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Umweltalarm Toter nach Austritt von Schwefeldioxid in Hallein

Das Unternehmen rief auf der Homepage und über Radiodurchsagen die Anrainer dazu auf, sich sofort in geschlossene Gebäude zu begeben und sämtliche Fenster und Außentüren zu schließen sowie nasse Tücher bereitzuhalten. Ein Arbeiter starb.

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© APA/THEMENBILD
 

Bei einem Gasunfall in der Firma AustroCel in Hallein (Tennengau) ist Mittwochfrüh ein Mitarbeiter ums Leben gekommen. In der Zellstoffkocherei war aus unbekanntem Grund gegen 5.40 Uhr eine rund acht Meter lange Gasdruckleitung, die unter acht Bar Druck stand, auf etwa der Hälfte der Länge aufgerissen. Ein 1966 geborener Tennengauer wurde vom knapp 170 Grad heißen Schwefeldioxid getroffen und tödlich verletzt, sagte eine Polizeisprecherin zur APA.

Die Rettungskräfte konnten nicht sofort zu dem Mann vordringen. Er wurde schließlich von Feuerwehrmännern mit schwerem Atemschutzgerät geborgen. Die Ursache für den Unfall ist noch nicht bekannt, Sachverständige nahmen noch im Lauf des Mittwochs die Ermittlungen auf. Durch den Gastaustritt ging der firmeninterne Alarm los, in der Folge rief das Unternehmen auf der Homepage und über Radiodurchsagen die Anrainer dazu auf, sich sofort in geschlossene Gebäude zu begeben und sämtliche Fenster und Außentüren zu schließen sowie nasse Tücher bereitzuhalten.

So wirkt sich Schwefeldioxid aus

Schwefeldioxid (SO2) ist ein saures Reizgas, das vor allem Schleimhäute der Atemwege und Augen angreift. Es kommt auch in der Natur in geringen Konzentrationen vor und bewirkt Sauren Regen. Hohe Konzentrationen – die nur künstlich erreicht werden – können tödlich sein.

Schwefeldioxid behindert dann den natürlichen Gasaustausch in den Lungen von Menschen und Tieren. Dazu kommen hohe bis extreme Belastungen für Herz und Kreislauf. Das Gas schädigt auch Pflanzen.

Der Austritt des Schwefeldioxids selbst konnte rasch gestoppt werden. Die Betriebsfeuerwehr und die Feuerwehr Hallein setzten zum Niederschlagen des Gases am Werksgelände Wasser ein und stationierten Posten in der Nachbarschaft. Die Emissionsmessstellen in der Umgebung zeigten bereits kurz nach 8.30 Uhr keine erhöhten Messwerte für Schwefeldioxid mehr an, weshalb für die Anrainer sowie die Beschäftigten Entwarnung gegeben werden konnte.

AustroCel-Geschäftsführer Jörg Harbring betonte, dass in den vergangenen Jahren sehr viel in die Bereiche Sicherheit und Umwelt investiert worden sei, um die möglichen Auswirkungen eines Störfalles auf Mensch und Umwelt so gering wie möglich zu halten.

AustroCel Hallein erzeugt Textilzellstoff aus Nadelholz und beschäftigt derzeit rund 290 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liegt bei 130 Millionen Euro. In der Bio-Raffinerie werden bis zu 160.000 Tonnen Viskosezellstoff und 100 GWh Fernwärme sowie 100 GWh Grünstrom produziert. Außerdem produziert das Unternehmen mit seiner Bio-Ethanol-Anlage auf Holzbasis jährlich bis zu 30 Millionen Liter Bio-Ethanol der zweiten Generation.

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