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Corona-ImpfungÄrztekammer von Apotheken-Angebot nicht begeistert: "Absolut unnötig"

Derzeit übersteigen laut Ärztekammerpräsident Szekers die impfwilligen Ärzte die Menge an vorhandenem Covid-Impfstoff bei weitem.

© APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Ärztekammer hat sich vom jüngsten Angebot der Apothekenkammer, ebenfalls für Corona-Impfungen zur Verfügung zu stehen, wenig begeistert gezeigt. "Die Apothekerschaft möge bitteschön bei ihren Leisten bleiben", so Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, am Montag in einer Aussendung. Derzeit übersteigen ohnedies die impfwilligen Ärzte die Menge an vorhandenem Covid-Impfstoff bei weitem.

Nur Ärztinnen und Ärzte hätten die nötige Expertise und notwendige Infrastruktur, "sowohl wohnortnah als auch in den Impfstraßen", sagte Szekeres. Zusätzliche Impfstellen seien daher "absolut unnötig". Zudem hätten Apotheker kein medizinisches Studium absolviert. Neben Aufklärung und Beratung zu den Impfstoffen könnte es etwa bei "seltenen heftigen allergischen Reaktionen" ein kompetentes Eingreifen brauchen. Niemand braucht laut Szekeres "sinnlose Experimente".

Apotheker boten Hilfe an

Apotheken-Kammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr hatte am Wochenende im APA-Interview erklärt, dass die Apotheken "sofort parat" stünden, um die Schlagzahl der Impfungen zu erhöhen. Dass die Apotheken dies können, hätten sie schon bei den in kürzester Zeit organisierten Tests bewiesen, betonte Mursch-Edlmayr, die darauf verwies, dass in den Apotheken "akademisch ausgebildetes Personal" zur Verfügung stehe. Beratungen auch über die Corona-Impfungen gehörten jetzt schon zum Tagesgeschäft. Die Mitarbeiter seien alle bestens geschult.

Kommentare (2)
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silentbob79
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4
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Ganz abgesehen davon,

dass es zZ nicht am Impfpersonal sondern am Impfstoff mangelt: Den Stich zu setzen ist keine allzugroße Herausforderung und das kann man einem halbwegs intelligenten Menschen vermutlich in einem Tag beibringen (trotzdem gibts Ärzte die das nach 20 Jahren Berufserfahrung noch immer nicht anständig können).

Aber Impfen ist eben mehr als als nur die Nadel reinjagen und die Spritze durchdrücken. Was passiert, wenn der Patient heftige Impfreaktionen zeigt (Allergien ...)?

Die ablehende Haltung der Ärztekammer hat aber sicher noch einen weiteren Grund: Wenns jetzt für Covid funktioniert, dass in den Apotheken geimpft wird, warum sollte das nicht auch für Grippe, FSME, ... funktionieren. Und da geht den Ärzten natürlich auch einiges an Geschäft flöten ...

freeman666
2
9
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Bei jeder Impfung kann es und kommt es zu unmittelbaren unerwarteten Reaktionen.

Nicht nur bei der Coronaimpfung.
Impfungen und Injektionen gehören in die Verantwortung der Ärzteschaft.
Apotheker haben diesbezüglich keine Ausbildung.
Spätestens nach dem ersten anaphylaktischem Schock würde das Ansinnen vor dem Strafrichter anfangen und bei möglichen Langzeitschäden zu Zivilprozessen mit Ausstieg der Haftpflichtversicherung führen.
Und ein Wischiwaschi Erste Hilfe Kurs ersetzt keine langjährige Ausbildung, geschweige denn Erfahrung.