Vergiftung drohtHersteller warnt vor Einnahme von Ivermectin bei Covid-19

Hersteller MSD warnte nun in einer Aussendung, das zusätzlich zur fehlenden Zulassung und Wirkung die Möglichkeit schwerer Nebenwirkungen zu bedenken sei.

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Islandpferde im Taunus
© APA/dpa/Boris Roessler
 

Zahlreiche Institute und Einrichtungen wie die WHO haben schon vor der Einnahme des Anti-Wurm-Mittels Ivermectin bei Covid-19 gewarnt, nun auch der Hersteller selbst. MSD (Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H.) hat sich via Aussendung am Mittwoch "im Einklang mit den gängigen medizinischen Empfehlungen klar gegen die Einnahme von Ivermectin (Stromectol) bei Covid-19" ausgesprochen.

"Es gibt keine aussagekräftige Evidenz für die Anwendung von Ivermectin (Stromectol) bei SARS-CoV-2", betonte MSD. Bei Corona-Leugnern und Impfgegnern wird der Arzneistoff, der hauptsächlich in der Veterinärmedizin verwendet wird, beworben, auch der mittlerweile Coronvirus-positive FPÖ-Chef Herbert Kickl hat es propagiert. In oberösterreichischen Apotheken ist es sogar immer wieder ausverkauft.

Hersteller MSD warnte nun in einer Aussendung, das zusätzlich zur fehlenden Zulassung und Wirkung die Möglichkeit schwerer Nebenwirkungen zu bedenken sei. "Lieferengpässe durch den missbräuchlichen Einsatz von Ivermectin behindern darüber hinaus die korrekte Behandlung parasitärer Erkrankungen", wurde Christoph Steininger von der Medizinischen Universität Wien zitiert. Bei einer Überdosierung könne Ivermectin toxisch wirken, warnten bereits zuvor Experten. Auch in Österreich soll es bereits Vergiftungen gegeben haben.

Der Arzneimittelhersteller MSD betonte in der Aussendung außerdem, dass die Corona-Schutzimpfung "bei der Pandemiebekämpfung an erster Stelle steht und MSD alle Maßnahmen zu einer höheren Durchimpfungsrate unterstützt".

Kommentare (7)
DDr. Martin Haditsch
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Ivermectin

Mit minimaler Recherche ließe sich der hier publizierte Artikel entkräften - ich bin ehrlich gesagt entsetzt, wie sich die Medien hier verhalten.
In aller Kürze:
Ivermectin wurde der Nobelpreis verliehen. Mittlerweilen gibt es mehrere Dutzende von Studien, die die Wirksamkeit bei SARS-CoV2 Infektion belegen. Schon Jahre zuvor gab es Studien zur Wirksamkeit von Ivermectin bei manchen Virusinfektionen, z.B. Dengue. Ivermectin wurde beim Menschen ca. 4 Milliarden (!) mal eingesetzt, problematische Zwischenfälle wurden durch die Wirksamkeit (!) des Mittels bei Würmern durch deren Zerfall und einen damit verbundenen allergischen Schock berichtet. Das MIttel hat (nicht bei uns!) Tagestherapiekosten von weniger als 2 Euro und ist somit - global gesehen - ökonomisch uninteressant. Korrekt angewandt ist es in den allermeisten Fällen unproblematisch (bei massiver Überdosierung durch Laienanwendung gibt es bei praktisch allen Medikamenten Nebenwirkungen). Ivermectin kann immer nur Teil einer Therapie sein, die sich aus mehreren Medikamenten zusammensetzen muss - alleine ist es kein Allheilmittel.
Angeblich arbeitet Merck (siehe Kommentar MSD) an einem "Zwillingspräparat", das gleich wirkt aber deutlich mehr kosten wird.
Eigentlich sollte - dem aktuellen Narrativ einer todbringenden Seuche folgend - ja jedes möglicherweise wirksame Mittel als Strohhalm der Hoffnung ergriffen werden (dürfen) - statt dessen wird die Anwendung trotz erwiesener Wirksamkeit untersagt. Martin Haditsch

Kleine Zeitung
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Entsetzt?

Ich habe den Artikel noch einmal genau gelesen. Wie berichten darin ganz sachlich, dass der Hersteller eine Warnung ausgesprochen hat.
Das ist eine Widergabe von Fakten. Ebenso der Umstand, dass das Mittel von Herbert Kickl propagiert wird und in Oberösterreich ausverkauft war.

Ihr "Entsetzen" über das Verhalten der Medien kann ich daher nicht nachvollziehen.

Freundliche Grüße aus der Redaktion

DDr. Martin Haditsch
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Vergiftung droht?

Gut, dann habe ich es ja richtig verstanden und bin auch zu recht entsetzt. Sachliche Berichterstattung sieht anders aus, wie z.B.: ...aus unerklärlichen Gründen warnt nun der Hersteller..... wo doch durch zahlreiche Studien die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei korrekter Anwendung...
Aber die Recherche müssen Sie - wenn Sie ernsthaft dran interessiert sind - schon selber machen, das ist IHR Job.
Martin Haditsch

Kleine Zeitung
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Sachliche Berichterstattung

Die Formulierung "...aus unerklärlichen Gründen warnt nun der Hersteller..... wo doch durch zahlreiche Studien die Wirksamkeit und die Unbedenklichkeit bei korrekter Anwendung...", die Sie hier vorschlagen, wäre eben gerade KEINE reine Widergabe von Fakten, sondern eine Meinung dazu. Es gibt im Journalismus unterschiedliche Textsorten, die aber unbedingt getrennt werden sollten: Information (Bericht, Kurzmeldung etc.) und Meinung (Leitartikel, Kommentar etc.). Wesentlich ist eine Kennzeichnung der Textsorten und eine Trennung dieser Bereiche.

Freundliche Grüße aus der Redaktion

DDr. Martin Haditsch
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Letztkommentar meinerseits

Wenn über 80 Studien keine Fakten sind, dann leben wir in unterschiedlichen Welten. Offensichtlich betrachten Sie "Vergiftung droht" dagegen als seriösen Journalismus. Machen Sie Ihre Arbeit wie Sie es für richtig halten und ich meinen, so gut ich es eben unter Berücksichtigung meines Berufsethos kann. Kein weiterer Kommentar meinerseits.
Martin Haditsch
Übrigens: Wiedergabe schreibt man mit langem IE

Kleine Zeitung
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Wiedergabe

Richtig. Wiedergabe mit "ie".
Freundliche Grüße aus der Redaktion

annamariaspreitzer
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....

...die Impfung verweigern, aber des Glumpert einnehmen...