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Pflegeheim

Im Geisterhaus sind Pflegebetten frei

Hilfsgeräte und Pflegebetten modern im aufgelassenen Pflegeheim am Hirschenstein bei Rechnitz, Burgenland, vor sich hin. Es gibt keinen Bedarf an den funktionstüchtigen Gegenständen.

© Breitegger
 

Der Hirschenstein, mit 862 Metern Seehöhe, die zweithöchste Erhebung des Günser Gebirges. Ein Ausflugsgebiet. Und mitten in der Idylle steht ein verlassenes Gebäude. Das vor drei Jahren aufgelassene Pflegeheim gleicht einem Geisterhaus.

Unversperrt

Das Gebäude war versperrt. Nur die Tür eines Nebeneinganges stand sperrangelweit offen und ermöglichte zwei neugierigen Oststeirern den Zutritt. Was sie in den aufgelassenen Etagen sahen, überraschte sie. "In den Zimmern stehen die funktionstüchtigen Betten, in den Gängen Rollstühle und Gehhilfen. So als hätten Pfleglinge und Personal das Haus fluchtartig verlassen", erzählt die Oststeirerin. "In einem Raum haben wir ein altes Röntgengerät entdeckt. Es wurde wahrscheinlich früher verwendet, als dort eine Lungenheilanstalt untergebracht war", vermutet sie und ärgert sich, dass man jene Gegenstände, die noch benutztbar sind, keiner Verwendung zuführt. "Im Pflegebereich und in den Spitälern geht das Geld aus und hier urasst man mit brauchbarer Einrichtung. Das ist Verschwendung von Steuergeldern - unfassbar."

Bürgermeister Engelbert Keneri weiß, dass das Pflegeheim seit drei Jahren geschlossen ist und sich das meiste Inventar noch im Gebäude befindet. "Die Gemeinde hat einige Betten und Rollstühle erworben - für den Fall, dass Familien Hilfe benötigen. In solchen Fällen können wir jetzt rasch helfen."

Ein Mitarbeiter der Krages (Burgenländische Krankenanstalten MBH) bestätigt der Kleinen Zeitung, dass man das ehemalige Pflegeheim noch immer nicht ausgeräumt habe. Das hänge damit zusammen, dass an der Einrichtung und den Behelfsmitteln kaum Interesse bestehe - und das neue Pflegeheim sei neu eingerichtet worden. Außerdem stehe die weitere Verwendung des Gebäudetraktes am Hirschenstein noch nicht fest. Daher gebe es auch keinen Grund "das Haus auszuräumen".

Kein Transport

"Wenn jemand Betten benötigt, kann er sich bei uns melden", so der Krages-Mitarbeiter. "Das Problem ist, dass wir keinen Transport durchführen. Das muss jeder selber organisieren." Dass eine Tür offen stand und das Gebäude daher außenstehenden Personen zugänglich war, ärgert ihn. "Wir haben einen Wachdienst, der dafür zu sorgen hat, dass alle Türen versperrt sind."

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