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Neue Grenzen

Kurios: Tscheche proklamiert eigenen Staat an der Donau

Im Niemandsland zwischen Serbien und Kroatien hat ein tschechischer Bürger den Staat "Liberland" ausgerufen. Seine Partei hat immerhin einen Sitz im EU-Parlament.

Vit Jedlicka © Screenshot Facebook
 

Ein Mitglied der tschechischen außerparlamentarischen Partei Freiheitliche, Vit Jedlicka, hat an der Donau zwischen Serbien und Kroatien seinen eigenen Staat namens "Liberland" proklamiert und sich zu dessen "Staatspräsident" erklärt. Es handelt sich um ein rund sieben Quadratkilometer großes "Niemandsland" an der Donau in der Nähe der Gemeinden Zmajevac (Kroatien) und Backi Monstor (Serbien).

An dem Land seien laut Jedlicka weder Serbien noch Kroatien im Rahmen ihrer Gebietsstreitigkeiten interessiert, wie Jedlicka in einer Presseaussendung mitteilte. Jedlicka hat nach eigenen Worten sowohl Serbien und Kroatien als auch die UNO und andere Staaten über die Gründung von "Liberland" informiert und hofft auf eine "baldige diplomatische Anerkennung".

Ehrliche Leute

Als Grund der Etablierung des "Staates" nannte Jedlicka den "immer stärkeren Einfluss von Interessengruppen auf das Fungieren der Staaten und damit zusammenhängende schlechtere Lebensbedingungen für die Menschen". Im "Liberland" wolle man eine "Gesellschaft schaffen, wo ehrliche Leute prosperieren können, ohne dass der Staat ihnen das Leben mit überflüssigen Verboten und Steuern unangenehm machen würde".

Als Inspiration hätten auch "Staaten wie Monaco, Liechtenstein oder Hongkong" gedient. Das Motto von "Liberland" sei "Leben und leben lassen", hieß es.

Interessenten können laut Jedlicka die "Staatsbürgerschaft" von "Liberland" beantragen. Es gebe bereits Dutzende über das Internet eingereichte Anträge, so Jedlicka. Die einzige Bedingung für die Erteilung der "Staatsbürgerschaft" sei, dass der Antragsteller "weder Kommunist, noch Nazi noch ein anderer Extremist" sei.

Die tschechische Partei der Freiheitlichen ist weder im Abgeordnetenhaus noch im Senat vertreten. Bei der EU-Wahl 2014 eroberte sie jedoch einen Sitz im Europaparlament, obwohl sie stark euroskeptisch ist. Der Vertreter der Freiheitlichen im Europaparlament ist Parteichef Petr Mach.

 

Kommentare (5)

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ms666
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Dazu muß man wissen...

das es noch ein Territorialproblem zwischen Serbien und Kroatien gibt. Die Serben halten die historische Grenze entlang der Donau für maßgebend, die Kroaten den jetzigen Verlauf der Donau. die jetzt irgendwie anders mäandert. Da wiederum gibts eine Ex-Donauschleife, die für Kroaten serbisch ist, und die Serben für kroatisches Gebiet halten. Ein echtes Niemandsland. Auf Google maps sind übrigens die Grenzen eingezeichnet, wie Serbien sie sieht. Aber das Ganze ist ein rein juristischer Streit und hat nichts mit den Krieg vor 20 Jahren zu tuen.

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ms666
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Sorry.

ich hab das verwechselt, es ist genau umgekehrt, Serbien orientiert sich am jetzigen, Kroatien am historischen Donauverlauf. Bei der Gelegenheit: Die Drau hat in der Gegend eine Art Binnendelta oder sowas bevor sie in die Donau mündet. Wenn man Natur liebt, der absolute Hammer. Wirklich besuchenswert und keine 400 Km von Graz.

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malatesta
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so a schaß

" BLÖD " zeitungsniveau

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39upah4yml02sa2nghqlh1ra1cpy2jph
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Von dort aus also werden wir Europa wieder befreien...

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semperubique
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"Als Inspiration hätten auch "Staaten wie Monaco, Liechtenstein oder Hongkong" gedient. "

na auf 7km2 kann man schon einige briefkästen und casinos aufstellen.

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