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Spielfeld Großübung mit neuer Grenzschutztruppe "Puma"

Bei einer Großübung Ende Juni in Spielfeld soll Österreichs neue Grenzschutztruppe „Puma“ das Licht der Welt erblicken.

Bild von einer früheren Übung zum Schutz der Grenze
Bild von einer früheren Übung zum Schutz der Grenze © KLZ/Weichselbraun
 

Mit einer Großübung am Grenzübergang in Spielfeld will Innenminister Herbert Kickl nach Informationen der Kleinen Zeitung die neue österreichische Grenzschutztruppe, die den Namen „Puma“ tragen wird, der Öffentlichkeit vorstellen. Hunderte Polizisten und Soldaten sollen am 25. Juni einen fingierten Flüchtlingsansturm auf die Grenzübertrittsstellen abwehren. Ob auch der vier Kilometer lange, in der Zwischenzeit äußerst durchlässige Grenzzaun entlang der Weinstraße (das legendäre „Türl mit Seitenteilen“) in die Übung einbezogen wird, ist noch offen.

„Ich will für den Fall des Falles vorbereitet sein - in der Hoffnung, dass der Ernstfall nie eintritt“, entgegnet Kickl dem Vorwurf, dass diese Demonstration der Macht nur ein Signal an die Stammtische sei. Dem Vernehmen nach sollen auch Innenminister oder Polizeichef aus den Balkanstaaten dem Spektakel beiwohnen.

Bis zu 600 Polizisten sollen der Einheit angehören, die nicht als stehende Truppe konzipiert ist. Die Beamten sollen außerhalb von Krisenzeiten in Polizeidienststellen und anderswo ihren gewöhnlichen Dienst versehen. Als Kennung sind spezielle Polizeiabzeichen vorgesehen, die einen Puma zieren. Innerhalb von 24 Stunden sollen die Kräfte aus ganz Österreich zusammengezogen werden können. Ende Juni ist die Einheit einsatzfähig, der Vollausbau soll im Herbst abgeschlossen sein.

Schnelle Eingreiftruppen

Innenminister Kickl will die Grenzschutzeinheit und die Spielfelder Übung in einem größeren Kontext verstanden wissen. Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen in Südosteuropa sind Kickl und Franz Lang, der Chef des Bundeskriminalamts, derzeit bemüht, die Balkanländer zu einer intensiveren Kooperation zu bewegen. Kickl schwebt die Schaffung schneller Eingreiftruppen in allen Ländern vor, die umgehend an Hotspots verlegt werden können. Jede Regierung sollte außerdem eine Taskforce zur Bekämpfung der Schlepperkriminalität einrichten. Eine Art von „Migrations- und Schlepperradar“ des gesamten Balkanraums sollte den Behörden unterstützend zur Seite stehen.

Kickl und Lang widersprechen dem Vorwurf, dass die jüngsten Warnungen der Bundesregierung über einen Anstieg der Flüchtlingsbewegungen im Balkanraum aus der Luft gegriffen seien bzw. die Regierung aus populistischen Erwägungen einem billigen Alarmismus fröne. Aktuellen Schätzungen zufolge halten sich derzeit rund 80.000 Flüchtlinge in den südosteuropäischen Staaten auf. Italien zählt freilich 170.000 Flüchtlinge, die auf dem Sprung nach Norden sind.

In den nächsten Wochen sollen die zuständigen Politiker und Beamten aus den Balkanstaaten verstärkt zusammentreffen, unter anderem in Wien. Schwachpunkte sind nach Informationen von Lang Albanien (zu wenig Einsatzkräfte) und Bosnien (kein System zur biometrischen Erfassung von Migranten, Radikalisierung der Personen). Auch Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro und Mazedonien stöhnen über steigende Asylanträge, so der Chef des Bundeskriminalamts nach einem Treffen mit seinen Kollegen in Sarajevo.

Kommentare (11)

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Irgendeiner
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Ja klar, Flüchtlinge sind was Abzuwehrendes und

naja, da sozialisiert man eine Truppe drauf,so schnell geht das im Land der kleinen Männer mit kleinen Hirnen.Und Flüchtlinge sind ja für soviel gut, zur Kürzung der Mindestsicherung,zum Sozialstaatsabbau,als Reservearbeitslosenheer, zur Einführung der biometrischen Erfassung und natürlich damit was nicht entspricht ein Amt hat. Eine Goldgrube, diese Flüchtlinge,naja, für die Regierung, nicht für Euch, ihr werdet den inhumanen Irrsinn auf mehreren Ebenen zahlen, wohl bekomms.

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clubderbunten
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An der EU Aussengrenze üben

Das diese Einsatzruppe an der österreichischen Grenze zum Einsatz kommt ist sehr unwahrscheinlich, da durch zwischenzeitliche Aktionen und EU Aussengrenzschutz die Balkanroute fast versiegt ist.
Warum trainieren die 600 Polizisten nicht direkt an der EU - Aussengrenze -unter realbedingungen - was mal ihr tatsächlicher Einsatzort ist oder sein wird bzw. wofür diese letztlich bestimmt.
club der bunten

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X22
2
7
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„Ich will für den Fall des Falles vorbereitet sein - in der Hoffnung, dass der Ernstfall nie eintritt“, entgegnet Kickl dem Vorwurf, dass diese Demonstration der Macht nur ein Signal an die Stammtische sei. (Und wie werden die 600 Polizisten in ihrer Kampfausrüstung dabei helfen, es gibt eh schon genug FPÖ Schaulustige die "ihr Lustspektakel" vor Ort genießen)

Balkanroute II: Kaum Flüchtlinge in Albanien;Vertreter aus Politik und Diplomatie stimmen gegenüber österreichischen Journalisten darin überein, dass Spekulationen bezüglich einer neuen Massenfluchtroute über das Land derzeit keine reale Grundlage haben.(SN)
Keine zweite Balkanroute: Kaum Flüchtlinge in Albanien
WIEN. Die jüngst in Österreich thematisierte "Balkanroute 2" entzieht sich zumindest in Albanien weitgehend der Wahrnehmung.(OÖN)
Wie viele Flüchtlinge kommen wirklich über Albanien?(Kleine)
Flüchtlingszahlen: Albanien sieht "beunruhigendes Zeichen"Verglichen mit 2015 sei dies eine kleine Zahl, aber ein "beunruhigendes Zeichen", sagte der Ministerpräsident, der das gute Wetter als Faktor für die Zunahme nannte.(Ö24)
Zwischen Januar und März 2018 starb einer von vierzehn Migranten bei der Überquerung des Mittelmeers. Im Vergleich dazu kam während der ersten drei Monate in 2017 einer von 29 Flüchtenden ums Leben.
Asylsuchende, die über den Seeweg nach Griechenland gelangen, sind mit längeren Aufenthalten in katastrophalen Zuständen konfrontiert, berichtet das Flüchtlinsghilfswerk in dem neuen Bericht. (UNHCR)

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hgw22
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Das Spielzeug des kleinen Mannes...

fürchtet euch vor kleinen Männern in der Politik, sie haeb immer nur Chaos gebracht. siehe Rußland, Polen.

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hgw22
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...haben..

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clubderbunten
1
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An EU Aussengrenze üben

Die Truppe finde ich gut im Sinne des Schutzes der EU - Aussengrenze. Das diese Einastztruppe jemals an Östereichs Grenzen benötigt wird - halte ich für völlig ausgeschlossen da zwischenzeitlich Bewegung zum Schutz der EU - Aussengrenze gekommen ist.
Warum trainiert diese Truppe nicht gleich an der EU - Aussengrenze für das diese Truppe letzlich sinnig und bestimmt ist.
club der bunten

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Popelpeter
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Bravo Hr Kickl!

Endlich werden Nägel mit Köpfen gemacht!

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weinsteirer
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wieder mal alternative fakten in der kleinen...

entlang der weinstraße gab und gibt es keinen grenzzaum!

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pinsel1954
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Seit langem wieder eine Regierung die bereit ist, das österreichische Volk zu schützen....

....danke!

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SoundofThunder
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🤔

Warum nicht am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe?

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Flogerl
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Vielleicht .....

.... weil dort höchst selten ein Flüchtlingsansturm zu erwarten sein wird ?

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