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Monatelanges GezerreNach Brexit: Briten wollen Freihandelszone mit der EU

Den Warenverkehr soll ein "gemeinsames Regelbuch" regeln, Kapital, Arbeitskräfte und Dienstleistungen sollen aber beschränkt werden. Damit wollen die Briten die ungehinderte Einreise von EU-Bürgern stoppen.

© AP
 

Nach monatelangem Gezerre hat sich die britische Regierung am Freitag auf einen neuen Plan für die künftige Beziehung zur EU nach dem Brexit geeinigt. Sie strebt nun eine "Freihandelszone" mit der EU an. Auf diese "gemeinsame Position" einigte sich das Kabinett auf einer Klausursitzung, wie Premierministerin Theresa May bekannt gab.

Mit der Sitzung auf dem Landsitz Cheequers hatte die Regierung ihren heftigen internen Streit über die künftige Ausgestaltung der Handelsbeziehungen mit Europa beilegen wollen. Teilweise nimmt die Regierung in London damit Abschied von ihrem harten Brexit-Kurs. Dennoch dürfte der Plan in Brüssel auf Skepsis stoßen.

Streitereien

Das Kabinett in London streitet seit Monaten darüber, wie die Modalitäten bei der Scheidung Großbritanniens von der Europäischen Union aussehen sollen. Die Uneinigkeit der Regierung lähmt auch die Brexit-Verhandlungen in Brüssel. Dabei drängt die Zeit: Großbritannien wird sich am 29. März 2019 von der EU trennen.

"Gemeinsames Regelbuch"

Großbritannien will demnach hinsichtlich des Warenverkehrs auch nach dem Austritt aus der EU weiterhin eng an den europäischen Binnenmarkt gebunden bleiben. Damit soll verhindert werden, dass der grenzüberschreitende Handel und Lieferketten zwischen Großbritannien und dem Kontinent beeinträchtigt werden. Sichergestellt werden soll das durch ein "gemeinsames Regelbuch", in dem London EU-Vorschriften und Produktstandards übernimmt.

Ungehinderte Einreise stoppen

Die anderen drei Freiheiten - Kapital, Arbeitskräfte und Dienstleistungen - sollen aber Beschränkungen unterworfen werden. Damit wollen die Briten die ungehinderte Einreise von EU-Bürgern stoppen und im wichtigen Dienstleistungssektor eigene Wege gehen. Sie nehmen dabei in Kauf, dass Banken und Versicherungen keinen uneingeschränkten Zugang mehr zum EU-Binnenmarkt haben. Fraglich ist, ob Brüssel sich auf einen solchen Handel einlässt. Bisher hat sich die EU auf den Standpunkt gestellt, dass die vier Freiheiten des Binnenmarkts nicht einzeln verhandelbar sind.

May wackelt

Theresa Mays Posten wackelt - und nicht zum ersten Mal. Sie regiert mit hauchdünner Mehrheit und ist damit von mehreren Seiten angreifbar. Immer wieder wird May von Brexiteers wie Außenminister Boris Johnson und Brexit-Minister David Davis attackiert. Zu den EU-freundlichen Mitgliedern ihres Kabinetts gehört etwa Schatzkanzler Philip Hammond.

Austritt aus Zollunion

Aus der Europäischen Zollunion will London weiterhin austreten, damit das Land eigene Handelsabkommen mit Drittstaaten wie den USA und China schließen kann. Um trotzdem Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland zu vermeiden, wollen die Briten für Importe aus Drittländern zwei verschiedene Zollsätze erheben: einen für Waren, die für den europäischen Markt bestimmt sind, und einen anderen für Güter, die in Großbritannien verkauft werden sollen. Auch das dürfte in Brüssel auf Skepsis stoßen.

Heftiger interner Streit

May hatte die Ministerrunde auf ihrem Landsitz Chequers versammelt, um den heftigen internen Streit über die künftige Ausgestaltung der Handelsbeziehungen mit Europa beizulegen. Widerstand gegen die Premierministerin kam vor allem von Brexit-Hardlinern, die auf einen klaren Bruch mit der EU setzen und wenig von Mays Plan zu einer Anpassung an europäische Regeln zum Handel hielten.

May betonte am Freitagabend, dass sich das Kabinett hinter ihre Position gestellt habe: "In ausführlichen Diskussionen hat das Kabinett heute unserer gemeinsamen Position für die Verhandlungen mit der EU zugestimmt", erklärte sie.

Die Zerstrittenheit der britischen Regierung hatte die Verhandlungen mit Brüssel zunehmend belastet. Die EU-Seite klagte zuletzt, dass Großbritannien neun Monate vor dem Brexit immer noch kein klares Verhandlungsziel vorgelegt habe.

Kommentare (1)
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CuiBono
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2
Lesenswert?

Schön angedacht

Es ist nicht überraschend, dass die jahrzehntelange Rosinenpickerei der seltsamen ex-Kolonialisten von der Insel weiter gehen soll.
Alle Rechte, keine Pflichten.

Wo ist der Wirt, mit dem diese Rechnung gemacht werden soll?

ICH meine:
Brexit = Exit, ohne Wenn und Aber!

Schleicht's Euch endlich und werdet glücklich auf dem Island.