Das kommt nicht oft vor. Neulich wurde sich bei Olaf Scholz bedankt. Auf offener Bühne erfuhr der Kanzler Zuspruch. Wenn auch mit drastischen Worten. Die Autorin Juli Zeh dankte Scholz zu Wochenbeginn in einer Podiumsrunde dafür, „dass es Leute gibt, die diesen beschissenen Job überhaupt machen“. Scholz lachte. Öffentlich. Das ist selten.
Autorin und Kanzler verbindet viel. Juli Zeh, 49, erfuhr für ihren Roman „Unter Leuten“ einige Kritik. Zu verständnisvoll gegenüber Corona-Skeptikern. Auch Scholz, 65, erntet Unmut. „Sie kriegen das nicht in den Griff“, so CDU-Chef Friedrich Merz diese Woche im Bundestag. Die neu-konservative Sahra Wagenknecht spricht auf dem ersten Parteitag ihrer Bewegung BSW von der „dümmsten Regierung Europas“. Heftige Worte.
Deutscher Kanzler in Nöten
Olaf Scholz und der einsame Kampf gegen den Trend
Porträt.
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz müht sich gegen den Sinkflug. Entlastung kommt weniger aus der eigenen Regierung als durch die Demonstrationen der Zivilgesellschaft.
© APA / Michael Kappeler