Drohnen-Angriff in KabulWeiterer US-Vergeltungsschlag gegen den IS

Während die militant-islamistischen Taliban mehreren Ländern versicherten, dass ihre Staatsbürger und Ortskräfte aus dem Land ausreisen dürfen, gelang den USA ein weiterer Schlag gegen den afghanischen IS-Ableger IS-K.

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© (c) AP (Cpl. Davis Harris)
 

Unmittelbar vor dem Ende des US-Einsatzes in Kabul arbeiten die Alliierten fieberhaft an der Evakuierung weiterer Landsleute und gefährdeter Personen. Die USA flogen am Sonntag einen zweiten Vergeltungsschlag gegen die Extremistenorganisation Islamischer Staat. Unterdessen haben die militant-islamistischen Taliban mehreren Ländern versichert, dass ihre Staatsbürger und Ortskräfte aus dem Land ausreisen dürfen.

"Wir wollen garantieren, dass jeder ausländische Zivilist, und jene, die sich in Gefahr befinden, heute evakuiert werden", sagte ein am Flughafen stationierter Vertreter westlicher Sicherheitskräfte am Sonntag. "Wenn das abgeschlossen ist, werden die Truppen ausgeflogen." Den Angaben der westlichen Sicherheitsperson zufolge befanden sich am Sonntag noch mehr als 1000 Menschen am Flughafen, die auf ihre Ausreise hofften.

Regierungsvertreter in Washington erklärten, Ziel eines US-Drohnen-Angriffs in Kabul sei ein Auto gewesen, mit dem möglicherweise ein Selbstmordanschlag am Flughafen verübt werden sollte, sagten. Der Schlag habe dem afghanischen IS-Ableger IS-K gegolten. Augenzeugen berichteten von einer Explosion nahe des Flughafens. Im Fernsehen war eine Rauchsäule zu sehen. Angaben über Opfer wurden zunächst nicht gemacht. Der IS-K hatte sich zu dem Anschlag am Donnerstag bekannt, bei dem am Flughafen Kabul bis zu 170 Menschen getötet wurden, darunter 13 US-Soldaten.

Ein Sprecher der Taliban sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Extremisten seien zur Übernahme des Flughafens bereit: "Wir warten auf das abschließende Kopfnicken der Amerikaner." Nach seinen Angaben verfügen die Taliban über ein Expertenteam, das die Flughafen-Technik beherrsche. Bis Dienstag sollen alle US-Streitkräfte vom Flughafen abgezogen sein - rund 20 Jahre, nachdem die US-Armee die Taliban von der Macht vertrieben hatte, weil sie die Drahtzieher der Angriffe auf die USA vom 11. September 2001 schützten. Am Samstag waren noch weniger als 4000 US-Soldaten am Flughafen. Die letzte Phase des Einsatzes gilt als die gefährlichste. Insgesamt wurden in den vergangenen zwei Wochen 114.400 Menschen ausgeflogen, die meisten davon von den USA.

Man habe von den Taliban Zusicherungen erhalten, dass "alle ausländischen Staatsangehörigen und alle afghanischen Staatsbürger mit einer Reisegenehmigung aus unseren Ländern sicher und geordnet zu Abflugorten sowie aus dem Land reisen dürfen", hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von mehr als 20 Ländern. Man werde bestimmten Afghanen weiterhin Reisedokumente ausstellen, und man habe die klare Erwartung und Zusage der Taliban, dass diese in die jeweiligen Länder reisen könnten, heißt es in der Erklärung weiter. Man nehme zudem die öffentlichen Erklärungen der Taliban zur Kenntnis, die dieses Verständnis bestätigten.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten mehrere hochrangige Taliban-Mitglieder öffentlich versichert, dass Afghanen weiterhin über legale Wege aus dem Land ausreisen könnten.

Kommentare (4)
4773iglk
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Unvorstellbar!

Welche Wixer hier am Werken sind!

Umwelt
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Der Feind meines Feindes...

Schon eigenartig und wirft auf die Amerikaner ein schiefes Licht. Unter dem Motto : Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Zuerst gegen die Taliban kämpfen und dann gemeinsam gegen den IS. Ich war eigentlich immer Meinung, den Amerikanern geht es vorrangig um den Kampf gegen den IS.

Lodengrün
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Der Hit

ist aber das man mit den Taliban den Rückzug verhandelt hat obwohl es eine legitimierte Regierung gegeben hat.

Balrog206
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Naja

Diese Regierung hat auch gleich bewiesen das sie mit ihrer Armee fürn so genannten Hugo ist ! Da wäre verhandeln Zeitverschwendung !