Beim Autofahren, RadfahrenImmer mehr Österreicher abgelenkt

Handy und Musik führen immer mehr zu Ablenkungen hinter dem Lenkrad. Schon ein Drittel der Unfälle sind darauf zurückzuführen.

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NIEDER�STERREICH: �AMTC FAHRSTUDIE UND PRAXISTEST ZUM THEMA ´ABLENKUNG AM STEUER´ - UNACHTSAMKEIT BEG�NSTIGT GRAVIERENDE FAHRFEHLER IN TEESDORF
elektronische Geräte in Autos sorgen immer mehr für Ablenkung vom Verkehrsgeschehen © APA/HELMUT FOHRINGER
 

Immer schneller, immer aktueller: Weil sich das Leben der Österreicher beschleunigt und man faktisch via Handy ständig informiert und  erreichbar ist, wird dies immer mehr auch zu einem Problem im Straßenverkehr. 35 Prozent aller Verkehrsunfälle in den vergangenen fünf Jahren sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) auf Ablenkung zurückzuführen - seit Jahren schon die Hauptunfallursache in Österreich.

Eine Befragung mit rund 1200 Teilnehmern und die aktuelle KFV-Verkehrsbeobachtung von etwa jeweils 10.000 Fußgängern und Radfahrern lassen vermuten, dass das Problem sogar noch zunimmt: Immer mehr Verkehrsteilnehmer sind unaufmerksam.

Im Vergleich zu einer Studie vor fünf Jahren hat sich der Anteil der abgelenkten Radfahrer mehr als verdoppelt: 17 statt 8 Prozent wurden jetzt erhoben. Bei den Fußgängern stieg im selben Zeitraum die Zahl von 30 auf 37 Prozent.  Fußgänger sind meist mit dem Telefonieren beschäftigt, die Radler vor allem mit Telefonieren und Musikhören.

Die befragten Autofahrer geben an,  dass vor allem der Anteil der Beschäftigung mit digitalen Geräten stark zugenommen hat - allen voran das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung (2021: 66
Prozent, 2016: 50 Prozent) und das Bedienen von Radio- und Entertainmentsystemen (2021: 61 Prozent, 2016: 42 Prozent).

Einen Rückgang gab es bei Nebentätigkeiten wie intensiven Gesprächen (2021: 64 Prozent, 2016: 76 Prozent) oder Nachdenken/Grübeln (2021: 51 Prozent, 2016: 71 Prozent). Das Lesen und Verfassen von Texting-Nachrichten wie SMS oder WhatsApp wird von Pkw-Lenkern weitaus häufiger zugegeben als noch im Jahr 2016 (Lesen: 2021: 27 Prozent, 2016: 13 Prozent; Verfassen: 2021: 23 Prozent, 2016: sieben Prozent). Auch unter Fußgängern und Radfahrern gab es einen Anstieg an Nennungen in Bezug auf die Nutzung digitaler Geräte.

Jeder sechste der Befragten gibt zu, dass er bereits mindestens einmal durch Ablenkung in eine extrem kritische Situation geraten ist. Und ein Drittel gibt an, in eine brenzlige Lage geraten zu sein, weil eine andere Person abgelenkt war.

"Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung lässt das Unfallrisiko für Lenkende etwa um das Fünffache ansteigen", warnte Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV. Beim Schreiben von Textnachrichten steige die Gefahr sogar um das 23-fache an.

Ein Erklärvideo des KFV zum Thema Ablenkung

 

 

 

Kommentare (2)
rh222
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Ablenkung

Wann kommt endlich das generelle Rauchverbot im Auto ????

vonnixkummtnix
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Ich verwende zwar nie Kopfhörer beim Radfahren,

aber beim Radfahren ist Musikhören bzw. mit Kofphörern telefonieren (freisprechen) ablenkend, was für Autofahrer selbstverständlich ist. Damit wären wohl 100% der Autofahrer dauerabgelenkt und mit weiteren Aktionen wie Infotainment bedienen, Schminken, Zigaretten rauchen und SMS schreiben/lesen mehrfach abgelenkt. - vor allem durch SMS schreiben/lesen wird man massiv abgelenkt.