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Dutzende Tote bei Offensive der Regierungstruppen im Jemen

Die Bemühungen um einen Frieden im Jemen haben einen schweren Rückschlag erlitten. Regierungstruppen eroberten nach Angaben vom Freitag innerhalb von 24 Stunden zwei Städte, dabei wurden nach Auskunft eines Militärsprechers dutzende Aufständische getötet. Außerdem erschienen die Rebellenvertreter am Freitag nicht zu einer vereinbarten Sitzung der Friedensgespräche in der Schweiz.

 

Die Regierungstruppen eroberten zunächst die Stadt Harad und dann Hasm, die Hauptstadt der Provinz Jawf. An den Kämpfen gegen die schiitischen Houthi-Rebellen waren Truppen des Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi beteiligt. An der Einnahme von Harad waren rund tausend Soldaten beteiligt, die aus der Luft von der von Saudi-Arabien angeführten arabischen Militärkoalition unterstützt wurden. Ein Militärsprecher sagte, auf der Seite der Aufständischen habe es dutzende Tote gegeben.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hatte eigentlich eine Waffenruhe ausgerufen, die am Dienstag begann und eine Woche dauern sollte. Sie erweist sich zunehmend als brüchig. Die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten wollten mit der Waffenruhe die parallel stattfindenden Friedensgespräche in der Schweiz unterstützen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition fliegt seit März im Jemen Luftangriffe. Ziel sind mutmaßliche Stellungen der Houthi-Rebellen und ihrer Verbündeten.

Der jemenitische Staatschef Hadi war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen im März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe. In dem Konflikt wurden nach UNO-Angaben mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen wurden verletzt. Nach wie vor kontrollieren die Aufständischen Sanaa und andere Gebiete.

Bei den Friedensgesprächen in Magglingen in der Schweiz wurde ein für Freitagmorgen angesetztes Treffen kurzfristig abgesagt. "Wir haben auf sie gewartet und sie sind nicht erschienen", sagte ein Vertreter der Regierungsdelegation. Die Vertreter der Rebellen hätten schon am Vorabend "Bedenken angemeldet". UNO-Sprecher Ahmad Fawzi wollte sich nicht zu der Frage äußern, warum die Rebellen die Gespräche boykottieren.

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