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Bluttat in WienMinisterin Gewessler kämpfte mit den Tränen: "Müssen etwas tun"

Anlässlich der Bluttat in Wien unterbrach Ministerin Leonore Gewessler eine PK, um ihr "tief empfundenes Beileid" auszudrücken. Und um einen Appell zu formulieren.

NATIONALRAT: GEWESSLER
Umweltministerin Leonore Gewessler © APA/Roland Schlager
 

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) hat sich am Freitag nach der schrecklichen Bluttat in Wien-Brigittenau tief bewegt gezeigt. Die Politikerin wollte bei einer Arbeitsmarkt-Pressekonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz und Arbeitsminister Martin Kocher (beide ÖVP) eigentlich ihr Statement abgeben, als sie unterbrach und sich zu dem Tötungsdelikt äußerte. "Das ist die neunte Frau, die dieses Jahr in Österreich ermordet wurde. Da müssen wir etwas tun", sagte sie.

Dabei kämpfte Gewessler sichtlich mit den Tränen. Vor ihrem Statement wollte sie "drei Sätze" zu der Bluttat in der Brigittenau sagen. "Ich möchte diese Stelle auch nutzen, um mein tief empfundenes Beileid auszudrücken und mein Mitgefühl", sagte die Ministerin.

Auch die Klubobfrau der Grünen, Sigi Maurer, meldete sich auf Twitter zu der Gewalttat zu Wort. Sie hatte mit dem Tatverdächtigen ja vor Gericht zu tun, weil sie von ebenjenem "Bierwirt" obszöne Nachrichten erhalten haben soll.

Erschüttert zeigt sich auch SPÖ-Frauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek angesichts des schon neunten Frauenmordes in diesem Jahr in Österreich. "Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren und müssen den Schutz von Frauen rasch verbessern", meinte sie in einer Aussendung. Die SPÖ-Frauen drängen auf eine sofortige Umsetzung eines Gewaltschutzgipfels mit allen in diesem Bereich tätigen Organisationen.

Neos-Frauensprecherin Henrike Brandstötter meinte ebenfalls in einer Aussendung, es brauche dringend mehr Budget für Gewaltschutz und mehr Hilfseinrichtungen für Gewaltopfer: "Vor allem Frauen mit Behinderungen, Asylwerberinnen und auch Kinder, die Zeugen von häuslicher Gewalt werden, bekommen nicht die notwendige Unterstützung und Betreuung."

Kommentare (54)
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Ratte
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Mir kommen auch die Tränen,...

...wenn ich diese Frau sehe. Phrasen dreschen ist halt ein wenig wenig....

Guccighost
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Sei nicht so zynisch

Das ist wirklich nicht angebracht

X22
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Da war die Türkis Blaue Koalition viel Konsequenter, die haben gleich gehandelt

und das Budget für viele Organisationen, die sich diesem Thema widmen, gekürzt.

Ratte
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Na endlich findet sich jemand...

...der wieder auf die ÖVP hindrischt. Aber etwas anders fällt Ihnen ja seit Wochen nicht mehr ein...

X22
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Die Wahrheit verleugnen hilft wem weiter,

den Opfern sicher nicht und denen, die die seit Jahrzehnten für mehr Unterstützung kämpfen und fordern, zu unterstellen, es sind nur gedroschene Phrasen, hat entweder keinen Ahnung oder eine blinde Verbohrtheit bzw. Hörigkeit, was im Grunde ihr Kommentar ja bestätigt, seiens ein bißchen offener mit ihrem Blickwinkel, dann verstehens auch den tieferen Sinn hinter dem Kommentar, ich unterstelle nicht den Türkisen, dass sie die Initiative gesetzt haben, das waren schon die Blauen, jedoch haben sie es unterstützt und durchgezogen und jetzt mit einem anderen Koalitionspartner schwenkt man um, was ich ja gut finde, nur die Erhöhung der Mittel kommt eher einen Inflationsausgleich gleich, obwohl es die Türkise Fraktion als "Erfolg" darstellt, als ein wirkliches Anpacken der Sache

Hgs19
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Warum so sexistisch Frau Maurer

Messages von Sigi Maurer
@sigi_maurer
Gestern wurde die neunte Frau in diesem Jahr von ihrem Ex-Partner ermordet.
Jede getötete Frau ist eine zu viel.
Jede verletzte Frau ist eine zu viel.

SOLLTE DAS NICHT HEISSEN:
JEDER GETÖTE MENSCH IST EINER ZUVIEL?
......

checker43
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Jaja

all die Ex-Partnerinnen, die ihren Mann aus verletztem Stolz umbringen. Erzählen Sie uns mehr von den Fällen.

Hgs19
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@ checker ... Lesen lernen und verstehen ...

Steht da MENSCH oder Mann bei meinem Kommentar?

gonzolo
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Genau Hgs19 … man denke an all die armen Männer …

die schon voller Angst zuhause mit den Kindern schwitzen, wenn die Schlägerin – womöglich tutenzu – dann kommt und den Mann und die Kinder ordentlich aufmischt – gell.
Und an die armen muslimen Männer und Burschen, die von den Müttern verstoßen werden – oder gar die kleine Schwester mit dem Feitl losgeschickt wird, um die Familienehre wieder herzustellen … ein Wahnsinn dieses Matriarchat – gell Hgs …

Hgs19
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@gonzo ... auch für dich... lesen lernen und verstehen

Steht da MENSCH oder Mann bei meinem Kommentar?

metropole
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Allgemein Plätze

Außer `WIR MÜSSEN WAS TUN `fällt der Ministerin nichts ein die zuerst auf die Tränendrüsen drückt und dann mit einem Lächeln ihre BLA BLA pressekonferenz beendet. Investitionen in den Umwelt und Klimaschutz bringen arbeitsplätze meint die Fr.Ministerin.Den Arbeitslosen interessiert aber welche firma nimmt ihn auf ,hat einen Arbeitsplatz !Also wider eine Pressekonferenz mit nebulosen ankündigungen "

Mein Graz
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@metropole

Man kann tief bewegt sein, sagt ein paar Sätze.
Dann besinnt man sich auf die eigentliche Aufgabe, und man "schaltet um".

Das macht einen Profi aus.

Ratte
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Sicher, sicher...

Ich bin auch immer tief bewegt, wenn jemandem, den ich gar nicht kenne, etwas zustößt. Es sind hohle Phrasen und sonst nichts. Einer Politikerin der neuen Zeit würdig...

Hapi67
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Aktueller Fall

Heute KLZ-Messerattenat auf Ex in Linz

Aussage Sachverständige
Die psychiatrische Sachverständige Adelheid Kastner bescheinigte dem Angeklagten Zurechnungsfähigkeit. Sie halte ihn zwar "nicht für ganz ungefährlich", die Notwendigkeit eines Maßnahmenvollzugs sah sie aber nicht.

Noch am Tattag soll der Afghane im Spital angekündigt haben, er werde "ein Blutbad anrichten" und das, was er mit seiner Freundin gemacht habe, immer wieder tun.

Frau Gewessler: Wir müssen etwas tun

So schaut in der Praxis der Experten dann wir müssen etwas tun aus-wünsche weiterhin viel Erfolg mit Sonntagsreden und optimalen Täterschutz

Vielen Dank-Urteil oder besser Nichturteil folgt heute

Landbomeranze
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Warum glauben sie wohl, revoltieren Ex- und Aktiv-Militärs in Frankreich?

Richtig gehört in Frankreich. Mitten in der EU warnen französische Offiziere in einem offenen Brief vor einem Bürgerkrieg und fordern schärfere Maßnahmen der aktiven Kräfte zum Schutz der zivilisatorischen Werte vor Islamismus und Horden in französischen Vorstädten. Das nicht in Polen, nicht in Ungarn, auch nicht in einem diktatorischen Land außerhalb der EU, nein, in Frankreich. Die tun das auch nicht, weil sie Sarrazin gelesen haben, der vor der Abschaffung der zivilisatorischen Werte schon vor Jahren gewarnt hat und deshalb aus der SPD nach jahrelangem Rechtsstreit rausgeworfen wurde. Jetzt reagiert das offizielle Frankreich unter Macron ähnlich, will die Warner mundtot machen und Le Pen marschiert weiter konsequent in Richtung Präsidentschaft in Frankreich, nicht in Ungarn, nicht in Polen, nicht in Tschechien, nein, in Frankreich.

X22
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Ein Sam­mel­su­ri­um von Rechtsextremen, eine Minderheit versucht mit

eindeutiger Ideologie die Gunst der Stunde, damit meine ich die zu verurteilenten extremistischen Anschläge, als Triebfeder für ihre Weltanschauung und Hetze zu nutzen.
Ideologisch rechter als Frau Le Pen mit ihrer Rassemblement National, die als Trittbrettfahrerin, genau so wie die Afd und FPÖ (Schnedlitz) ihren Nutzen darausziehen wollen, ist diese kleine Gruppe, die nur ihr eigenes ich repräsentiert, eine gleich große Gefahr wie der islamische Extremismus.
Können sie überhaupt soweit denken, wie groß war die Gruppe um Hitler, welche Gunst der Stunde haben die genutzt, sind die Ideologien damals und heute deckungsgleich, zu was hat es geführt?
Sagt ihnen der Namen der Zeitschrift "Valeurs actuelles" etwas, ein rechts-identitäres Magazin, das schon so manchen Prozeß verloren hat, wegen Verhetzung, Rassismus?
In der Weise, Zweifel an der Integrität des Staates setzen, es ist ja nichts anderes, geht in Richtung Bedrohung der "Demokratie".
Und dann gibt es Personen, die das nicht sehen, die Blind hinterherlaufen und nicht merken, dass sie damit eine extremistische Gruppierung unterstützen, die um nichts besser ist als der islamische Extremismus.
Wie sie selbst schreiben, Polen, Ungarn, Tschechien ist nicht Frankreich und ich hoffe Frankreich verdeidigt seine Demokratie gegen diese kleine extremistische Gruppierung

Mezgolits
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Ministerin Gewessler kämpfte mit den Tränen: "Müssen etwas tun"

Vielen Dank - das meine ich auch und ich empfehle Folgendes:
1. Allen in Österreich befindlichen Personen* diese Frage stellen: Ob sie akzeptieren,
dass ihnen die Verfügungsgewalt von andern Personen NICHT zusteht: Falls es kein
"JA" dazu gibt, haben sich diese Personen*, die österreichische Staatsbürgerschaft:
NICHT verdient = das bedeutet: Den Entzug der österreichischen Staatsbürgerschaft
= in der Demokratie weiter leben wollen aber anti-demokratisch über andere Perso-
nen bestimmen wollen, widerspricht unserer Verfassung und unsere Verfassung
NICHT akzeptierende Personen, haben sich die österreichische Staatsbürgerschaft
NICHT verdient. + Personen* = Ab welchem Alter

checker43
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Bitte

akzeptieren auch Sie die Verfassung, die besagt, dass man niemanden staatenlos machen darf durch Entzug der Staatsbürgerschaft. Weder österreichische Täter noch solche mit Migrationshintergrund besitzen eine zweite in der Regel.

Ratte
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Auch eine Verfassung...

..könnte man ändern, wenn sich herausstellt, dass die Zeit es erfordert...

Edlwer
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Es sind Beziehungstaten...

... was die Sache zwar in keiner Weise entschuldbar macht, aber...
... wer kennt Fälle, in der die Frau mit ihres Sexualität und auch ihrer Kinder enormen Druck auf ihren Partner ausübt!
Nach einer Trennung ist das oft offensichtlicher, aber viele spielen diese Spielchen auch schon während der Partnerschaft.
Und wenn der Druck dann zur Explosion führt, sind alle Betroffen und zeigen mit dem Finger auf ihn, sofern er sich nicht auch gleich umbringt.

Wer nun glaubt ich möchte etwas schönreden, hat den Sinn dieser Zeilen nicht verstanden.
Aber jedes Blatt hat 2 Seiten, auf der Vorderseite steht die Geschichte, hinten wie es ausgeht. Man sollte immer beide Seiten lesen, und nicht nur die Letzte!

KarlZoech
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@ Edlwer: Sie haben recht, natürlich gibt es das, auch Frauen sind nicht alle Heilige,

da gibt es natürlich von Fall zu Fall auch fiese, falsche Typen. (Ich weiß, wovon ich rede bzw. schreibe.) Trotzdem rechtfertigt meiner Ansicht nach nichts die Anwendung von Gewalt. (Und weil ich so denke, kann meine Ex, welche in diesem Sinn auch keine Heilige war, für immer unbesorgt sein.)

Mein Graz
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@Edlwer

Da steckt bei dir ein "ABER..." drinnen. Und das gefällt mir nicht.

Es ist völlig wurscht, was hinter so einer Tat steckt - sie ist in keinem Fall zu rechtfertigen oder zu entschuldigen!

Auch wenn auf den Partner Druck ausgeübt wird gibt ihm/ihr das nicht das Recht, gewalttätig zu werden. Es gibt genügend Hilfsangebote, die man in Anspruch nehmen kann, wenn man sich nicht mehr zu helfen weiß. Es ist leider so, dass es noch immer Menschen gibt die glauben, dass Gewalt eine Lösung ist.

Ich kann auch beim besten Willen auf der 2. Seite, die du anregst zu lesen, keine Rechtfertigung für eine solche Tat finden.

Ifrogmi
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Trotz aller berechtigten Aussagen zum Thema:

Österreich liegt insgesamt mit 0-1 morden pro 100 000 Einwohnern gemeinsam mit Italien, Schweiz, Deutschland, Dänemark, Schweden, Grönland, Japan und Neuseeland an der positiven Spitze. Bei allen anderen Ländern dieser Erde beginnt (!) es bei 2-5 tötungen pro 100 000 ew.
In keinem Land nord- oder südamerikas wird der Wert 0-1 erreicht.
Statistisch sind 2/3 der Opfer männlich.
Sprich: in fast allen Ländern werden pro 100 000ew mehr Frauen getötet wie in österreich, auch wenn sie dort "nur" 1/3 der Opfer ausmachen.
Auf diesem hohen Niveau sind jetzt die Fakten anzuschauen wer, woher und warum.
Ich bin überzeugt, dass wir die mordraten noch etwas senken können, ein Rest wird immer bleiben.
Mir persönlich erscheint das eher eine milieugeschichte denn ein männerproblem zu sein.

Lilithwashere
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ifrogmi

"Auch in den Jahren 2016 und 2015 wies Österreich – im Gegensatz zum EU-Trend – einen Überhang an weiblichen Mordopfern auf. 2016 waren von 44 Ermordeten 26 Frauen, 2015 waren von 50 Mordopfern 30 weiblich. 2020 hat sich an diesem Bild wenig geändert: Laut APA-Zählung fielen heuer bisher 17 Frauen und sieben Männer Tötungen zum Opfer (des weiteren starben zwei Männer nach Streit und Faustschlägen; außerdem wurde ein weibliches Baby getötet)." (Standard v. 3.9.2020)

Ratte
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Und eine exakte Quote...

...von 50 : 50 wäre ok für Sie?

Ifrogmi
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@Lilith...

Sehen Sie, genau das ist es. Hab ich was anderes geschrieben, als das bei uns 2/3 Frauen Opfer sind? Allerdings sind 2/3 von 10 weniger als 1/3 von hundert.
Und über diese, Gott sei dank wenigen fälle, hab ich geschrieben, dass wir da sicher auch noch eine Verbesserung schaffen.
Also wo ist da ihr Problem?
Mit dogmatischem verbeissen wird jedenfalls nix besser.

 
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