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Lehrerbewertungs-App "Lernsieg"-Gründer braucht Geld - für Prozesse gegen Lehrer

Die Lehrerbewertungs-App "Lernsieg" startet eine Spendenkampagne, um ihre Prozesse gegen Pädagogen zu finanzieren. Das gab ihr Gründer am Samstag bekannt.

Benjamin Hadrigan mit seiner umstrittenen Lehrer-App © APA/GEORG HOCHMUTH
 

"Mit unzähligen Klagen will uns die Gewerkschaft finanziell ruinieren und mundtot machen", so der Gründer Benjamin Hadrigan in einer Aussendung. "Für ein junges Start-Up sind die Gerichts- und Anwaltskosten ein kaum zu stemmender Brocken."

Für die App wurde eine Datenbank mit rund 90.000 Lehrern und den entsprechenden Schulen angelegt. Schüler können nach Registrierung via Handynummer ihre Pädagogen ab der AHS-Unterstufe bzw. Mittelschule in Kategorien wie Unterricht, Fairness, Vorbereitung oder Pünktlichkeit mit einem bis fünf Sternen bewerten. Daraus werden dann auch Rankings erstellt. Laut den App-Machern wurde "Lernsieg" seit dem Start im November 2019 bereits 400.000 Mal heruntergeladen.

Die Gewerkschaft bekämpft die App seit ihrem Start. Anfang des Jahres wurde eine von ihr unterstützte erste zivilrechtliche Musterklage eines Pädagogen allerdings abgewiesen, wogegen die Lehrervertretung Berufung ankündigte. Darüber hinaus seien auch noch 35 Verfahren nach der EU-Datenschutzgrundverordnung eingebracht worden, von denen man den Großteil bereits gewonnen habe, so Hadrigan.

Mittlerweile seien in fast allen Bereichen Bewertungssysteme üblich geworden - von der Gastronomie über körpernahe Dienstleistungen bis zu Fluglinien oder öffentlichen Einrichtungen. Statt ihre "prall gefüllten Kriegskassen in aussichtslose Klagen zu investieren", solle die Gewerkschaft lieber ihre Mitglieder mit ausreichend Masken versorgen, so Hadrigan. Bei "Lernsieg" werde das Geld inzwischen knapp, darüber hinaus werde neben dem Unternehmen auch immer er persönlich geklagt.

Kommentare (41)
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Engelchen
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Wie wärs, wenn wir die Schüler so öffentlich bewerten?

Dann kommt der große Aufschrei! Diese App ist ein öffentliches an den Pranger stellen und verabscheuungswürdig. Nein - ich bin kein Lehrer, bin aber überzeugt, dass „Qualitätskontrolle“ auch anders funktioniert.

ovis volgus
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sehr gut

finde ich, dass durch diese missglückte App die Diskussion über eine vernünftige Lehrerbewertung angestoßen wurde. Es ist höchst an der Zeit, dass unfähige und hohle Lehrkörper schonungslos aufgedeckt und angehalten werden, entweder sich zu ändern oder den Beruf zu wechseln. Ich gehe gar soweit zu behaupten: Unfähige Lehrer ein Leben lang vom Unterricht mit einem bedingungslosen Grundeinkommen fernzuhalten ist volkswirtschaftlich ein geringerer Schaden, als sie auf unsere Kinder = Zukunft loszulassen.

elli13
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Bewertung - Datenschutz etc.

Ich kenne die App nicht und möchte diesbezüglich keine Pro oder Kontra abgeben. Mich wundert jedoch wie viele im Forum den jungen Herrn bewerten und ihn als "Faulpelz" (der soll arbeiten gehen etc) darstellen. Ich gehe davon aus, dass viele von ihnen den jungen Herrn persönlich kennen und ihn als auch den dazugehörigen Sachverhalt genau beurteilen können.
Wir sollten uns selbst an der Nase nehmen und nachdenken wie wir mit Infos umgehen. Vor allem aber was wir an unsere Sprösslinge weitergeben, denn bekanntlich fängt der Fisch beim Kopf zu stinken an.
Um die Frage was den Unterschied zwischen Lehrern und Doktoren, Wirte etc. ausmacht zu beantworten.
Das eine ist öffentlich und das andere privat.

Vielleicht wäre die Frage angebracht, warum so eine App gebraucht wird? Womöglich um sich bei Lehrern aber auch Eltern Gehör zu verschaffen, dass etwas schief läuft.

silentbob79
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Wie wärs, wenn seine Investoren

das Geld für die Prozesse vorschießen? Die wollen ja am Ende damit Geld verdienen, also sollen sie sich auch drum kümmern, dass das Unternehmen handlungsfähig bleibt. Jetzt um Spenden zu betteln und (eventuell irgendwann vorhandene) Erträge dann an die Investoren auszuschütten ist vor allem eines: Eine Schweinerei und ein Armutszeugnis.

Wenn die Sache rechtlich so eindeutig wäre, wie Hadrigan behauptet, sollte es doch vor Gericht kein Probleme geben ...

scionescio
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Was mich am meisten erstaunt, dass alle Medien über den Spendenaufruf für diese Anpatz- und Vernaderungsapp aufrufen ...

... da fallen mir auf Anhieb Dutzende sinnvolle Apps österreichischer Startups ein, die das Spendengeld mehr verdient hätten- warum erhalten die nicht diese PR?

Diese Datenkrake schnappt sich beim Installieren ziemlich viele Rechte, die absolut nicht nachvollziehbar sind und damit aus GDPR Sicht eigentlich nicht zulässig sind - warum braucht diese App Lese- und Schreibrechte auf den Kalender?

feringo
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Rechtlich konfigurieren

Wenn er in dieses Geschäft einsteigt, muss es auch rechtlich "dicht" sein. Hält es, ist dagegen nichts einzuwenden sein.

kumberg
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Aus den zahlrechen Kommentaren

entnehme ich, dass es keine anderen Sorgen gibt. Glaubt mir das ist nur ein Ablenkungmanöver. Gedanken sollte man sich machen über "Was kostet uns diese Krankheit?" od. Wie werden wir sie wirklich los? od. Wer wird die Folgekosten übernehmen bzw. bezahlt? usw..
Aber nicht so ein App der Selbstdarstellung.

kumberg
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Tolle Idee

wenn es um etwas wichtiges ging. Aber in Zeiten wie diesen haben wir andere Sorgen. Also sollte man dem jungen Mann sagen, dass er sich ein anderes Hobby suchen soll

chh
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Die Gewerkschaft solle ihr Geld

"nicht in aussichtslose Klagen investieren."
Wenn die eh so aussichtslos sind, wozu wird dann jetzt von den App-Machern Geld geschnorrt für Rechtsstreitigkeiten?
Auch wenn Bewertungssysteme heute üblich sind: Bei dieser App ist dem Bewertungs-Missbrauch Tür und Tor geöffnet.

edug16
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Bescheuerte Idee

Da wollte ein Obergscheiter mit einem plumpen Schmäh an Daten und damit an Geld kommen.

hortig
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Start up

Ja, denken gehört nicht zur Stärke der Jugend. Siehe u. a. die Abgabe leerer Maturaarbeiten

ovis volgus
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woran liegt‘s

Versagen die Eltern oder/und Lehrer in Bezug auf das Denkvermögen der Jugend?

dieRealität2020
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diese Art von Apps haben bei näherere Betrachtung

.
Ohne tatsächlichen nutzen und haben nichts anders im Sinn als Daten zu sammeln um sie später gegen Kohle auf den Adressenmarkt zu bringen. Alles anderes ist ein Nonsens & Kokolores. Dafür versucht man junge Menschen zu missbrauchen.

erstdenkendannsprechen
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eine rückmeldungs- und feedbackkultur ist notwendig und gut, wird eigentlich auch als hilfreich angesehen.

viele schulen machen das, manchmal auch lehrer eigenständig. ich hab schon fragebogen für lehrerfeedback ausgefüllt - als elternteil (worüber sich aber auch wieder einige eltern aufgeregt haben).
lernsieg ist kein feedback. lernsieg (den namen find ich übrigens furchtbar) hat wenig mit feedback zu tun. habs mir schon lange heruntergeladen, angeschaut - aber dann nicht genutzt (weil betrifft mich ja als elternteil nicht). ich hätts aber nutzen können, obwohl ich kein schüler bin (sehe ich als problem) - und zwar für irgendeinen lehrer, theoretisch für irgendwen den ich einfach nicht mag auch. und genau das ist das problem. oder eins der probleme. schule ist ein sensibler bereich - hier findet kein feedback statt, hier gehts um folgenlose öffentliche an den pranger-stellung oder hervorhebung. wär meine freundin lehrerin, könnt ich mich einloggen und sie positiv bewerten.

Kristianjarnig
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Ich kenne die App nur vom Hörensagen....

...habe auch noch so meine Erinnerungen an so manchen Lehrer aus der seit zig Jahrzehnten vergangenen Schulzeit.

Generell finde ich es sicher nicht schlecht wenn sich so manche schwarze Schafe die sich hinter den sehr vielen guten Lehrern verstecken endlich einmal rechfertigen müßten.

Natürlich müßte gewährleistet sein das Bewertungen "transparent" erfolgen, d.h. es muß nachweisbar sein das der Bewertete auch wirklich den "Bewerter" unterrichtet hat. Keine Ahnung ob es bei dieser App so funktioniert.

Generell müßten auch Lehrer, so wie fast alle anderen Arbeitnehmer(aber auch Private, die werden ja auch heute schon durch Onlinerezessionen bewertet, Arbeitnehmer meist nur Intern, dafür aber oft mit einschneidenden "Korrekturen") klar einen Leistungsnachweis bringen.

Der "gläserne" Arbeitnehmer ist ja bereits Realität, schlecht für den sowieso effektiv arbeitenden Großteil(da man sich ja wie "in der Schule" fühlt und oft unnötig drangsaliert wird), gut allerdings um den einen oder anderen "weniger effektiv"(umschreiben wir es mal so) arbeitenden gnadenlos aufzudecken.

Die Frage die es zu stellen gibt: Hilft diese App dabei und sind die Ergebnisse nachvollziehbar(z.b. man überprüft wie Schüler bei diesem Lehrer am Ende des Jahres dastehen im direkten Vergleich zu ähnlichen Schulen usw.)?

Das sich Lehrer nicht bewerten lassen wollen kann ich nachvollziehen.

Dabei wäre es so einfach Schüler am Jahresende einfach einen Bewertungsbogen in die Hand zu drücken.

erstdenkendannsprechen
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und genau das bringt diese app nicht:

eine konsequenz. sie ist total nutzlos, es geht nur um geld und um öffentlichmachung von namen.
hab ich ein problem mit einem lehrer (meiner kinder zb), dann gilt folgender weg:
betreffender lehrer - schulleitung - bildungsdirektion.
nur das bringt was. und als elternvertreter habe ich schon so einigesmal unangenehme dinge ansprechen müssen, bin von anderen eltern als hilfe geholt worden, einmal hab ich zb. vermittelt. all das kann die app nicht. die ist für a und f.

Kristianjarnig
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@erst denken.....

....Wenn die App das nicht bringt ist sie untauglich. Dann eben her mit einem Fragebogen. Geht ja sonst auch überall.

Was Ihren "Approach" angeht. Klingt gut. In der Therorie und der perfekten, völlig nicht korrupten Welt(zur der Österreich ja bekanntlich gehört, da gab es ja erst vor kurzem einen Artikel ;-) ).

Ich habe mittlerweile selbst 2 Kinder in der Schule wobei der ältere, eigentlich bereits Erwachsen, ein Lied davon Singen kann (und wir mit dazu) wie toll das so klappt mit dem persönlichen Gespräch.
Aber das mag nicht überall so sein, das mag schon stimmen.

Bei der "kleineren" ist soweit noch alles Freide Freude Eierkuchen und beide Seiten sind vollauf zufrieden.

Ich fände somit hätte eine Lehrerbewertung durchaus eine Existenzberechtigung. Aber das ist meine bescheidene Meinung dazu basierend auf meiner eigenen Schul"erfahrung" sowie was ich bislang so bei meinen Kindern(die durchaus beide motiviert sind und gute Noten haben, aber es gibt immer wieder den einen oder anderen Lehrer der die Dinge da etwas zu persönlich nimmt und da wird es dann problematisch).

Das die Gewerkschaft tut was sie eben gerade tut. Gut. Die Lehrergewerkschaft ist ja nicht gerade für ihre Einsicht bekannt und berühmt. Meine 10 cent dazu.

Aber der lange Dienstweg wird sicher ab und zu auch funktionieren ;-) .

kukuksei
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100% Zustimmung!

Aber man sollte bedenken dass die Generation des Herrn Hadrigan halt schon sehr weit weg ist vom persönlichen Gespräch
Bedauernswert eigentlich...

Kristianjarnig
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@kukuksei.

Stimme Ihnen vollkommen zu. Das persönliche , ehrliche, Gespräch kann durch nichts ersetzt werden. Und es wird immer schwieriger für die junge Generation(ehrlich, die Zeiten werden ja auch nicht besser) das so umzusetzen. Die Technologisierung tut ihren Teil dazu. Mit der Pandemie und ihren Hürden will ich gar nicht erst anfangen....

Ich bevorzuge IMMER das ehrliche Gespräch, leider liegt das aber nicht jedem(auch bei der älteren Generation zu der ich bereits gehöre) - so ehrlich muß man auch sein.

Auch in "älteren" Tagen konnte man mit manchen nicht sprechen und kam auf keinen grünen Zweig. Da wollen wir mal nicht vergessen das es schon immer "mühsame" Zeitgenossen gab. Da dürfen wir der Jugend auch nichts vorlügen.

So, jetzt habe ich alle Einwände an meinem Urspungspost hoffentlich beantwortet und bin hier fertig ;-).

Gute Nacht!

saurier9462
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Datenschutz

Wäre interessant zu erfahren, woher die App- Erfinder die Datenbanken der Lehrer bekommen. Datenschutz?

ich.daheim
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Öffentliche Daten

Fast jede Schule veröffentlicht die Namen ihrer Lehrer. Normalerweisen mit Lehrfächern und Klassen die sie unterrichten.

dieRealität2020
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Dieses winseln und betteln um Geld letztklassig, dann sollten sie arbeiten & arbeiten sparen & sparen und dann klagen, wieso sollten fremde Menschen für ihre aus meiner Sicht unnötige Geschäftstätigkeit Geld spenden?

.
Grundsätzlich sind bei Bewertungen zwischen Berufsgruppen erhebliche Unterschiede. Und nicht weniger in der Berufsgruppe selbst. Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Übrigens wissen wir das bei den Bewertungen keine sachlichen Grundlagen, sondern ausschließlich "subjektive Gefühlswerte" die Ausgangsbasis bilden. Daher bedeutungs- und wertlos.
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Und wir wissen das stetig anwachsend immer gelogen, verfälscht, gedreht, gewendet wird und nichts mit den tatsächlichen Geschehnisse und Ereignissen zu tun hat.
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Das Schlimmste überhaupt. Größtenteils nicht alles, was wir im Internet lesen, ist echt. Steigende Tendenz. Computerprogramme sind in der Lage Menschen zu imitieren und "Meinungen" ins Netz zu stellen. Hier hat in den letzten Jahren ein Boom eingesetzt.
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Wer würde unter diesen Umständen ein Medikament kaufen, einen Arzt wählen, einen Handwerker, ein Produkt bestellen und kaufen? Der müsste nach meiner Sicht an schweren Persönlichkeitsstörungen leiden.
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Oder sind die täglich im Internet weltweit hunderttausenden Klagen und noch mehr über die laufend gewinselt wird das man "unter Vorspiegelung falscher Tatsachen"gewählt hat und von dieser Art von Bewertungen beeinflusst, Fantasievorstellungen oder die Realität im Internet?

Nixalsverdruss
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Spätestens seit Max und Moritz ...

weiß man, dass man sich mit Lehrer nicht anlegen sollte ...

Nachzulesen bei Wilhelm Busch:

Also lautet ein Beschluss,
Dass der Mensch was lernen muss.
Nicht allein das ABC
Bringt den Menschen in die Höh,
Nicht allein im Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen;
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muss man mit Vergnügen hören.

usw.

Aber wehe, wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe...

Salcher
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Unnötige App

Diese App dient doch nur dazu, Lehrer zu verunglimpft und zu mobben. Für ein besseres Lehrer - Eltern - Schüler - Verhältnis trägt sie absolut nichts bei! Also weg damit in den Orcus des Vergesens ...

Matze100
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App

Würde mich auch über eine "Schüler-App" freuen, wo Lehrer die Schüler öffentliche bewerten. Das wär mal was. Bin neugierig ob dieser Hadrian Sorry Hadrian auch dafür wäre. Wenn alle lesen könnten wie faul die Schüler sind und nichts können. Der Typ soll Arbeiten gehen u fertig.

glashaus
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diese App

ist nur zum vernadern gedacht. Bewertungen wird es meistens nur von Schülern geben welche in der Schule von Haus aus schlecht sind. Gute Schüler haben sowas nicht notwendig. Und wenn er glaubt es ist alles rechtens, warum hat er dann von Prizessen Angst? Meiner Meinung nach hätte er in der Schule besser aufpassen sollen.

 
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