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Burgenland-WahlDie Burgenländer ticken anders: Warum ganz Österreich auf diese Wahl schaut

Die einzige rot-blaue Landesregierung steht bei der Burgenland-Wahl am 26. Jänner am Prüfstand. Meinungsforscher gehen davon aus, dass SPÖ und FPÖ besser abschneiden als bei den Wahlgängen 2019 - die Hintergründe.

Wahlkampf-Start: SPÖ-Spitzenkandidat Doskozil
Wahlkampf-Start: SPÖ-Spitzenkandidat Doskozil © (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
 

Das Muster des Jahres 2019 - ÖVP und Grüne triumphieren, SPÖ und FPÖ sacken ab - dürfte sich im Burgenland in dieser Form nicht wiederholen. Anders als bei der Nationalratswahl (wo es ihr im Lande gelang) hat die ÖVP keine Aussicht, im Burgenland Nummer 1 zu werden.

ÖVP und Grüne dürften ein wenig zulegen, ebenso die SPÖ - während die FPÖ nicht ganz so stark wie zuletzt verlieren sollte. Sehr fraglich ist, ob sich die LBL im Landtag hält und NEOS einziehen. Meinungsforscher glauben, das die rot-blaue Mehrheit im Landtag erhalten bleiben dürfte.

Das Ziel von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, ein - wenn auch nur kleines - Plus zu erreichen, sei zwar ein "ambitioniertes Ziel", könnte aber gelingen, sagte OGM-Chef Wolfgang Bachmayer zur APA. Sicher sei, dass Doskozil damit eine "Stimmungsverbesserung" in der SPÖ insgesamt einleiten werde.

Bachmayer betonte aber, dazu keine Umfragedaten zu haben. Der Experte verwies auch auf das Burgenland-Ergebnis bei der Nationalratswahl, bei der die SPÖ 29,4 Prozent einfuhr, während sie bundesweit auf nur 21,2 Prozent kam.

Bei der letzten Landtagswahl im Burgenland kam die SPÖ trotz eines Minus von 6,3 Prozentpunkten auf immerhin noch 41,9 Prozent.

"Gegenüber dem Nationalratswahl-Ergebnis wird es ein großes Plus sein", so Bachmayers Prognose für das SPÖ-Ergebnis bei der Landtagswahl. "Entscheidend ist: Doskozil leitet eine Stimmungsverbesserung bei den Roten ein", dies sei auch dann der Fall, sollten die 41,9 Prozent knapp verfehlt werden. "Er wird auf jeden Fall sehr gestärkt aus der Wahl hervorgehen."

Zu möglichen Koalitionsvarianten im Burgenland nach der Wahl sagte Bachmayer, klar sei, dass eine SPÖ-ÖVP-Koalition breit abgesichert sein wird. Eine rot-blaue oder eine rot-grüne Koalition würde hingegen "wahrscheinlich nur eine knappe Mehrheit ergeben".

Denn die FPÖ, die 2015 auf 15,0 Prozent gekommen war, müsse mit Stimmenverlusten rechnen. Und die Grünen dürften zwar Zuwächse erwarten, starten aber von niedrigem Niveau (6,4 Prozent bei der letzten Landtagswahl). Die ÖVP hatte 2015 29,1 Prozent erreicht.

Eine Obfrau-Debatte in der Bundes-SPÖ (wie sie zuletzt Ende November ausgebrochen war) erwartet Bachmayer nach der Burgenland-Wahl nicht. Denn auch der Wiener SPÖ-Chef und Bürgermeister Michael Ludwig könne bis zur Wiener Landtagswahl spätestens im Oktober keine anhaltende Unruhe in der Partei brauchen.

Aus Bachmayers Sicht könnte Ludwig Interesse an einem späten Wahltermin in Wien haben. Denn bis dahin werde eine allfällige türkis-grüne Bundesregierung langsam in den "Niederungen der Alltagspolitik" angekommen sein - wovon die SPÖ profitieren könnte.

Fix ist: Im Burgenland stehen die Parteien in den Startlöchern zum Intensivwahlkampf für die Landtagswahl am 26. Jänner. Nach den Weihnachtsfeiertagen, spätestens ab dem Jahreswechsel befinden sich dann alle, die beim Urnengang um Stimmen werben, auch offiziell im Wahlkampfmodus.

Kommentare (11)

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joschi41
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Trickserei

Die Welt schaut auch deshalb auf das Burgenland, weil Doskozil im Dezember 2019 verkündet, dass er im Mai 2020 wieder heiraten wird. Das interessiert naturgemäß die Weltöffentlichkeit.

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tomtitan
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Doskozil ist einer der wenigen roten Politiker, die mit beiden Beinen im Leben stehen!

Die SPÖ wird im Burgenland haushoch gewinnen!

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tomtitan
1
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Und in Wien wird die SPÖ auch haushoch gewinnen -

mangels ernsthafter Alternativen...

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ReinholdSchurz
3
16
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Burgenland wäre nicht anders wenn?....

Wenn ich mir so die jetzige SPÖ im Bund und den übrigen Bundesländern sowie die SPÖ nahe Gewerkschaft so anschaue bestehen diese nur aus Fehlbesetzungen durch Jahrzehnte Lange Freunderlwirdschaft in den eigenen Reihen wurde nie jemand mit Hausverstand Implantiert.
Wenn ich mir die Anzahl der Arbeitnehmer so anschaue bilden sie mit Leichtigkeit ein Mehrheit nur vertritt sie niemand mehr, weil allen die Arbeitende Bevölkerung egal ist und nur der Profit zählt und Parteiintern Persönlichkeiten wie der Herr Hoscher in Wien der Lärcher in der Steiermark und der Tiroler Kollege im Porsche Unsummen für Leistungen kassieren die niemals möglich sind.
Erklärt das einmal, die vielen Frauen die in Teilzeit arbeiten oder Männern die knapp über den Existenzminimum ein Familie erhalten müssen.
Eine Neugründung ist viel zu wenig ich würde auch den Namen ändern 📬🇦🇹😳

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hermannsteinacher
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Vorarlberg

ausgenommen.

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rochuskobler
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Manchester Kapitalismus

...dem kann ich nur zustimmen. Die heutige SPÖ frönt dem Machester Kapitalismus in höchster Form. Ihre Großmogule, wie Hoscher oder andere Politfunktionäre in Gewerkschaften, Kammern oder staatsnahen Betrieben, die Millionen verdienen, denken schon lange nur mehr an sich und holen sich, was ihnen zusteht. Ein Androsch als Großkapitalist schimpft sich Sozialist und, und und. Dass sich da die Arbeiter und Angestellten mit Grausen abwenden, ist völlig normal.

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rochuskobler
14
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Dosko ist ein Macher

...und er wird im Burgenland wieder wie National - Sozialistische Regierung machen und die Rendi wird ihm applaudieren.

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Kormoran
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Burgenland

UND Kärnten!

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hermannsteinacher
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... und Wien

muss sich auch heuer bewähren.

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freeman666
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Zwickmühle für Rendi Wagner

Gewinnt Doskozil ist der Beweis erbracht, dass vernünftige Realpolitik besser angenommen wird als die weit linke Bundes SPÖ Traumtänzerei.
Verliert Doskozil wird man es auf die katastrophale Performance der Bundes SPÖ zurückführen.

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Irgendeiner
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Welche vernünftige Realpolitik,

einen Juristen der schon verfassungsrechtlichen Mumpitz erzählte sollte man nachschulen und naja,wer populistisch blaue Ideen umarmt ist in der falschen Partei, außer natürlich die dort sind zu feig und lassen sich die ideologische Position von einem Studienabbrecher kippen,das werma den Roten doch nicht zumuten und dreimal denselben unbehirnten Schmarrn brauchma auch nicht.

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