NeukaledonienEin "Ja" für Frankreich – doch die indigene Bevölkerung boykottierte die Abstimmung

Mit Chinas Aufstieg nimmt die Pazifikregion eine strategisch wichtige Rolle ein. Frankreich hat deswegen großes Interesse, sein französisches Überseeterritorium Neukaledonien nicht zu verlieren. Ein drittes und voraussichtlich letztes Referendum am Sonntag sicherte den Franzosen nun ihr Standbein im Pazifik mit überwältigender Mehrheit. Doch die indigene Bevölkerung boykottierte die Wahl.

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nsgesamt sollen laut der französischen Botschaft in Neukaledonien bis 17 Uhr nur etwa 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. © AFP
 

Als um 7 Uhr morgens die Wahllokale in Neukaledonien öffneten, standen die Zeichen bereits auf Sturm –  in jeder Hinsicht. Tatsächlich braute sich über den paradiesischen Inseln, die 20.000 Kilometer von Paris und 1500 Kilometer östlich von Australien im Pazifik liegen, ein tropisches Sturmtief zusammen. Doch noch deutlich heftiger war die Verärgerung der Kanaken. Letzteres ist der Name der indigenen Bevölkerung Neukaledoniens, die traditionell eher für die Unabhängigkeit vom Mutterland Frankreich ist, während der französisch-stämmige Teil meist dagegen ist. Im ersten Referendum 2018 stimmten noch 57 Prozent der Wahlberechtigten für den Verbleib bei Frankreich, zwei Jahre später – beim zweiten Referendum – rutschte diese Zahl jedoch bereits auf 53 Prozent ab.

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