WeißrusslandMigranten beharren weiter auf Öffnung der EU-Grenze

Etwa 2.000 Personen lehnen Rückreisen in ihre Heimatländer ab.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Migranten in der Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi
Migranten in der Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi © AFP
 

Auch nach rund zwei Wochen an der Grenze zu Polen beharren in Belarus Tausende Migranten auf einer Öffnung zur EU. Sie wollten bleiben, bis die EU sie reinlasse, sagten zahlreiche Iraker und Syrer einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur in der Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi. Der Grenzpunkt dort ist mit Betonbarrieren und Stacheldraht geschlossen.

Vor der Notunterkunft setzten Helfer auch am Samstag die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe fort. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Der Zivilschutz verstärkte zudem den Brandschutz.

Die Menschen würden alles Notwendige bekommen, sagte der Generalsekretär des belarussischen Roten Kreuzes, Dmitri Schewzow, der dpa vor dem umfunktionierten Logistikzentrum. Dort übernachteten nach Schätzungen etwa 2.000 Menschen, die eine Rückreise in ihre Heimat ablehnen und nach Deutschland, Belgien und in andere EU-Staaten wollen. Sie werden von bewaffneten Uniformierten bewacht und können das Gelände nicht verlassen.

Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas

Belarussische Ermittler setzten zudem Befragungen von Migranten fort, die am vergangenen Dienstag bei einem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas von polnischer Seite verletzt worden waren. Auch Kinder waren getroffen worden. Die Menschen wurden mit Hilfe von Dolmetschern vernommen. Das Ermittlungskomitee in Belarus spricht von inzwischen 100 Betroffenen.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko verglich die polnischen Sicherheitskräfte im Interview der BBC mit "Faschisten". Sie hätten durch den Einsatz der Wasserwerfer und des Tränengases auch die belarussische Staatsgrenze verletzt, sagte er. Dabei seien Chemikalien eingesetzt worden, mit denen sonst "Kakerlaken" vernichtet würden, behauptete Lukaschenko.

Die Europäische Union beschuldigt Lukaschenko, den sie nicht mehr als Präsidenten anerkennt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuüben. Die Menschen aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan sind über touristische Visa in Belarus eingereist.

Kommentare (12)
mahue
0
2
Lesenswert?

Manfred Hütter: Zusatz zu meinem ersten Kommentar vor einer Stunde

Touristen aus manchen Drittländern der Welt (Risikoländern) müssen bei den österreichischen Botschaften bei der Antragstellung auf ein Touristenvisum auch zusätzlich eine Flugbuchung mit Einreisedatum und Rückflugdatum nachweisen. Sonst wird keines erteilt. Die Liste der Länder
kann man unter den Homepages Help.gv.at nachlesen, bzw. zuständigen Ministerium unter "Aufenthalt in Österreich".

mahue
0
4
Lesenswert?

Manfred Hütter: Zusatz Ratschläge an die armen verführten Flüchtlingelaut mancher Kommentare

Ich habe nur erklärt , welche Nachweise bei der "legalen Einreise" nach Österreich notwendig, weil meine Frau geboren in einem karibischen Drittland ist seit 2006 in Österreich und schon österreichische Staatsbürgerin und 2 Jahre nach der Geburt unseres Sohnes 2008 in Vollbeschäftigung in einem großen REHA-Zentrum. Bei Einladung ihrer Eltern nach Österreich uns zu besuchen, waren alle diese Nachweise notwendig.
Den von Putin und Lukaschenko getäuschten Flüchtlingen, brauchen wir absolut keine Ratschläge erteilen, weil sie unsere Kommentare nicht lesen können. Persönlich tun mir diese Leute leid, aber noch mehr jene in Südeuropa und der Türkei. Aber sie nach Europa in die EU holen, da bin ich auch dagegen.

future4you
1
19
Lesenswert?

„Ja wo kommen wir denn da hin?

Die EU hat gefälligst die Grenzen zu öffnen für uns Wirtschaftsflüchtlinge. Der Diktator von Putins Gnaden, Lukaschenko hat uns das doch versprochen.“
Eine Frage: Wieso bleibt Ihr nicht bei Onkel Luka oder geht zu seinem Patenonkel Putin, wenn die EU so unmenschlich ist und die Grenzen dicht lässt?

pescador
0
30
Lesenswert?

Warum

bleiben diese Menschen nicht in Weißrussland? Sie befinden sich ja in einem sicheren Land.

ralfg
0
18
Lesenswert?

.

Ich wusste nicht, das aussitzen die Regeln des Rechtstaates aufhebt. Außerdem wieder tolle Fotos mit Frauen und Kindern. Auf den Videos von den Grenzen sind die fast gar nicht zu sehen. Man sucht sich die passenden Ausschnitte heraus um auf die Tränendrüse zu drücken.

mahue
0
6
Lesenswert?

Manfred Hütter: Touristenvisum für Migranten

Von den demokratischen Ländern bekommen sie ohnehin kein Touristenvisum in den ausländischen Botschaften im eigenen Land, weil man Ziel, Dauer und Zeck der Reise und gesicherten Aufenthalt (z.B. Verwandtenbesuch, Geschäftsreise und gesicherte Unterkunft) im Gastland angeben muss, zusätzlich muss man eine Reiseversicherung abschließen.
Wäre dies bei z.B. Deutschen, österreichischen, schwedischen, britischen etc. möglich gewesen wären sie in Berlin, Wien, Stockholm, London angekommen und nicht in Minsk Belarus und jetzt an der polnischen geschlossenen Grenze.

Eagle67
1
51
Lesenswert?

Beharrt, solange ihr wollt...

... aber keinen Fuß auf EU-Boden! Danke Polen!

deCamps
0
31
Lesenswert?

Lukaschenko musste sich eingestehen. Es war einfach kontraproduktiv.

.
Es war ein Misserfolg. Die Blockader der Pipeline ist daneben gegangen. Putin hätte ihm gezeigt, wo Gott wohnt. Die drei Grenzstaaten haben blitzschnell die Grenzen hochgezogen und den tausendfachen Zustrom erfolgreich abgewehrt. Gleichzeitig hat die EU an den Sanktionen weitergedreht. Ein Schuss ins eigene Knie.

kritik53
4
60
Lesenswert?

Selbst schuld

Keiner hat die sogenannten Migranten eingeladen. Woher pochen sie auf ein Recht, einreisen zu dürfen. Gerade die Menschen, die sich jetzt über die europäischen Gesetze hinwegsetzen wollen, sind dann nach der Einreise die zukünftigen Kriminellen, von denen wir eh schon genug haben.

logon 1
2
71
Lesenswert?

Niemand hat das Recht,die Grenzen ..

..eines Staates zu überschreiten,wenn dieser es nicht will.
Das Volk ist Besitzer des Staatsgebietes und entscheidet,wer kommen darf und wer nicht.
So einfach ist das.

deCamps
1
22
Lesenswert?

Mehr ist aus meiner Sicht und nach meiner Meinung. dazu nicht zu sagen.

.
Diese Menschen haben sich einerseits von Belarus missbrauchen lassen und wollen trotz Gewaltanwendungen über die Grenzen in ein neues Heimatland kommen. Und jetzt verweigern sie die Rückreise in ihr altes noch bestehendes Heimatland.
.
Es zeigt klar und ohne Wenn und Aber aus welchen Gesichtspunkt die generelle gesamte humanitäre Hilfe in der Asylpolitik zu sehen ist. Verständlich, einerseits das die EU und ihre Mitgliedsländer nicht einfach größtenteils für Gewalttäter und ihrem Anhang die Grenzen öffnen können. Andererseits ist es geboten hier auf die „Nachahmung“ zu achten.
.
Hier wurde von den Flüchtlingen und Belarus "alles oder nichts" gespielt. Was sichtbar daneben gegangen ist. Da die Flüchtlinge wieder nach Hause können, gibt es hier nicht zu diskutieren. Und hat wieder gezeigt das Belarus vermutlich vorsätzlich die Situation herbeigeführt hat.
.
>>> Vor der Notunterkunft setzten Helfer auch am Samstag die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe fort. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Der Zivilschutz verstärkte zudem den Brandschutz. <<<

Vor der Notunterkunft setzten Helfer auch am Samstag die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe fort. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Der Zivilschutz verstärkte zudem den Brandschutz.

deCamps
1
33
Lesenswert?

Leere Kilometer. Bedeutungs- und wertlos.

Belarussische Ermittler setzten zudem Befragungen von Migranten fort, die am vergangenen Dienstag bei einem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas von polnischer Seite verletzt worden waren. Auch Kinder waren getroffen worden. Die Menschen wurden mit Hilfe von Dolmetschern vernommen. Das Ermittlungskomitee in Belarus spricht von inzwischen 100 Betroffenen.
.
Es ist das menschlicher, aber auch internationale Recht, dass Menschen ihre Gesellschaften bzw. Länder ihre Außengrenzen schützen.