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Corona-KriseGasteinertal wird schon zum zweiten Mal isoliert

Zwei der drei Gemeinden weisen aktuell eine Inzidenz von deutlich über 1.000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aus. Die Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen.

© APA/EXPA/ JFK
 

Das Gasteinertal im Salzburger Pongau hat offenbar ein besonderes Problem mit dem Coronavirus: Mit der ab kommendem Montag, 15. März, geltenden Ausfahrtsbeschränkung wird das Tal in den Hohen Tauern im Zuge der Pandemie bereits zum zweiten Mal weitgehend isoliert. Zwei der drei Gemeinden weisen aktuell eine Inzidenz von deutlich über 1.000 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aus. Die Beschränkungen gelten vorerst für zwei Wochen.

Für Bad Hofgastein, also die Gemeinde in der Mitte des Tales, gilt eine Ausfahrtsbeschränkung bereits seit einer Woche. Auf das Infektionsgeschehen zeigte das bisher aber keinerlei Wirkung. Ganz im Gegenteil: Die Inzidenz-Zahl ist seither sogar noch deutlich von 1.042 auf 1.349 gestiegen. Auch Dorfgastein, mit gut 1.600 Bewohnern die kleinste Kommune des Tales, weist eine Inzidenz von 1.221 aus, in Bad Gastein liegt sie bei 429. "Wenn man das ganze Tal zusammenrechnet, kommen wir auf einen Wert von mehr als 1.000", sagte Bad Gasteins Bürgermeister Gerhard Steinbauer: "Wenn man jetzt nicht reagiert, wann dann", zeigte er durchaus Verständnis. Ähnlich sieht es sein Dorfgasteiner Kollege Bernhard Schachner: "Bei den Zahlen ist die neue Maßnahme kein Wunder."

Ausfahrt nur noch mit Test

Konkret wird ab Montag, 0.00 Uhr, die Ausfahrt aus dem Tal für Menschen über 15 Jahren nur mehr mit einem negativen Coronatest erlaubt, der nicht älter als 48 Stunden (Antigen-Schnelltest) bzw. 72 Stunden (PCR-Test) sein darf. Die Kontrollen durch Polizei und Bundesheer gelten auch für Linienbusse.

Bad Hofgastein ist (neben Radstadt und Unken) auch eine von drei Salzburger Gemeinden, wo das Land Salzburg wegen der hohen Infektionszahlen eine Sonderimpfaktion für Menschen über 65 Jahren durchführt. In der Turnhalle des BORG ist seit heute, Freitag, bis einschließlich Sonntag eine Impfstraße geöffnet, angemeldet haben sich nach Angaben des Landes dazu 836 Bewohner.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer möchte, dass der Bund auch 30.000 jener 80.000 zusätzlichen Impfdosen für den Pongau zur Verfügung stellt, die von der EU für Hotspots freigegeben werden sollen. Der Pongau sei momentan der am zweitstärksten belastete Bezirk in Österreich. "Es wäre ein großer Schritt vorwärts, wenn wir die gesamte Pongauer Bevölkerung impfen könnten", hatte der Landeshauptmann erklärt. Aktuell liegt die Inzidenzzahl in diesem Bezirk bei 525.

Der Pongau war bereits in der ersten Welle der Pandemie im vergangenen März/April einer der Hotspots in Österreich. Damals wurden das Gasteiner- und das Großarltal sowie die Gemeinden Flachau und Altenmarkt komplett unter Quarantäne gestellt.

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