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TEAM STRONACH

Wer haftet für Millionenkredite des Gründers?

Heute Mittag wird im Nationalratsklub des Team Stronach die Vertrauensfrage über Kathrin Nachbaur gestellt. Waltraud Dietrich gilt als mögliche Kandidatin, das Team vor dem Zerfall zu retten.

Noch-Klubchefin Nachbaur (l.) und ihre Geschäftsführerin Dietrich
© (c) APA/HANS KLAUS TECHT
 

die seit Monaten laufende Selbstzerstörung des (2013 sehr erfolgreichen, siehe nebenstehende Grafik) Team Stronach geht munter weiter. Nur tröpfchenweise werden immer weitere Details bekannt. Fix ist inzwischen, dass Klubobfrau Kathrin Nachbaur ihren „Rückzug aus der Bundespartei Team Stronach für Österreich per sofort“ schriftlich beim Parteivorstand deponiert hat. Das bedeutet, dass sie als Nationalratsabgeordnete Mitglied im Stronach-Parlamentsklub ist, nicht aber in der Stronach-Partei. Damit ist sie kein Einzelfall: Weiter drei der elf Abgeordneten sind keine Parteimitglieder.
Wie lange Nachbaur noch gewählte Obfrau des Nationalratsklubs sein kann, wird sich heute Mittag entscheiden: Klubkollege Robert Lugar – nach eigenen Angaben wieder Vertrauter von Parteichef Frank Stronach – will im Klub die Vertrauensfrage stellen. Zwölf Personen (elf Nationalräte plus ein Bundesrat) sind dort stimmberechtigt. Lugar hatte Nachbaur zuvor aufgefordert, ihren Parteiaustritt als „Irrtum“ zu widerrufen, dann könne sie Klubchefin bleiben. Das schloss sie im ORF zwar wortreich aus, ließ später aber einen Kollegen dennoch twittern: „Ich kann mich für mein Geschwafel selbst nicht leiden.“
Lugar selbst beteuerte, er wolle nicht Klubchef werden. Jene, die die besten Chancen auf eine allfällige Nachfolge hat, die allseits anerkannte geschäftsführende Klubchefin Waltraud Dietrich aus der Steiermark, wollte vor der Sitzung dazu nichts sagen, war aber erkennbar bemüht, eine breite Lösung zu finden.
Haftungen
Am stärksten gerätselt wird nach wie vor über die zentrale Frage: Weshalb verließ Nachbaur die Partei, will aber den Nationalratsklub weiter führen. Einige Indizien weisen darauf hin, dass es ums liebe Geld geht. Erstes Indiz: Nachbaur trat aus der Bundespartei aus, bisher aber nicht aus der steirischen Landespartei. Entscheidend dabei: Die Landesparteien erhalten ihr Geld in Form von Darlehen von der Bundespartei. Diese Darlehen werden von der Bundespartei, deren Chef nach wie vor Frank Stronach ist, bei Wohlverhalten in Spenden umgewandelt. Nachbaur bezeichnete diese Darlehenskonstruktion wörtlich als „Hemmschuh“, über die Stronach versuche, „alles unter Kontrolle zu halten“.
Die Bundespartei selbst erhielt von Stronach zum Start 2013 einen Kredit in der Höhe von zehn Millionen Euro. Eine Million davon hat die Bundespartei inzwischen abgezahlt (aus der staatlichen Parteienfinanzierung) bzw. wurde ihr von Stronach als Spende später wieder geschenkt. Die Bundespartei haftet also weiter für neun Millionen, Stronach hat die Möglichkeit, diesen Kredit jederzeit fällig zu stellen.
Und damit sind wir wieder bei Nachbaur: Als eines von bisher nur 14 Mitgliedern der Bundespartei (weitere 350 Mitglieder in den Landesparteien) würde sie mit dafür haften. Wie konkret diese Haftung ist – und nach ihrem Austritt für die Vergangenheit wäre – ist unklar: Bisher hat die Stronachpartei die Vertragsdetails nicht bekannt gegeben. Offiziell heißt es nur, Stronach als Obmann würde haften, vermutlich aber nicht alleine: Bei derartigen Rechtskonstruktionen gibt es oft Solidarhaftungen. Die versuchte Flucht aus dieser Haftung könnte also Hintergrund des Austritts sein.

CLAUS ALBERTANI

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Danke für Ihr Verständnis.

0656t070fc2v7szt0b382q13k41rx53i
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Lionel Messi wurde gerade als genialster Fussballer überhaupt gelobt.

Wenn der jetzt als Skirennfahrer beginnen würde, wieso sollte er da genau so erfolgreich sein wie im Fussball?
Wird wohl jede(r) so sehen.

Bloss warum glaubt(e) ein in der Wirtschaft (Autozulieferindustrie) sehr erfolgreicher Frank Stronach, dass er auch etwas von Fussball und Politik verstünde?
Da liegt schon die Wurzel der Probleme dieses chaotischen Möchtegern-Politik-Haufens.

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egalite
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Ein schauriges Spiel auf Kosten der Steuerzahler wird

immer mehr zur Groteske. Leute die sich unter großem TamTam und Versprechungen wählen lassen, ein Parteigründer, der sich nach kürzester Zeit zurückzieht und ein fortwährender innerparteilicher Streit, das ist das Ergebnis für das der österr. Steuerzahler Millionen bezahlt.
Niemand aus dieser streitbaren Truppe kommt auf die Idee, sich bei den Wählern für den Vertrauensbruch zu entschuldigen.
Arbeit für Österreich wollten sie leisten, herausgekommen ist eine jahrelange Selbsttherapie von Egoisten!

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u1t2ey3pdir7nub7wcb692jeilq81506
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... und ein fortwährender innerparteilicher Streit, das ist das Ergebnis für das der österr. Steuerzahler Millionen bezahlt:

Molterer, der Erlöser hat seinzeit das Theater mit "es reicht" beendet, das wir uns ein Jahrzehnt, dank SPÖVP, leisten mussten. Nach dem Ende Molterers gab es einen Neubeginn und ein weiteres Jahrzehnt war aus der Taufe gehoben, welches wir uns wegen SPÖVP, wieder leisten wollen?

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Aristophanes
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Nach welchen Kriterien ist ein Vertrag wegen Sittenwidrigkeit mit Nichtigkeit behaftet ??

Können hier die p.t. Juristen unter der Leserschaft zu Aufhellung beitragen ?

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Aristophanes
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Ich bin nur gespannt, mit welchen Steirern, jau, er es bei den nächsten Wahlen versuchen will -- wer wird sich finden ?

???

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horod
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vorlage für die österr. kabarettszene:

eifersüchtiger halbkanadier kauft käppitäl-bänk und wechselt vorstand aus. wegen unvereinbarkeit und auch wegen die werte...oder in echt...bei alten deppen is alles möglich

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u1t2ey3pdir7nub7wcb692jeilq81506
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Wer haftet für Millionenkredite des Gründers?

Da sollte sich die Journaille nur keine Gedanken machen: Auf diesen Ebenen erledigt das der Staat!

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marinerjoe
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Und damit der deppate Steuerzahler, weil der Staat hat

kein Geld. Sauber!

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u1t2ey3pdir7nub7wcb692jeilq81506
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"Der Staat" sind wir, ...

die deppaten Steuerzahler.

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Patriot
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Denen geht's, wie allen anderen Politiker/innen auch,

nur um ihren Platz am Futtertrog, den wir Steuerzahler/innen immer wieder anfüllen müssen, auch wenn wir deshalb schon lange "so an Hals" haben! In nicht allzu ferner Zeit werden diese Typen das Fass zum Überlaufen bringen.

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0656t070fc2v7szt0b382q13k41rx53i
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@ Patriot: Wieso werfen Sie

alle in einen Topf? Weils bequemer ist, als sich ein differentiertes Urteil über einzelne Parteien, einzelne Politikerinnen zu bilden?

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Oberwoelzer
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Schade um jeden Cent der an Parteiförderung sprich Steuergeld in diesen Chaoten-Haufen rinnt.Den diese Nullen können für Österreich nichts bewirken.!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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u1t2ey3pdir7nub7wcb692jeilq81506
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... diesen Chaoten-Haufen?

Sie meinen, andere Parteien wären "gerechtfertigter" auf diese Art Steuergeld zu verprassen?

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marinerjoe
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So durchgängig dämlich hat sich nicht mal

die FPÖ verhalten ...

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misterQ
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Warum sollte Stronach die Darlehen fällig stellen, wenn er Obmann des einzigen Schuldners ist.

Obmannstellvertreterin war Katrin Nachbauer. Wer ist Finanzreferent der Partei? Diese beiden hätten theoretisch etwas zu befürchten. Aber praktisch wohl nicht die Mittel bzw. fehlt dem Gläubiger Stronach der gute Glauben, wenn er nicht bei sich selbst das Geld eintreibt.

Außerdem sind Partei, Club und Akademie drei verschiedene Einheiten. Der Club und die Akademie sind nicht Schuldner, sie sind bestenfalls Melkkühe, die sich sofort von Stronach lossagen könnten, wenn er zu toben beginnt.

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0656t070fc2v7szt0b382q13k41rx53i
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@ MisterQ: Das sehe ich

genau wie Sie.
PS. Es tut gut, fundierte Postings zu lesen und nicht nur Suderei.

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hermyne
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Jetzt habe ich mich so auf die alten und neuen Werte gefreut .... und jetzt das! Leider hat uns Franks gescheitertes Politexperiment einen arroganten und nicht sonderlich fähigen Straßenbaureferenten gebracht, der zudem auch noch auf die Werte seines Mentors schon lange pfeift.

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wgen2lltp33hjcw7p1lsn5yjw33uct9v
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Wir Steuerzahler sollten an diesem Chaotenverein die Parteienförderung einstellen können.....

....eine Partei hätte einen Dienst an das Volk zu leisten. Diese Herrschaften leisten nur einen Dienst an sich selbst indem sie sich reichlich am Steuergeld der Bürger bedienen ohne für den Bürger etwas zu tun.
Diese Chaoten sind eine Schande für unser Land und Betrüger an unserem Volk.
Die Frage, wo war die Leistung, sollten sich diese gekaufte Truppe einmal stellen, wenn sie einen Funken an Gewissen und Anstand haben.

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StockBoss
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Alles sofort fällig stellen

Und der Spuk ist in Null komma Nix vorbei. Stronach würde sich damit wohl selbst das größte Geburtstagsgeschenk machen und die Last weg haben, auch die Nachbaur schaut so unglücklich aus als dass dieses Leiden nicht weiter verlängert werden soll. Nach Maßgabe aller Werte bleibt mir nur mehr zu sagen: Stop it now, Franky Boy!!!

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0656t070fc2v7szt0b382q13k41rx53i
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@ StockBoss: Bitte lesen Sie oben

das Posting von MisterQ!

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