Auf Bildern und Videos in den sozialen Medien war eine gewaltige Windhose zu sehen, die gestern in der Nacht eine Schneise durch den Südosten Tschechiens gezogen hat.  Wie viele Menschen ums Leben gekommen und verletzt worden sind, ist derzeit noch unklar. In mehreren Dörfern sind Dächer abgedeckt, Fensterscheiben zerstört, Bäume umgestürzt und Autos umhergeschleudert worden. Die Situation dort sei wie in einem Krieg, wurde im tschechischen TV berichtet. Der Wetterdienst CHMU bestätigte später, dass es sich um einen Tornado gehandelt habe.

Tornados nicht selten

Tornados sind auch in Österreich gar nicht selten: Von 1951 bis 2010 wurden geschätzt rund 100 Tornados in Österreich registriert. Immer wieder entstehen Windsäulen und legen zig Kilometer lange Schadenspuren.

Hier eine 3D-Animation der Superzelle, die das nördliche Weinviertel und in weiterer Folge Südmähren getroffen hat.

Der heftigste in Österreich registrierte Tornado zog 1916 über den Norden von Wiener Neustadt und tötete 34 Menschen und verletzte 328. Zahlreiche massiv gebaute Häuser wurden zerstört, die Schneisenlänge  betrug rund 20 Kilometer.

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Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden entstehen. Sie haben die Gestalt eines rotierenden Schlauchs, der von einer Regenwolke bis zum Erdboden reicht. Trotz ihres relativ geringen Umfangs verfügen sie aufgrund der Rotationsgeschwindigkeit über die stärkste Energie aller Wirbelstürme.

Bis zu 500 km/h Windgeschwindigkeit

Die Windgeschwindigkeit innerhalb des Wirbels mit einem Durchmesser von einigen Dutzend bis zu wenigen 100 Metern kann in Extremfällen bis zu 500 km/h betragen. Schon nach relativ kurzer Zeit verschwinden die Wirbel wieder, können aber innerhalb ihrer kurzen Lebensdauer bis zu etwa 30 Kilometer weit ziehen.