Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Gegen assistierten Suizid"Jede Mutter, jeder Vater sollte darüber nachdenken"

Wie kann man das Gesetz, das assistierten Selbstmord erlaubt, entschärfen? Österreichs Hospiz-Präsidentin Waltraud Klasnic und Palliativ-Präsident Rudolf Likar bauen dafür eine Allianz auf. Ein Gespräch über menschenwürdiges Sterben, die Unfähigkeit, über den Tod zu reden und den Sinn des Lebens.

Steirisch-kärntnerische Allianz: Waltraud Klasnic, Rudolf Likar © KK
 

Assistierter Suizid soll mit Jänner 2022 nicht mehr strafbar sein: Ist die Wucht dieses Spruchs des Verfassungsgerichtshofs in der Bevölkerung angekommen?
WALTRAUD KLASNIC: Ich habe alleine schon mit dem Wort assistierter Suizid ein Problem. Weil ich bin Durchschnittsbürgerin und unterstelle vielen Menschen, dass sie nicht wissen, was Suizid ist. Suizid ist Beihilfe zum Sterben. Beihilfe zum Selbstmord. Unsere Aufgabe ist es jetzt mitzuhelfen, dass Betroffene in ihrer letzten Lebensphase nicht unter Druck kommen. Dass sie nicht glauben, sie müssten jetzt annehmen sterben zu wollen, weil es zu teuer wird, weil das letzte Lebensjahr angeblich so viel kostet. Oder, weil sich vielleicht das Erbteil schmälert.
RUDOLF LIKAR: Vieles ist passiert, weil wir nicht kommunizieren. Und weil wir nicht auf Menschen eingehen. Außerdem gibt es Instrumente, wie Palliativ-Care, mit denen Menschen in den letzten Tagen und Stunden betreut werden, damit sie keine Schmerzen haben. Da geht es nicht um einen assistierten Suizid, sondern um ein menschenwürdiges Sterben.

Kommentare (18)
Kommentieren
heri13
3
3
Lesenswert?

Warum komm immer noch die klasnić vor?

Überall möchte sie ihren Unsinn verzapfen.

Bond
0
2
Lesenswert?

Experte des Alltags

Das muss dieser berühmte Ketchup-Effekt sein. Drei Wochen ist der Likar verschwunden, aber dann kommt er doppelt und dreifach.

Christa Drawetz
0
1
Lesenswert?

Freiheit heißt Verantwortung übernehmen

Für den Staat gilt: alles, was ihm nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist ihm verboten. Für uns BürgerInnen gilt: alles, was uns nicht ausdrücklich verboten ist, ist uns erlaubt. Das heißt, es gibt KEIN Gesetz, das uns den assistierten Suizid erlaubt (siehe Einleitung des Artikels), da es dieses nicht braucht. Der VfGH hat aber dem Staat verboten, ab 1.1.2022 den assistierten Suizid in jedem Fall unter Strafe zu stellen, da lt. VfGH das Recht auf Selbstbestimmung auch das Recht auf Selbsttötung unter Zuhilfenahme Dritter umfasst. Der VfGH hat den Gesetzgeber – ich meine zu Recht – dazu aufgefordert, zur Verhinderung von Missbrauch Maßnahmen vorzusehen, damit die betroffene Person ihre Entscheidung zur Selbsttötung nicht unter dem Einfluss Dritter fasst.
Aber ebenso wichtig wäre es, wenn nun die bevorstehende Gesetzesänderung eine möglichst breite Auseinandersetzung zum Thema „menschenwürdiges Sterben“ in der Bevölkerung in Gang setzen würde, weil es hängt immer von uns ab, wie wir mit unseren Freiheiten umgehen!

dieRealität2020
0
4
Lesenswert?

Immer weider erschreckend was für ein Geschätz da wie eine tibetaniscshe Gebetsmühle von uninformierten ahnungsloen und unwissenden Menschen über die Sterbehilfe transportiert wird, Erschreckend.

.
Niemand macht sich die Mühe diese "Ethikveträge" in Belgien und alles rund um die Sterbehilfe an kompetenter Stelle zu hinterfragen und nachzuschlagen.
.
Trottelhaft und dümmlich diese Aussagen ohne Grundlage. Wie kann man zu einer derartigen Ansicht und Aussage kommen, ohne Betroffene zu kennen? Indem man den Nonsens 6 Kokolorses einfac hweitertranspüortiert ohne sich zu vergeweisern was Sache ist.
.
("...anzusehen dass Betroffene in ihrer letzten Lebensphase nicht unter Druck kommen. Dass sie nicht glauben, sie müssten jetzt annehmen sterben zu wollen, weil es zu teuer wird, weil das letzte Lebensjahr angeblich so viel kostet. Oder, weil sich vielleicht das Erbteil schmälert....) Das ist der größte Scheiß überhaupt der immer verwendet wird den ich immer hören muss. "..Oder die Ärztin auf einer Krebstation die sagt ich bin 40 Jahre hier und noch nie hat mich ein Mensch zu sterben aufgefordert. Wie dumm hält sie ihre Gegenüber???
.
Diese Menschen Pfarrer, Journalisten Politiker Mediziner usw. Haben bis dato nicht nur in Österreich aber auch in Deutschland hier vorwiegend, mit keinem Menschen die sich in der Sterbehilfe befinden gesprochen.
.
Jährlich liegen hunderte mit Deutschland tausende Erbschafpostreitereinen vor Gericht in denen im Zuge dieser Auseinandersetzung auch von der vorsätzlichen
unterlassenen Hilfeleistung bis zur vorsätzlichen Tötung verhandelt wird.

Civium
5
2
Lesenswert?

Ganz schlimm ist es dass es Länder gibt die

Menschen aus dem Ausland einladen um in ihrem Land sterben zu können
Besonders abscheulich finde ich es dass Leute die sich für eine Suizid entscheiden andere dazu animieren und Werbung damit machen.
Man befördert damit auch das Denken dass kranke und alte Leute nichts mehr wert sind.
Ein Land das die Euthanasie gehabt hat wie Österreich bzw Ostmark und in dem es Vernichtung von Leben nur dadurch gab weil es der Staat ermöglicht hat, sollte alles tun das Euthanasie nie nie wieder möglich wird!!

Palliativmedizin ermöglicht ein würdevolles Sterben!

dieRealität2020
0
5
Lesenswert?

Palliativmedizin ermöglicht ein würdevolles Sterben!

.
Da dürften sie aber letztendlich keine Ahnung vom tatsächlichen sterben in der Palliativmedizin haben.

feringo
1
1
Lesenswert?

Hintertürl zu Zwangsmaßnahmen? - Nein, danke!

Die Stellungnahmen zweier Menschen mit wirkenden religiösen Impfstoffen in sich, die leider nicht anders denken können.
Das Sterben selbst ist keine Krankheit und bedarf nicht einzig und allein der Medizin als Oberhoheit. Das wurde ja auch klar im Urteil festgestellt. Leuten zu unterstellen, nicht zu wissen was Suizid ist, zeigt einen überheblichen eigenen Stand des Nichtwissens.
Hilfen für Sterbende auszubauen ist selbstverständlich zu unterstützen. Diese können dann auf Wunsch angenommen werden. Sie dürfen aber niemals übers Hintertürl zur Zwangsmaßnahme führen.

Zuckerpuppe2000
1
4
Lesenswert?

Selbstbestimmung

Wir sollte alle selbst entscheiden dürfen. In der konservativen Schweiz funktioniert es schon viele Jahre. Ich möchte nicht Monate oder womöglich Jahre dahin vegetieren, sondern noch bei klarem Verstand eine für mich passende Lösung finden.

GordonKelz
4
6
Lesenswert?

Habe es nicht anders erwartet.....

..dass mit allen Mitteln versucht wird, im Vorfeld der gesetzeswerdung, mächtig dagegen einzuwirken. Man bringt es in Österreich fertig, einen Gesetzestext zu formen ,der es den Menschen trotz ERLAUBNIS des assistierten Suizid, faktisch unmöglich macht...damit gehen die schrecklichen Suicide wie leider gewohnt weiter....das traue ich den Verantwortlichen zu, und die Kirche die selbst ein Sittenbild des Verfalls zeichnet, gibt das Ihrige noch dazu...übrig bleibt der Mensch in seiner Verzweiflung!
Gordon Kelz

dieRealität2020
0
1
Lesenswert?

da gibt es nichts viel zu diskutieren

Das sind wir Österreicher mit der Fülle unserer seit Kriegsende gewachsenen Charaktereigenschaft, vom Portier bis zum Bundespräsident. Das sind eben wir Österreicher. Was wir täglich in der Vergleichbarkeit zu anderen Gesellschaften immer wieder erkennen können. 14 Kinder Enkelkinder Patenkinder seit Mitte der 60er beginnend aus NJ, Belgien, Deutschland und Österreich und ihr persönliches gesellschaftspolitisches Umfeld haben wir bei unseren sehr eng gehalten Kontakt immer wieder die erheblichen Unterschiede zu unserer Gesellschaft aufgezeigt.
.
Meine Frau verstarb mit Euthanasie in Belgien vor 10 Jahren und auch ich habe einen dementsprechenden Ethikvertrag, in dem alle gesetzlichen Bestimmungen festgehalten sind, aber auch die dementsprechenden Regelungen wie in einem normalen Testament. Wobei die "Bevollmächtigten" die im Endeffekt entscheiden, dürfen in keinen Nachlass verfahren aufschienen und verwickelt sein dürfen. Das wird von einer Ethikkommission überprüft.
.
Was glauben die neunmalklugen besserwisserischen Deppen da alle? Wenn ich an die in Österreich hunderten Erbschaftsstreitigkeiten vor Gericht die natürlich von der fahrlässigen Unterlassung der Hilfe bis zum vorsätzliche nTod reichen.
.
Die Palliativmedizin näher im Detail betrachten ist nichts andres als eine legale Sterbehilfe. In Kurzform. Patient will sterben, Angehöriger informiert Arzt und Arzt setzt die Spritzen. Patient stirbt. Zu diesen Zeitpunkt hat der Patgient bereits Höllenqualen durchlaufen.

Civium
0
2
Lesenswert?

Würden sie es noch

befürworten , wenn sie persönlich betroffen wären???????

Ifrogmi
2
9
Lesenswert?

Wochen voller Schmerz,...

... in der Windel, wund, unfähig etwas zu tun ausser zu leiden und danach tagelange Agonie, sediert, bis endlich der herbeigesehnte Tod sich erbarmt.
Sowas ist ein menschenwürdiger Tod? Das sollte wohl jefer für sich selbst entscheiden dürfen.

Civium
1
2
Lesenswert?

Würden sie es noch befürworten , wenn sie persönlich betroffen wären???????

.

feringo
0
1
Lesenswert?

@Civium : ... persönlich ...

Genau um das Persönliche geht es doch.

Kathrin1009
4
16
Lesenswert?

Mein Leben

Ich sehe es anders. Über mein Leben und sterben bestimme ich allein. Sollte ich in die Lage kommen dass ich unheilbar erkranke, setze ich dem lieber selbst ein Ende als dahinsiechend auf den Tod zu warten.
Das ist eine so persönliche Entscheidung, dafür braucht es keine Weisheiten einer ehemaligen Politikerin, die irgendwas von Kosten und Erbteil redet, das wird dem Großteil der Menschen in der Situation egal sein.

Freitag
0
3
Lesenswert?

Meine Entscheidung

Ich habe bereits mehrmals Menschen bis zum letzten Atemzug begleitet, meinen Opa, meinen Vater, meine Mutter und meine Schwiegermutter. 2019 und 2020 meine besten Freundinnen. Bis auf meine Mutter und meinen Opa sind alle an Krebs gestorben. Die Leistungen der Ärzte und des Pflegepersonals, der Palliativmedizin und der Hospize sind großartig und dennoch haben meine Lieben alle unendlich gelitten. . Da ging es nicht um Monate oder Wochen, alle haben jahrelang um ihr Leben gekämpft, aber irgendwann war keine Kraft mehr da. Und ich hätte mir so gewünscht, dass ich ihnen die letzten fünf bis sechs Tage hätte ersparen können. Schwerstkranke geben nicht leichtfertig auf, aber wenn Sie Dich anflehen diesem Leid endlich ein Ende zu machen, dann ist es wirklich Zeit eine Möglichkeit für einen würdevollen Tod zu schaffen Auch wenn alles versucht wird, dass die Patienten nicht leiden müssen, manchmal sind die Schmerzen nicht beherrschbar. Der Tod war einfach nur die langersehnte Erlösung nach unendlichen Qualen und der Tod war bei allen innerhalb kurzer Zeit zu erwarten. Ich wünsche mir von Herzen, dass man todkranken Menschen endlich die Möglichkeit für einen würdevollen Tod gibt.

Schauplatz
2
12
Lesenswert?

Genau meine Meinung

Mein Leben gehört mir ganz alleine. Wenn ich unheilbar krank bin, dann hat niemand das Recht über mein Ableben oder Weiterleben zu entscheiden als ich alleine. Auf keinen Fall die Kirche oder die Politik und ich benötige auch kein Komitee mit Personen, die nur ihre Meinung vertreten und sich als Richter aufspielen wollen.

tenke
5
21
Lesenswert?

"Nur eine Depression." Was soll das sein?

Klingt ein wenig provokant nach einem harmlosen Schnupfen. Kann natürlich nach etwas längerer Zeit genau so wieder verschwinden. Aber bitte - bitte! - verwenden Sie diese Formulierung nicht (auch - oder gerade - nicht im Zusammenhang mit Suizid). Was glauben Sie, wie es Menschen geht, die sich 20, 30, 50 Jahre lang beinahe ohne Pause mit "nur einer Depression" durchs Leben kämpfen??!!