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Frage & Antwort

Wie finde ich die richtige Schule?

Expertin Monika Neuhauser erklärt, was für Eltern und Kinder bei der Wahl des weiteren Bildungsweges wichtig ist.

© Kleine Zeitung/Marija M. Kanizaj (Symbolbild)
 

Nach welchen Kriterien sollte eine Schule ausgewählt werden?

Man sollte gut überlegen, was das Kind an Talenten, Begabungen und Stärken mitbringt. Dazu kommen Interessen, Ziele und Vorstellungen. Eine Rolle spielt auch, wie leistungsfähig ein Kind ist. Eltern haben oft auch Anderes im Fokus; eine sichere Zukunft für das Kind. All das sollte miteinbezogen werden

Spielen Begabungen eines Kindes schon bei Volksschülern eine große Rolle?

Bei Volksschulkindern ist es oft so, dass sich in einigen Monaten ganz viel verändern kann, das muss man berücksichtigen. Kinder machen in dieser Zeit oft noch große Sprünge, wenn es um den Übergang von der vierten in die fünfte Schulstufe geht. Begabungs- und Interessenstests sollten deshalb nicht zu früh erfolgen.

Welche Rolle sollten Freundschaften bei der Wahl der passenden Schule spielen?

Das ist individuell. Für manche Kleinere ist es sehr wichtig, sie brauchen das, weil es ihnen Sicherheit gibt, wenn sie von der Volksschule in eine neue Schule kommen. Aber was das Umfeld betrifft, ist auch wichtig, zu bedenken, wie es mit der Betreuung aussieht, ob die Oma in der Nähe ist oder wie lang der Schulweg ist. Wichtig ist auch, sich die Schule mit Kindern oder Jugendlichen anzuschauen – sie sehen oft andere Dinge als Eltern.

Was raten Sie Eltern, die ihr Kind ins Gymnasium schicken wollen, auch wenn es vielleicht überfordert wäre?

Wenn Eltern das unbedingt wollen und der Weg des Kindes mit großer Wahrscheinlichkeit in eine andere Richtung weist, kann man Eltern bei einer Beratung sagen, dass eine Neue Mittelschule oder eine berufsbildende mittlere Schule nicht in eine Sackgasse führt. Es gibt immer die Möglichkeit, weiterzukommen, zu wechseln, zu maturieren oder die Berufsreifeprüfung zu machen. Und ein anderer Weg passt manchmal einfach besser.

Wenn Eltern und Kinder verschiedene Ansichten haben – sollte auch gegen den Willen des Kindes entschieden werden?

Je jünger das Kind, desto stärker liegt es natürlich in der Hand der Eltern. Wenn diese fürchten, dass das Wohl des Kindes durch eine falsche Wahl gefährdet ist, sollten sie behutsam und mit Augenmaß versuchen, dem Kind die aus Elternsicht bessere Lösung schmackhaft zu machen. Über den Kopf des Kindes hinweg zu entscheiden, ist problematisch: Jeden Misserfolg würde das Kind dann automatisch auf die „falsche“ Schule zurückführen.

Wie können Eltern ihre Kinder also bestmöglich unterstützen und ihnen mögliche Ängste nehmen?

Eltern sollten das Thema Wechsel in eine neue Schule auf jeden Fall ernst nehmen. Es ist ein großer Schritt, mit Unsicherheiten, Ängsten und Sorgen verbunden. Man sollte mit den Kindern sprechen, sich ihre Nöte anhören, sich gemeinsam mit ihnen die infrage kommenden Schulen anschauen und ihnen Sicherheit geben. Kinder brauchen auch bei diesem Thema den ständigen Dialog mit ihren Eltern. Bei Jugendlichen kommt die Pubertät dazu, oft gibt es auch gerade einen Durchhänger in der Schule. Hier machen Interessens- und Begabungstests auf jeden Fall Sinn, das Ergebnis kann durchaus sehr motivierend für den Jugendlichen sein.

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