Mütter unversichertLanges Warten auf Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld

Betroffen sind laut Neos heuer bereit rund 178.000 Kinder mit teils gravierenden Folgen für die Familie.

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EUROFIGHTER-U-AUSSCHUSS: BERNHARD
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Jungfamilien warten wegen eines Rückstaus bei den Anträgen oft lange auf die Bewilligung der Familienbeihilfe. Das zeigt eine Anfrage der Neos an Finanzminister Gernot Blümel. Betroffen sind laut Neos heuer bereit rund 178.000 Kinder mit teils gravierenden Folgen für die Familie.

Rund 17 Millionen Euro Familienbeihilfe sind im ersten Halbjahr verspätet ausgezahlt worden, sagt Neos Familiensprecher Michael Bernhard im Ö1-Morgenjournal. Die Anfragebeantwortung von Blümel zeige auch, „dass von Jänner bis Juni 2021 die durchschnittliche Bearbeitungsdauer von Anträgen von Monat zu Monat länger gedauert hat, bis zu 45 Tage, und gleichzeitig die Anzahl der Anträge zurückgegangen ist.“ Familien müssten immer länger auf eine Bestätigung der Familienbeihilfe warten.

48 Tage langes Warten

Hätten Familien im Februar durchschnittlich noch 30 Tage auf eine Beantwortung warten müssen, waren es im Juni schon 48 Tage. „Für eine junge Familie, die die Beihilfe nicht bestätigt bekommt, ergibt sich das Problem, dass auch das Kinderbetreuungsgeld nicht ausbezahlt wird.“ Daran wiederum hänge die Krankenversicherung der Mutter. Junge Familie erhielten über Monate hinweg einen Teil ihres Einkommens nicht, die Mütter wären zudem nicht krankenversichert.

Mütter ohne Krankenversicherung

Es sei "einfach inakzeptabel, dass diese Regierung junge Eltern zu Bittstellern macht", befand der NEOS-Familiensprecher, viele Menschen seien auf das Geld angewiesen. Die Familien bekommen das Geld zwar im Nachhinein, bis dahin würde es aber oft schon sehr knapp nicht. "Dann fehlt schlicht das Geld für die Miete, die Heizung oder das Essen bezahlen zu können." Und man solle sich die Situation vorstellen, dass eine junge Mutter mit einem kranken Kind zu einem Arzt geht "und die Ecard nicht funktioniert, weil das Kinderbetreuungsgeld noch nicht freigeschaltet ist, und sie dort erst einmal erklären muss, dass sie zwar im Nachhinein versichert ist, aber das Finanzministerium nicht schnell genug arbeitet." Das sei eine extrem unangenehme Situation und diese müsse rasch gelöst werden.

Zuständig ist Finanzministerium

Zuständig für die Auszahlung der Familienbeihilfe ist das Finanzministerium. Dieses hatte sich nach der Kritik der Volksanwaltschaft Mitte August bereits damit verteidigt, dass während der CoV-Krise die Anspruchsprüfungen ausgesetzt wurden. Bei der Wiederaufnahme jetzt gelte es 207.000 Rückmeldungen aufzuarbeiten. Rund 92 Prozent habe man bereits erledigt, hieß es damals in einer Stellungnahme.

Kommentare (20)
hofmannn
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Bei uns wurde nach 6 Monaten nachbezahlt

Die angebliche Überprüfung der Ansprüche war sonderbar. Ich habe 2 studierende Töchter. Für eine Tochter wurde die Familienbeihilfe ausgesetzt, obwohl jedes Semester eine Inskriptionsbestätigung und ein Prüfungsnachweis über die erforderlichen ECDS Punkte an das Finanzamt geschickt wurden. Kurioserweise wurde die Anfrage um Ergänzung an eine Adresse gesendet, wo wir seit mehr als 25 Jahren nicht mehr wohnen und noch keine Kinder hatten. Wir mussten eine detaillierte Auflistung aller angetretenen Prüfungstermine mit allen Ergebnissen über die letzten 5 Jahre nachreichen. Für mich macht es eher den Anschein einer systematischen Schikane als einer normalen Überprüfung. Nach 6 Monaten wurde die Familienbeihilfe jetzt nachbezahlt.

Maitri
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Ich denke auch es hat System

Meiner Freundin ging es mit ihrem 18 Jährigen Sohn ähnlich. Der Brief wurde an die Adresse geschickt an der sie seit 12 Jahren nicht mehr gemeldet sind.

100Hallo
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Gleichbehandlung

Aber den Impfgegnern wollen Sie das Geld streichen.

JoachimP
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Danke der Kleinen Zeitung für den Beitrag

Als eine betroffene Familie, die über 4 Monate auf die Bestätigung warten musste, danke ich den Medien und jeden, der diese für Österreich unwürdige Behandlung nicht akzeptiert.
Das zuständige Finanzministerium sollte analysieren, welche Gründe zu solch einer beschämenden Leistung geführt haben. Ich hoffe - wahrscheinlich vergebens - auf eine angemessene Entschuldigung und eine baldige Beseitigung der Probleme anstatt der üblichen Ausreden und Schönredereien.

Pelikan22
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Gratuliere ihnen zu soviel Freizeit!

Wenns um elfe vor dem PC sitzen können, weder kochen noch sonstwas arbeiten, dann tun ma noch mehr ihre Kinder "load", die eine solche "Mutter" haben!

Gotti1958
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Pelikan

Tut das nicht weh, soviel Dummheit zu verbreiten?

adidasler
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Ich denke, da kommt nicht mehr viel mehr....

....denn im artikel steht ja, dass die anspruchsprüfungen ausgesetzt wurden - also ist das mE auf eine bewusste entscheidung zurückzuführen!! 🤷‍♂️🤷‍♂️

iMissionar
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Bei aller Wertschätzung für die Arbeit

der Beamtinnen und Beamten im Finanzministerium: Österreichische Mütter/Väter aufgrund von Arbeitsüberlastung ohne Krankenversicherung dastehen zu lassen ist ein absolutes No-Go. Hier muss es eine bessere Lösung - wenn auch nur Zwischenlösung - geben. Dass die Neos, denen der Staat tendenziell immer zu viel macht, diese haben ist jedoch ausgeschlossen.

adidasler
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Sg. Hr. Bundesminister, was....

...hat Covid damit zu tun, dass man deswegen die Prüfung der Anspruchsberechtigung ausgesetzt hat und vorsätzlich die betroffenen Bundesbürgerinnen unversichert zurück gelassen hat - gerade in einer Zeit, wo die Gefahr einer Erkrankungen um ein vielfaches höher ist, als ohne Pandemie!??

Und hier zählt keine Ausrede und schon gar nicht eine in Zusammenhang mit Covid, denn ich gehe davon aus, dass die offenen Rechnungen der Impfungen auch beglichen wurden und nicht ausgesetzt - die wird man doch hoffentlich auch prüfen, bevor man sie zur Anweisung bringt!!!

Als politischer Verantwortlicher mehr Leid/Probleme zu verursachen, anstatt sie zu lindern/verhindern ist untragbar!!

Treten Sie zurück!!! (auf das "bitte" habe ich verzichtet, da Höflichkeit, Anstand, etc. anscheinend nicht so wichtig ist, wenn man einen Laptop auf Spaziergang schickt und anscheinend manche für blöd verkaufen will)

Pelikan22
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Eigentlich seltsam!

Man setzt Kinder in die Welt, damit man ein Einkommen hat und versichert ist? Wozu dann Karenz ?

Maitri
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Du solltest überlegen dich besachwalten zu lassen

Nach dem dich anscheinend schon so grundlegende Dinge überfordern.

one2go
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Michael Bernhard

Bitte, wer oder was ist das??🧐

wiesengasse10
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Ich helfe dir gerne....

Herr Bernhard ist Familiensprecher der NEOS, das steht aber eh im Artikel.....

one2go
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Danke

Noch nie gehört oder gesehen - wahrscheinlich sogar bei den „NEOS“ ein Hinterbänkler!🥺

cockpit
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one

darum geht es hier aber nicht, sondern nur darum , dass Mütter und deren Kinder das zuständige Entgelt nicht oder zumindest viel zu spät erhalten! Wovon sollen die denn in der Zwischenzeit ihren Unterhalt bezahlen?

Pelikan22
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Na klar!

Vom Kindergeld!

cockpit
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Pelikan?

Können Sie lesen und das Gelesene eventuell auch verstehen? Anscheinend nicht!

Pelikan22
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Was schreiben sie da?

Wovon sollen sie ihren (Lebens-)Unterhalt bezahlen. Ich habe geantwortet "vom Kindergeld ?". Es fehlt allerdings das Fragezeichen! Ich bin nämlich der Meinung - auch wenn sie mir unterstellen, nicht sinnerfassend lesen zu können, dass man vom Kindergeld nicht leben kann. Vielmehr braucht man ein dementsprechendes Einkommen, das viel höher sein muss als das Kindergeld. Oder glauben sie, dass Miete, Unterhalt u.ä. nur mit dem Kindegeld bestritten werden kann.

cockpit
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Hier geht es um die Familienbeihilfe (alt: Kindergeld); wenn die nicht

bewilligt wird (bei Neugeborenen) kann auch das Kinderbetreuungsgeld (alt: Karenzgeld) nicht ausbezahlt werden und die Mutter hat Null Einkommen und auch keine Krankenversicherung!

one2go
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Da stimme ich zu

und deshalb wäre es so wichtig, wenn ein einflussreicher Abg. sich diesem Anliegen annehmen würde und nicht ein Ultraleichtgewicht, den niemand Ernst nimmt!