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Leitartikel Bei der Maskenpflicht beschreitet die Regierung einen schmalen Grat

Nach zweieinhalb Monaten verschwindet der Mund-Nasen-Schutz wieder in der Versenkung. Das Virus ist allerdings nicht ausgerottet.

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Zweieinhalb Monate lang hat uns die Regierung täglich die vier Kardinaltugenden im Kampf gegen Corona einzutrichtern versucht: Mund-Nasen-Schutz, Abstandhalten, Handhygiene, Hausverstand. Bei jedem öffentlichen Auftritt zeigt sich das virologische Quartett (Kanzler, Vizekanzler, Gesundheits-, Innenminister) mit Maske. In Zeiten des Homeoffice wurde die gute alte Näharbeit wiederentdeckt und sind überall private Masken-Hersteller aus dem Boden geschossen. Alles umsonst?

Kommentare (24)

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wahlnuss
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Ist eine Maßnahme erfolgreich...

...ist ihr Nutzen nicht mehr sichtbar. Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen, außer, dass uns ein "schauriges Comeback" erspart bleiben mögen. Treffender Kommentar.

Morioka
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Der Lockdown

Einerseits sollte damit die ungehemmte Ausbreitung des Virus verhindert werden, um den Zusammenbruch der medizinischen Versorgung in Spitälern und deren Überlastung zu verhindern. Dass das die geeignete Massnahme gewesen ist hat sich erwiesen.

Die Regierung hat die Ausgangssperren und damit einhergende Einschränkungen als Schutz für Sich und Andere 'verkauft', und mögen sie auch in dieser Hinsicht die erhoffte Wirkung nicht verfehlt haben.

Das Virus hatte keine Möglichkeit sich in dem Masse auszubreiten, indem es zur Überlastung des med. Systems geführt hätte. Auch gab es keine Massen an Todesopfern, sondern im Vergleich zur Gesamtbevölkerung relativ wenige Opfer, deren Zahl als 'akzeptable Kollateralschäden' angesehen werden können - wie man es wohl hinter verschlossenen Türen im pol. Jargon ausdrücken würde.

Dass es Niemand besser gewusst hat, und alle nur mit heissem Wasser kochten, als die Massnahmen beschlossen und 'Volkstauglich' oder Allgemeinverständlich verkündet wurden, mindert dennoch nicht den Erfolg. Ob übertrieben, ob zu früh oder zu spät reagiert, dass wird noch lang für Diskussionsstoff sorgen. Nächstenliebe war es jedenfalls nicht, die unsere Politker/Regierung dazu angetrieben hat, siehe auch einige der durchgewunkenen Beschlüsse im NR. ...

Morioka
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...

Meine Unterstellung lautet ganz direkt, dass es sich jedenfalls nicht um die Menschen handelte, die Vorranging 'geschützt', sondern in der Hauptsache 'das System' aufrechterhalten erhalten werden sollte.

Was die Sache äusserst schwierig gestaltete, schon in der Zeit als sie beschlossen wurden, waren Durchhalteparolen und unklare Vorgaben/Regeln, statt auf den offenen Dialog auf Augenhöhe mit der Bevölkerung zu setzen, sie über Für und Wieder aufzuklären.

In stundenlangen Sitzungen wurden da lieber Regeln, Gesetzesänderungen und Vorgaben beschlossen, und diese in Rekordzeit 'durchgewunken', bei PK vor den Kameras wie bei einer kaputten Schallplatte dasselbe in immer neue Worte gekleidet gesagt, und missverständliche Aussagen getätigt.

Jetzt, wo der letzte Schritt hin in Richtung der Beendigung der Massnahmen gesetzt wird, und es heisst: 'Jetzt wird alles 'Vereinfacht', man müssen den Menschen ihre Selbstbestimmung wiedergeben/ermöglichen', man 'könne nicht Alles regeln', entsteht noch mehr Verwirrung, weil eben nicht alles Klar ist. Es erscheint so als gälte Heute hü und morgen hott ohne erkennbare Linie nach der man sich richten könnte.

Im Gegensatz zu den getroffenen Massnahmen zur Eindämmung, wäre genügend Zeit gewesen, konkrete, klar verständliche, umsetzbare Schritte zu erarbeiten, statt wie beim 'Lockdown' einfach drauf los zu arbeiten, PK abzuhalten, und viele im Regen stehen zu lassen, die klare Vorgaben bräuchten, die aber nicht kommen.

crawler
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...statt auf offenen Dialog mit der Bevölkerung...

Ich stelle mir gerade vor wie es wäre, wenn bei einem Unfall Sanitäter zuerst mit den gaffenden Zuschauern einen Dialog führen würden, wie man dem Verletzten am besten helfen könnte. Ich stelle mir gerade vor, wie es im Parlament bei einem offenen Dialog zugegangen wäre. Da hätte es Tage gedauert, bis etwas entschieden worden wäre. Schon allein die Diskusion wer von all jenen - die jetzt nachträglich schon immer gewusst haben dass - etwas zu entscheiden gehabt hätte. Da bin ich froh, dass die Regierung so professionell gehandelt hat. Auch wenn das diejenigen, die immer schon alles gewusst haben, denen die sofort gehandelt haben jetzt den Erfolg nicht vergönnen.

Morioka
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Hätte ich schreiben sollen:

Mit der Bevölkerung via Kamera in Dialog zu treten, und die getroffenen Massnahmen in klar verständlichen Worten zu kommunizieren, mit Informationen aufzuwarten, und ausführlichen Erklärungen des Für und Wieder? Hätte ich wohl.

Nirgends schreibe ich, dass Massnahmen, die getroffen werden - und schnell getroffen werden mussten, lang und breit mit der Bevölkerung diskutiert werden sollten. Es wäre kompletter Unsinn. Zu Schweigen dass ich mir äusserst lächerlich Vorkäme, wäre dass der Inhalt der Aussage gewesen ...

Ein offener Dialog, geführt auf Basis von Fakten, nicht mit Horror-Zahlen, oder der zehnten Durchhalte-Parole, und wie Stolz man sei über Leistung und Durchhaltevermögen, statt offen zu sagen: 'Die Lage ist Ernst, es ist gegeben diese Einschränkungen der Bewegungsfreiheit vorzunehmen, weil ...' Klare, offene Worte, statt mit Truismen und Parolen zu glänzen, wo klare Worte gefordert gewesen wären und unmissverständliche Vorgaben.

Alle PK eingerechnet, war das verschwendete Zeit, und hat die Menschen - wie an vielen ernstgemeinten Äusserungen der Kritik bezüglich der unklaren Informationen, der Relativierungen ... entweder verärgert oder verwirrt. Das hätte vermieden werden können.

Die Sinnhaftigkeit vieler Massnahmen stellte ich nie in Abrede - auch hier nicht. Hinterher, weiss man es immer besser; eine weitere Binsenweisheit. Lobhudeln, und Schulter klopfen, ist Andererseits auch nicht angebracht.

Ihr Vergleich erscheint mir im übrigen etwas missglückt. 😾

Morioka
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...

Mir geht es auch darum, dass die Art und Weise wie es gehandhabt wurde, für viele Menschen in der Bevölkerung direkte Konsequenzen in Form von Strafen nach sich gezogen hat. Auch für die Polizei, die für die Kontrolle und Einhaltung, und letztlich auch durch Amtshandlung und ausstellung von Strafmandaten.

Letzere wurden von den gefeierten Corona-Helden zu Deppen, weil die Regierung verabsäumt hat Klarzustellen, dass manches ja '... doch nur eine Empfehlung gewesen sei ...', und die vielen Strafmandate die ausgestellt wurden - würden nicht mehr exekutiert.

Eines von vielen Beispielen, übrigens, wo man nicht erst Hinterher drauf kommt, dass das falsch war und nicht hätte sein müssen.

hkgerhard
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Kann ich unterschreiben...

und ergänzen, dass es hauptsächlich um die Kapazität im Gesundheitssystem ging. Ein Experiment.
Es wurde von der Bevölkerung gar nicht hinterfragt, wer hinter all dem wirklich steht. Das Volk einer Demokratie so zu entmündigen ist entwürdigend und zielt.... worauf?
Nicht das Virus ist das Gefährliche, sondern die chaotischen, überzogen rigorosen Maßnahmen.
Wir müssen aufpassen!!!

Morioka
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Viel Einfacher ...

'Wir' müssten uns nur an zwei simple Grundregeln halten: Ein wenig Abstand halten, und Einhaltung der Hygiene. Schon diese wenigen Dinge scheinen ein unüberwindbares Hindernis darzustellen ...

Es wird alles seinen Gang gehen, ich kann wie immer nur zusehen und hoffen, dass der Rest der Menschheit es nicht zu arg treibt. Dabei geht es mir nicht Mal so sehr um einen möglichen erneuten Ausbruch, weil solche 'Kleinigkeiten' schon nicht klappen mögen ... Sondern das nun Erst recht mit aller Gewalt alle Dinge die in der 'Honeymoon Phase' des Lockdown zeigten, wie es auch Anders gehen könnte, alle positiven Vorsätze und Verhaltensweisen, sich in ihr Gegenteil verkehren: Blechlawinen rollen wieder, alles Wunderbar ...

Wenn ich an Artikel in der Times, Country Life, Drum, oder welche Publikation auch immer denke, wo die Redakteure der ganzen Covid und Lockdown Geschichte noch Immer positives abgewinnen: Frische Luft, Vögel, Tiere, Konsumverzicht, Spaziergänge, Blick auf den Himalaya nach 20 Jahren wieder möglich, die Wichtigkeit der einfachen Dinge des Lebens ..., macht es mich traurig das Ergebnis der Rückkehr zur Normalität hautnah erleben und ansehen zu müssen ...

hkgerhard
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Wäre sofort ein Appell der VERNUNFT an die Leute

gegangen, anstatt mit Angst, Lügen und drakonischen Strafen zu drohen, dann wären zwar einige unvernünftig geblieben, die mündige Mehrheit aber hätte sich aus Vernunft daran gehalten.
Wir hätten keinen Lockdown gebraucht, denn ich bin mir sicher, Sie wären zu Hause geblieben.
Rigorose Verbote reizen nämlich auch jene zur Übertretung, die sonst eher vernünftig reagieren.

X22
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Wir hätten keinen Lockdown gebraucht, denn ich bin mir sicher, Sie wären zu Hause geblieben.

Welche rechtlichen Mittel hätte eine AN gehabt, um von heute auf morgen zu Hause zu bleiben, wie hätten AG darauf reagiert?
Welche Rolle hätte das Pandemiegesetz gespielt?

unfassbar
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Dieses Experiment

....hätte ich mir gerne angesehen....

Mein Graz
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@hkgerhard

Hat ja in Schweden so super funktioniert, dass es dann doch einige Verbote geben musste.
Und eine wesentlich höhere Todesrate.
Und eine Wirtschaft, der es noch schlechter geht als der österreichischen.

hkgerhard
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Aktuelle Textzeile:

WHO lobt Schwedens Sonderweg
Auch rückblickend erscheint dann die Lockdown-Strategie als falsch, fordert sie doch vielerorts einen sehr hohen Preis wirtschaftlichen und sozialen Schadens. Dass nun die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den schwedischen Weg ausdrücklich lobt, ist daher politisch für viele Regierungen Europas brisant.

Mein Graz
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@hkgerhard

Aktuelle Schlagzeile:
"Schwedens Corona-Sonderweg: Kritik aus eigenem Land - Vergleich fällt deutlich aus
Schweden geht in der Corona-Krise einen anderen Weg als viele Länder. Dafür gibt es beides - Lob und Kritik. Zuletzt jedoch vermehrt zweiteres.
[...]
Nachden die Regierung Fehler eingerumt hatte (Update 24. Mai), fordert die Opposition im Land nun eine unabhängige Kommission."
merkur(dot)de

hkgerhard
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WHO lobt

trotz allem. Aber das sind ja auch die, die zuerst gesagt haben, dass Mundschutz nicht hilft. Später dass es doch hilft...usw.

hkgerhard
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Vergleiche hinken

immer in irgendeiner Hinsicht.

dizeit
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Hätti wari täti

...nachher sind immer alle gescheiter!

hkgerhard
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Wäre ich Entscheider

hätte ich so gehandelt. Deshalb kann ich getroffene Entscheidungen nur hinterfragen, anstatt alles ungefragt hinzunehmen.

crawler
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Das ist

noch immer die beste Antwort, die man in dieser Causa geben kann. Vorallem, weil jetzt plötzlich alle wissen was zu tun gewesenen wäre.

fans61
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Den einzigen "schmalen Grat" beschreitet diese Bundesregierung dadurch, dass

1. sie uns wissentlich belogen hat
2. sie sich selbst (Kurz) nicht an die Vorgaben hält
3. sie unfähig ist, der Wirtschaft rasch unter die Arme zu greifen
4. sie unfähig ist ein Budget zu erstellen
usw.

Wahltag ist Zahltag und der kommt, das ist ganz sicher.

unfassbar
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Ach ihr ewigen

Besserwisser, hättet ihr euch mit den vernünftigen
und wirksamen Vorschlägen gleich gemeldet...!!!!

Pelikan22
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Da bist aber letzten Endes du schuld, lieber fan61!

1. Kassierst du selber fleißig ab, wenn es um die Kurzarbeit geht. 2. Du könntest ja selber was spenden, wenn du das "Elend" der anderen siehst und 3. Schimpf nicht über unser Gesundheitssystem, wenn du selber darauf angewiesen bist und es benützt. Nach deinen eigenen Angaben ist ja alles LÜGE!

Geerdeter Steirer
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Ein weiter Kommentar der Literatin welchen ich vollste Zustimmung und Richtigkeit erteile, ............

" Politiker auf beiden Seiten, gleichgültig ob im Osten oder Westen, weisen sich gegenseitig die Schuld zu, ohne an die eigenen Versäumnisse zu denken. Dadurch wurde der gesamten menschlichen Gesellschaft ein schwerer Schlag versetzt. Nur wenn die Menschheit zusammensteht, kann sie das Virus besiegen."

Es kommt immer wieder auf das gemeinsam konstruktive an , da haben Egotrps und ICH - Denken keinen Platz, ich hoffe es dämmert manchem worum es im Leben und im zusammenleben geht !!

Geerdeter Steirer
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Diesen Interpretationen einer chinesischen Literatin kann meine Personnur vollste Zustimmung erteilen, den genau das ist das Salz in der Suppe und worauf sich Menschen besinnen sollten um die richtigen Handlungen für sich selbst wie auch für jeden Mitmenschen zu tätigen !!

"Corona erteilte nicht nur China, sondern der ganzen Welt eine Lektion.
Und die lautet: Ihr Menschen, seid weniger arrogant, nehmt euch weniger wichtig, glaubt nicht, dass ihr unbesiegbar seid, unterschätzt nicht die Zerstörungsgewalt auch winziger Dinge wie die eines Virus."

Dies sind Worte die sich jeder wasserfest hinter die Öhrchen schreiben sollte, es würde viel Ungereimheiten und Ungemach verhindern !