R. Sargent Shriver tot

Schwarzenegger trauert um seinen Schwiegervater

R. Sargent Shriver, Ehemann der Schwester des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, ist am Dienstag in den USA gestorben. Er hatte jahrelang an Alzheimer gelitten.

© APA
 

R. Sargent Shriver ist am Dienstag im Alter von 95 Jahren verstorben. Der nach Kennedy-Tradition für die Demokraten tätige US-Politiker litt seit Jahren an Alzheimer. Er starb in einem Spital im US-Bundesstaat Maryland nahe der Hauptstadt Washington. Am Sterbebett hatten sich seine fünf Kinder und 19 Enkelkinder versammelt, hieß es in einer Erklärung der Familie. Seine Frau Eunice Kennedy Shriver, Mutter von Schwarzeneggers Ehefrau Maria, war im August 2009 im Alter von 88 Jahren verstorben.

Gründer des Friedenscorps

US-Präsident Barack Obama würdigte Shrivers Verdienste und lobte ihn für sein Engagement als Gründer des Friedenscorps. Auch der frühere kalifornische Gouverneur Schwarzenegger würdigte seinen Schwiegervater: Dieser bleibe für ihn Vorbild und Inspiration. Sargent Shriver sei nicht nur ein ausgezeichneter Diener der Öffentlichkeit gewesen, sondern auch ein wunderbarer Ehemann, Vater, Großvater und Schwiegervater. Im Gedenken an ihn hoffe er für sich auf ein "selbstloses Leben", so wie es Sargent gelebt habe.

Während der Amtszeit seines Schwagers US-Präsident John F. Kennedy gründete Shriver des US-amerikanischen Friedenscorps, das er die ersten sechs Jahre auch leitete. Im "Peace Corps" waren seit 1961 mehr als 200.000 vorwiegend junge Amerikaner als Freiwillige in 139 Ländern für soziale, medizinische, wirtschaftliche und technische Projekte tätig.

Gegen Armut und Ausgrenzung

Unter Kennedys Nachfolger im Weißen Haus, Präsident Lyndon Johnson, setzte sich Shriver für soziale Reformen und gegen Armut und Ausgrenzung ein. Im Jahr 1972 versuchte er selber an die Spitze zu kommen: Shriver war Vizepräsidentschaftskandidat des Präsidentschaftskandidaten George McGovern. Die beiden Demokraten mussten sich damals haushoch dem republikanischen Amtsinhaber Richard Nixon und dessen Vizepräsidenten Spiro Agnew geschlagen geben. Vier Jahre später bemühte sich Shriver selber um die Präsidentschaftskandidatur und unterlag in den Vorwahlen der Demokraten, bei denen sich damals Jimmy Carter durchsetzte. Daraufhin beendete Shriver seine politische Karriere.

Sargent Shriver unterstützte seine Frau Eunice bei der Gründung der Special Olympics. Seine Tochter Maria Shriver, früher Journalistin, schrieb Bücher über Alzheimer. Die Familie Shriver geht nach einem Artikel der "New York Times" auf Einwanderer aus Deutschland zurück, die 1721 in die USA kamen und "Schreiber" hießen.

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