er mit 54 von 90 Abgeordnetenstimmen im Parlament gewählt. Unmittelbar darauf legte er den Amtseid ab.