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16 Staaten bei Mini-GipfelTusk schlägt Sammellager für gerettete Flüchtlinge vor

EU-Ratspräsident Donald Tusk war heute zu Besuch bei Kanzler Kurz in Wien. Tusk hatte Teile der Kurz-Offensive aufgegriffen und sich für Sammellager außerhalb Europas ausgesprochen. Das Weiterreisen von Flüchtlingen soll verhindert werden. Frankreich warnt vor Zerfall Europas.

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AUSTRIA-EU-DIPLOMACY
Schon im Februar weilte Tusk bei Kurz im Kanzleramt, um die österreichische Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018 vorzubereiten © APA/AFP/JOE KLAMAR
 

Beim Asyltreffen am Wochenende in Brüssel könnten sich mehrere betroffene EU-Staaten auf Mechanismen zur Rücknahme von Migranten verständigen. "Wir werden einen flexiblen, gemeinsamen Rücknahmemechanismus nahe an den Binnengrenzen einrichten", heißt es im Entwurf einer Erklärung für das Treffen, über den die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte.

Gastgeber des Treffens am kommenden Sonntag wird EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sein, der den "offenen Charakter" der Zusammenkunft betonte. 16 EU-Staaten nehmen nach derzeitigem Stand an dem Mini-Gipfel zur Migration am Sonntag in Brüssel teil. Ein EU-Kommissionssprecher sagte am Freitag, zusätzlich zu den acht ursprünglich vorgesehenen Staaten hätten auch Belgien, die Niederlande, Kroatien, Slowenien, Dänemark , Finnland, Schweden und Luxemburg ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet.

Die zerstrittenen Lager im europäischen Flüchtlingskonflikt

Der Streit um die Flüchtlingspolitik droht nicht nur CDU und CSU zu spalten, sondern auch Europa. Während die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auf europäische Vereinbarungen setzt, sehen ihre Kontrahenten in Härte und Abschottung die Lösung. Die wichtigsten Akteure des Konflikts kommen aus Berlin, Paris und Brüssel auf der einen Seite, sowie aus München, Wien und Rom auf der Gegenseite.

HORST SEEHOFER UND DIE CSU

Der deutsche Innenminister hat ein Maßnahmenpaket zur Migration erarbeitet, die Zurückweisung bestimmter Flüchtlinge an der Grenze ist ein Teil davon. Der CSU-Vorsitzende begründet dies mit der Sicherheit in Deutschland und der Stimmung in der Bevölkerung. Um seine harte Linie durchzusetzen, scheint er sogar zum Bruch mit der CDU bereit, mit einem Zerfall der Regierungskoalition als Folge. Kritiker werfen Seehofer vor, allein einen Erfolg der CSU bei den bayerischen Landtagswahlen im Herbst im Blick zu haben. Doch in der CDU wird auch vermutet, dass Seehofer eigentlich Merkels Sturz zum Ziel hat.

ANGELA MERKEL

Die duetsche Kanzlerin ist die Getriebene in dem Konflikt. Unter dem Druck der CSU hat sie zugesagt, bis Monatsende über bilaterale Abkommen zu Zurückweisungen zu verhandeln - obwohl sie solche Maßnahmen eigentlich ablehnt. Nun will sie wenigstens eine europäische Lösung dazu hinbekommen. Doch in Europa schlägt ihr überwiegend Ablehnung entgegen, ihre wichtigsten Verbündeten sind Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Was immer Merkel erreicht, der Konflikt hat sie bereits jetzt als Kanzlerin und CDU-Vorsitzende gefährlich geschwächt.

EMMANUEL MACRON

Der französische Präsident warnt vor einer anti-europäischen Stimmung, die sich "wie die Lepra fast überall in Europa breitmacht". Er spricht sich gegen Nationalismus und geschlossene Grenzen aus und wirbt zusammen mit Kanzlerin Merkel für gemeinsame EU-Asylstandards und mehr Solidarität bei der Verteilung von Flüchtlingen. Kritiker auch in seiner eigenen Partei werfen Macron Doppelmoral vor: Denn Frankreich weist an der Grenze zu Italien systematisch Flüchtlinge ab.

ITALIENS REGIERUNG MIT INNENMINISTER MATTEO SALVINI

Unter der neuen Populisten-Regierung geht Rom auf Konfrontationskurs zu Merkel. Treibende Kraft ist Innenminister Matteo Salvini, Chef der fremdenfeindlichen Lega. Er weigert sich, bereits in Italien registrierte Asylbewerber wieder zurückzunehmen: "Wir können keinen Einzigen mehr aufnehmen." Damit droht er, Merkels Plan für bilaterale Abkommen zum Scheitern zu bringen. Stattdessen zeigt sich Rom offen für die Zusammenarbeit mit EU-Staaten wie Österreich, die ebenfalls auf eine harte Gangart in der Migrationspolitik drängen.

SEBASTIAN KURZ UND DIE ÖVP-FPÖ-KOALITION

Der österreichische Bundeskanzler will mit einer "Achse der Willigen" eine restriktivere Migrationspolitik in Europa durchsetzen. Er wirbt dabei für eine regionale Zusammenarbeit zwischen Rom, Wien und Berlin - wobei er insbesondere Seehofer im Blick hat. Sollte Deutschland die Grenzkontrollen verschärfen, kündigte Kurz seinerseits Kontrollen an Österreichs Südgrenzen an. Zugleich positioniert er sich als Vermittler zwischen den westlichen EU-Mitgliedern und den osteuropäischen Visegrad-Staaten, die eine Flüchtlingsaufnahme strikt ablehnen. Am Donnerstag betonte er bei einem Treffen mit den Visegrad-Staaten in Budapest den Gleichklang, was die Abschottung an den EU-Außengrenzen und die Errichtung von Lagern in Drittstaaten betrifft. Ab 1. Juli übernimmt Österreich die EU-Ratspräsidentschaft und will dem Schutz der EU-Außengrenzen Priorität einräumen. Kurz will "spätestens" beim informellen EU-Gipfel am 20. September in Salzburg Fortschritte haben.

DONALD TUSK

Der EU-Ratspräsident hat wenig Freude mit Vorstößen einzelner EU-Staaten und hat sich daher auch von dem auf Initiative Merkels veranstalteten Minigipfel distanziert. Für Aufsehen sorgte er vor dem EU-Gipfel im vergangenen Dezember, als er die verpflichteten Flüchtlingsquoten in der Europäischen Union - und damit eigenen EU-Beschlüssen - infrage stellte. Bei einem Treffen mit Bundeskanzler Kurz betonte er, dass es vor allem um den Außengrenzschutz gehe. "Die wahre Priorität für uns ist es, unsere Außengrenzen zu schützen. Das ist die erste Bedingung, um das Problem der Migration zu lösen", sagte er.

JEAN CLAUDE JUNCKER

Der EU-Kommissionspräsident und seine Behörde versuchen seit der Flüchtlingskrise vergeblich, eine Umverteilung von Flüchtlingen aus den stark belasteten Ankunftsländern im Süden Europas auf alle EU-Staaten durchzusetzen - er scheiterte am Widerstand osteuropäischer Länder. In ihren Vorschlägen für den künftigen EU-Finanzrahmen schlug die Kommission jüngst eine massive Aufstockung der Grenz- und Küstenschutzbehörde Frontex von 1000 auf 10.000 Beamte vor sowie eine stärkere finanzielle Unterstützung von Ländern bei der Flüchtlingsaufnahme.

Ein Kommissionssprecher betonte den offenen Charakter des Treffens. Es handle sich auch um einen Prozess, eine Änderung der Teilnehmerliste sei noch möglich. Es gebe keine schriftlichen Einladungen.

 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird teilnehmen, betonte aber am Freitag bei einem Treffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk demonstrativ dessen Führungsrolle. Tusk, der den Vorsitz beim regulären EU-Gipfel am kommenden Donnerstag und Freitag führt, war auf Distanz zu dem auf Initiative der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zustande gekommenen Treffen gegangen.

Kurz betont Führungnsrolle von Tusk

Tusk heute in Wien

EU-Ratspräsident Donald Tusk ging auf Distanz zu dem Treffen und betonte, dass er weiter den regulären EU-Gipfel aller Mitgliedsstaaten kommende Woche am Donnerstag und Freitag vorbereite. Tusk traf heute in Wien Bundeskanzler Sebstian Kurz. Tusk hatte sich vor wenigen Tagen auf die Seite derer geschlagen, die die Zuwanderung aktiv und massiv begrenzen wollen:

Vier-Augen-Gespräch: Tusk in Wien

(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
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(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
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(c) AP (Ronald Zak)
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Flüchtlinge, die auf dem Mittelmeer aufgegriffen werden, sollen in Zukunft in von der EU kontrollierten Zentren gesammelt werden. Damit soll  die gefährliche Route über das Meer weniger attraktiv gemacht werden. Offiziell hört sich das so an: Der Europäische Rat unterstütze "die Entwicklung des Konzepts regionaler Ausschiffungsplattformen". In diesen Lagern soll eine erste Aufteilung zwischen Wirtschaftsmigranten und Flüchtlingen mit Chancen auf einen positiven Asylbescheid vorgenommen werden.

 

Der Vorstoß soll Bewegung in die  völlig festgefahrene Debatte um eine europäische Asylreform bringen. Tusk fordert weiters eine noch engere Kooperation mit der libyischen Küstenwache sowie mit Orten an der libyischen Küste und im Süden des Landes, um die Tätigkeit der Schlepper zu unterbinden. Die Lager selbst sowie die Flüchtlinge, die freiwillig zurückkehren, sollen finanziell unterstützt werden.

Hilfe für Länder an Außengrenze

EU-Budgetkommissar Günther Oettinger legte am Freitag nach und forderte auch Hilfen für die "hauptberührten" Länder der Europäischen Union, bei denen Migranten zuerst ankommen. "Ich glaube, ganz Europa muss denen, die hauptberührt sind, Griechenland, Malta, Italien, Zypern, Bulgarien, Spanien, Solidarität beweisen und ihre Aufgaben erleichtern und ihre Kosten und Leistungen in Teilen erstatten."

Diese Kosten und Leistungen müssten den betroffenen Ländern honoriert werden, sagte Oettinger am Freitag vor Beginn des EU-Finanzministerrats in Luxemburg. Er erwarte sich jedenfalls vom Mini-Gipfel Fortschritte auf dem Weg zum Europäischen Rat der Staats- und Regierungschefs Ende nächster Woche. Es müsse eine Annäherung auf dem Weg zur europäischen Gemeinsamkeit geben.

Frankreich warnt vor Zerfall Europas

Kurz vor dem Brüsseler Krisentreffen zur Migrationspolitik hat der französische Regierungssprecher Benjamin Griveaux vor einem Zerfall Europas gewarnt. Europa erlebe wohl eine seiner schlimmsten Krisen, sagte Griveaux am Freitag dem Radiosender Radio Classique.

"Falls Europa unfähig ist, sich auf ein gemeinsames Migrationskonzept zu einigen, fürchte ich unglücklicherweise, dass es  sich endgültig auflöst", sagte Griveaux. Die Migrationsfrage werde auch bei den Europawahlen im kommenden Jahr eine zentrale Bedeutung haben.

Weiterreise unterbinden

Nach dem Willen von EU-Kommissionschef Juncker sollen die Teilnehmer des Mini-Gipfels am Sonntag auch eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg bringen, um die Weiterreise von Asylsuchenden zwischen EU-Staaten zu unterbinden. "Es gibt kein Recht, den Mitgliedstaat, in dem Asyl beantragt wird, frei zu wählen", heißt es in dem Entwurf. "Wir sehen einen großen Bedarf, Sekundärbewegungen signifikant zu reduzieren." An Bahnhöfen, Busbahnhöfen und Flughäfen sollen demzufolge Kontrollen stattfinden. Asylsuchende sollen Strafen drohen, wenn sie nicht im Land ihrer ersten Registrierung bleiben. Außerdem sollen Asylbewerber nur noch im für sie zuständigen EU-Land Sozialhilfe erhalten.

Wer von den Teilnehmern den Entwurf letztlich unterschreibt, ist noch völlig unklar. An dem Papier dürften die Unterhändler der Staaten in den kommenden Tagen noch eifrig feilen.

  • Dem ersten Entwurf zufolge sollen gemeinsame Polizeizentren künftig gegen Schleuser vorgehen.
  • Unterstützt werden soll außerdem der Ausbau des Asylbüros EASO zu einer echten EU-Asylbehörde sowie der von vielen Staaten unterstütze Ausbau der Grenzschutzagentur Frontex zu einer EU-Grenzpolizei.
  • Außerdem soll die Aufstockung des Frontex-Personals schneller umgesetzt werden als zuletzt geplant. Bis 2020 sollten es 10.000 Mitarbeiter sein, vor wenigen Wochen hatte die EU-Kommission noch 2027 als Perspektive genannt.

Hochrangige Vertreter der unterzeichnenden Staaten sollen dem Papier zufolge nach dem Treffen am Sonntag für die Umsetzung der vereinbarten Punkte verantwortlich sein. Sie sollen sich monatlich treffen, im Herbst sollen die Staats- und Regierungschefs der unterzeichnenden Länder erneut zusammenkommen.

Kurz signalisiert Unterstützung

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) signalisierte Unterstützung für das Gipfeltreffen und zeigte sich erfreut über die "stärkere Dynamik" in der Flüchtlingspolitik. "Ob das schon zu einem Ergebnis am Sonntag führt (...) und wenn es zu einem Ergebnis führt, wie schnell die Umsetzung stattfindet, das ist die Frage", dämpfte er Erwartungen an die Zusammenkunft. Kurz äußerte sich in Linz nach einem Treffen mit dem schärfsten Widersacher der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Beide betonten ihren absoluten Gleichklang in der Flüchtlingsfrage.

Merkel unter Druck

Merkel steht innenpolitisch wegen des Asylstreits unter großem Druck. Die CSU des deutschen Innenministers Horst Seehofer hatte ihr zwei Wochen eingeräumt, um spätestens beim EU-Gipfel am 28. und 29. Juni bilaterale Vereinbarungen zu treffen, nach denen Flüchtlinge an der Grenze zurückgewiesen werden können, wenn sie bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden. Italiens Innenminister Matteo Salvini machte am Mittwoch deutlich, dass seine Regierung keine Asylbewerber von Deutschland zurücknehmen will.

Kommentare (42)
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Sammellager?

Das heißt wohl die Flüchtlinge zu konzentrieren....
In den 1940ern nannte man diese Lager....
Tusk und Co...welch widerliche Typen.
Es wird von Tag zu Tag grausamer!

Lodengrün
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Einige Politiker tragen sich

positiv in die Geschichtsbücher ein, unser BK wird sicher nicht dazu gehören. Lager haben noch nie etwas gebracht. Man verlagert das Problem nur örtlich und zeitlich.

HPIK1RXCA6MZ63IL
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Tage des Zorns

kommen auf Deutschland zu. Fast alle EU Länder haben mit diesem Land noch eine Rechnung offen. Italien wird sich nicht beugen.Wie die Deutschen die Griechen gelegt haben (fast 3 Milliarden Euro Zinsgewinn aus der "Hilfe" ) war den Italienern Warnung genug. Deswegen wird man auch eine Asylreform scheitern lassen, weil dann auch Deutschlands Regierung fällt. Mit einem dann eintretenden Rechtsruck in Deutschland kann man viel leichter Stimmung gegen die "hässlichen Deutschen" machen und die wirtschaftliche Bevormundung abstreifen.

ichbindermeinung
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Ö-Aufnahmeniveau für alle Anderen/Gleichbehandlung

wenn alle anderen EU-Länder im Verhältnis zu den EW in Ö genau so viele Ausländer aufnehmen würden, gäbe es diese aktuellen Probleme nicht - Bsp: Ö 2017 - 34.000 pos. Bescheide bei 8,8 Mio. EW- Frankreich 41.000 bei 67 Mio. EW - Großbrit: 16.000 bei 66 Mio. EW - Italien: 35.000 bei 61 Mio. EW - Ostländer max 100 Personen pro Jahr! Spanien 2016: 355 Personen usw. usw.

Kristianjarnig
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Man sieht Anhand Ihrer Aufstellung recht genau das die meisten(!!) EU Länder eben....

.. NICHT an einer europäischen Lösung insteressiert sind und so wenig wie möglich aufnehmen wollen(auch Spanien,Frankreich, UK und Co die ja bei recht großer Einwohnerzahl recht wenig positive Bescheide ausstellten).

Und Ö und D alleine können das nun mal nicht stemmen, oder sieht das irgendjemand anders hier?

Gleichfalls kann man die anderen EU Länder nicht dazu zwingen(wie man ganz offensichtlich sieht , Wischi Wasch Verträge hin oder her) weil es ganz offensichtlich kein Interesse an einer europäischen Lösung gibt sondern eher will man die Einwanderungswilligen eher an die Länder der EU Außengrenze, allen voran Italien, abschieben.
Das bringt nun mal Radikalisierung mit sich, man sieht es am Wahlergebnis hier in Ö aber auch in Italien. Oder Ungarn mit den Visegrad Staaten. Und das ist sicher erst der Anfang.
Werden hier nicht endlich Nägel mit Köpfen gemacht(also ein gesamteuropäischer Plan wie man nun mit der Einwanderer Situation(ich gehe davon aus das echten Flüchtlingen nach wie vor keine Probleme gemacht werden) umzugehen hat) wird die Situation innerhalb der EU nur weiter Kippen.
Merkel, die ja die ganze Situation erst "angeheizt" hat mit wenig durchdachten Aussagen und Versprechen die nicht einzuhalten sind, der sind die Zügel der Kontrolle ja schon ewig lang entglitten. Den schwarzen Peter haben jetzt andere Staaten aufs Auge gedrückt bekommen.

Es fehlt ein gesamteuropäisches Konzept und vor ALLEM - der Wille und wohl ein bißchen auch die Mittel.

UHBP
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@ichbin...

Unser Bundesbasti ist aber strikt gegen so eine Lösung!

3UUUAYQ0ZQYRZA5M
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Wenn man die Kommentare so liest

Einer glaubt gscheider wie der andere zu sein

SoundofThunder
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JaJa

Und Sie sind die Ausnahme.

Irgendeiner
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Ja, das große Friedensprojekt,war immer schon ein Europa der

Konzerne aber jetzt ist ein Europa der Inhumanität auch noch,der Trottelschluß von "Wir können nicht alle nehmen" wo gar nicht alle kommen wollen auf "Wir nehmen niemanden" ist von einer geradezu erlesenen Blödigkeit, was allerdings dem lokalen Genius loci durchaus entspricht.Und Leuten die sowas fordern denen gibt man nicht zitzerlweise nach, die läßt man hart in die Wand laufen, ich laß mir doch nicht von irgendwelchen Studienabrechern die Zivilisation kippen.Und wo seid ihr,oh, Sozialdemokraten und Sozialisten, mit dem hehren Ruf nach internationaler Solidarität,wo seid ihr,oh, meine bürgerlich-konservativen Träger von Anstand und Moral und ordentlicher Gesinnung,im Ernstfall nicht, oder wie,wo seid ihr,oh, ihr guten Christenmenschen,glaubt ihr der oben hat Euch Gebote gegeben oder meint ihr, es waren unverbindliche Vorschläge,wie ist das.Was ich sehe sind ein paar versprengte Linke,einzelne Bürgerliche, interessanterweise bei den Giebelkreuzlern und Caritas und Diakonie,sonst ist Ödnis.Ach ja, und ein Europa der Schande ist es auch.

Irgendeiner
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Addendum: Ach tretet doch vor

und sagt was nicht gefällt,ich sperr Euch nicht in Lager, versprochen, ich mach was anderes,man lacht.

Mein Graz
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Hauptsache, DIE bleiben weg von uns!

Bauen wir Lager, die dann "Zentren" heißen, man könnt auch sagen, die werden in Lagern zentriert, aber das wollma doch vermeiden.
Da können DIE dann auch einen Asylantrag stellen, möglicherweise für einen afrikanischen Staat, da kommen sie dann halt vom Regen in die Traufen - aber das interessiert uns ja eh nicht, weil DIE sind eh selber schuld. ("Strache: Man müsse die Ideen und Pläne erst in ihrer Gesamtsicht bewerten. Ob von diesen Lagern aus überhaupt noch Asylanträge in Europa möglich sein werden. Oder nur Asyl innerhalb des afrikanischen Kontinents.", Artikel "Die Arbeit am Zaun rund um Europa").
Sollen sie halt nicht so viele Kinder haben und endlich einmal arbeiten, dann hätten DIE es eh besser!

heinz31
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@mein Graz

Ich kann ihnen leider nur für den Ersten Satz und den Letzten Satz recht geben, obwohl ich weiß, wie zynisch sie das gemeint habe.
Ja, wir MÜSSEN dichtmachen, ansonsten ist Europa mittelfristig gefährtet. Checken Sie das doch endlich einmal!

UHBP
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@heinzi

Unser Bundesbasti hat schon gesagt, dass die Flüchtlinge gebildeter sind als der Durchschnittsösterreicher.
Vielleicht sollten wir einen Austausch machen. Das wäre doch super für Österreich?

Mein Graz
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@heinz31

Europa ist mittelfristig gefährdet? Inwiefern? Bitte erkläre es mir, ich bin belehrbar.

F3TOVQ3K0UIOK34Y
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Fragen wir doch....

....unseren hochgeschätzten Bundespräsidenten,
allen Warnungen zum Trotz sieht er absolut nichts,
dann sind wir alle wieder beruhigt !!!! ?

Planck
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Lager sind eine tolle Idee.

Das Problem dabei: Keine Waffen, keine Käfige für kleine Kinder werden die Massen aufhalten, wenn sie erst einmal ins Rennen kommen.

Zur Disposition stehen augenblicklich zumindest Afrika und der Süden von Asien. Aus völlig unterschiedlichen Ursachen heraus, aber schuld sind immer wir selbst, die so genannte Erste Welt.
Also die Vollidioten, die mit aller Macht darauf drängen, dass sich ein kleiner Planet eines durchschnittlichen Sonnensystems am Rande einer durchschnittlichen Galaxie eines Schädlings entledigt ^^

Irgendeiner
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Ja,der Mensch als Zigeuner am Rande des Universums

und suizidal ist er sichtbar auch noch.Aber um faktisch nachzuwassern,in Indien geht das Grundwasser aus,die Himalajagletscher schmelzen ab, was den Reisanbau in einem riesigen Gebiet massivst reduzieren wird und in Afrika schlägt das Klima daß wir verändern zu.Und unsere Idioten bauen Zäune.

hermannsteinacher
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'daß'

war hart!

Irgendeiner
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Ja, ich bin oft zu schnell unterwegs,

aber ich verzeih mir immer öfter,das Korrekturlesen ist nur möglich wenn genug andere Rückgrat haben, sonst zieht der Inhalt vor.Und wer mich deswegen für einen Teppen hält,naja, kanns mir ja sagen,man lacht.

Planck
4
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Suizidal ist er nicht von sich aus, er ist nur einfach gut im Lösen akuter Probleme, 200 Jahre vorauszudenken liegt ihm nicht.
Regierungen denken in Wiederwahl-Zyklen, dahinter kommt bestenfalls die Sintflut.
Das ist kein Zufall, das ist intrinsisch, wie es aussieht.

Irgendeiner
8
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Du hast recht, der natürliche Mangel an Weitsicht eines begrenzten Wesens

den das demokratische System mit seinen kurzen Legislaturperioden auch noch verstärkt.Das Unvermögen in Netzwerken zu denken, Rückkoppelungen zu beachten und der Zwang,alles auf einzelne Kausalketten runterzubrechen,das ständige Ignorieren der Rahmenbedingungen und die Isolierung und Veränderung nur eines Parameters für ein Problem auch wenn das anderswo zur Explosion führt,unser ratiomorpher Apparat denst nicht wirklich korrigieren kannst, nur intellektuell umgehen und der nicht für alles gebaut ist was sich heute vor uns stellt.Ich weiß wohl, aber wenn wir den Kopf über Wasser halten wollen müßma da durch,geht nur step by step.Denn sonst steht am Grabstein des Homo:Gewogen und zu dumm befunden.

wintis_kleine
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Also humanitär oder christlich

kann man das ganze nun wirklich nicht nennen. Ja und ich weiß schon liebe Hardliner, dass wir nicht alle nehmen können die zu uns wollen.
Aber LAGER (hat für mich einen äußerst grauslichen Beigeschmak) im 21 Jahrhundert sind halt auch nur eine "Lösung" (auch wieder so ein unbrauchbares Wort) auf Zeit und werden das Kernproblem nicht beseitigen.
Gelder nach Italien; Griechenland (oh mine Gott) usw. zu zahlen, damit diese Staaten nach dem Florianiprinzip die Flüchlingen möglichst lange zurückhalten wird nur die Vorortproblematik verschärfen (aber wir in Österreich, Bayern (bewußt extra genannt), Deutschland usw. sind ja dann gottlob von dem Übel befreit).
Wir müssen uns klar sein, dass der afrikanische Kontinent bis vor ca. 250 Jahren unter 7 europäischen Ländern zu 95% aufgeteilt war. Diese Länder haben die Ressourcen des Kontinent geplündert und nach ihrem Rückzug Chaos und Anarchie hinterlassen.
Danach kamen die Unternehmer und beuteten weiter die Bodenschätze aus und vernichteten so auch Ackerland welches zur Versorgung der Bevölkerung aber dringend notwendig gewesen wäre.
Naja, das ist auch schön langsam vorbei und zurück bleibt verbrannte Erde.
WIR haben Afrika alles genommen was es besaß und wundern uns jetzt, dass die Leute dort weg wollen???

Natur56
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Nicht ganz

wir in Europa haben den Kontinent nicht alleine zerstört da waren die Chinesen und Amerikaner die führende Nation. Aber wir haben es auch nicht verstanden eine Geburtenregelung dort einzuführen! Und Europa kann nicht immer die Schuld für alle übernehmen.

wintis_kleine
5
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Unserer Kirche

hat in ihrem Größenwahn versucht das Land zu christianisieren und das ist ihr (leider) auch sehr gut gelungen. Und diese Dogmen von wegen Fristenlösung, Pille und Kondomen ist hier nach wie vor massiv als "Gotteslästerung" verankert.
Dazu kommt eine ungelöste "Pensionsproblematik". Denn in vielen Gebieten können die "Alten" nur überleben wenn "Die Jungen" auf sich schauen und sie versorgen.Man erinnere sich ca. 100 - 150 Jahre zurück wie die Familienpolitik in Europa aussah: Da waren bis zu 10 Kinder normal und sicherten einen ruhigen Lebensabend.

Mein Graz
7
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@Natur56

Die Chinesen sind erst in den letzten Jahren eingestiegen, Europa beutet Afrika seit Jahrhunderten aus.
Nutznießer sind alle, die in der sg. "Ersten Welt" leben.

Wir sollen auch nicht die "Schuld" übernehmen, sondern die Industriestaaten sollten die Verantwortung für ihr Tun tragen!

wintis_kleine
3
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und weiter

Also liebe Politiker, EU oder anderswo: Wenn ihr nicht endlich anfangt direkt in Afrika zu investieren, dem Kontinent zumindest einen Teil dessen zurückzugeben, was die vergangenen Generationen da rausgeholt haben und dabei auf nachhaltige Entwicklung setzt ohne das Geld wieder zurück zu verlangen (mit tollen Zinsen natürlich, die eh keiner bezahlen kann) so ist jede Bemühung den Strom der Menschen in ein besseres Leben zu unterbinden, zum Scheitern verurteilt.
Es müssen gaaaanz schnell uneigennützige Lösungen her die Afrika helfen. Und ich bin jetzt kein Ökonom, aber ich vermute, wenn man die Mittel für Frontex, die Lager, die erhöhte Polizeipräsenz, die Binnenkontrollen an den Grenzen, usw,. hernehmen würde, um damit SOFORT in Afrika zu investierern wäre der Output vermutlich um das zigtausendfache größer, als wenn diese Mittel in Europa zum vorübergehenden Schutz von zu vielen Afrikaner (bewußt provokativ genannt) in Europa verwendet werden.

 
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