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Klimaschutz in ÖsterreichGlobal 2000 kritisiert zu hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen

Die Umweltorganisation vermisst ein entsprechendes Erneuerbaren-Gebot in den Bauordnungen. In einigen Bundesländern sind sogar Gasheizungen dazugekommen.

© (c) AP (Joerg Sarbach)
 

Die Umweltorganisation Global 2000 kritisiert die aus ihrer Sicht noch immer zu hohe Zahl an Öl- und Gasheizungen in Österreich - trotz der Rückgänge in den letzten zehn Jahren. Wien habe die Nase vorn, was eine umwelt- und klimaschutzorientierte Wärme-Wende betreffe, gefolgt von Vorarlberg und Kärnten. Schlusslichter seien Tirol und Niederösterreich. Insgesamt bestehe noch deutlicher Handlungsbedarf, es gebe zu wenig thermische Sanierungen.

Der Rückgang an Ölheizungen halte zwar weiter an, es seien aber noch 600.000 meist veraltete Ölheizungen österreichweit in Betrieb. Am stärksten waren die Rückgänge in den vergangenen zehn Jahren in Wien und der Steiermark, am geringsten in NÖ und Vorarlberg. Nur in Wien gebe es bereits ein Erneuerbaren-Gebot in der Bauordnung, das einen Wechsel von Öl auf Öl nicht länger toleriere - doch auch hier greife diese Vorgabe nur bei umfassenderen Gebäudesanierungen, kritisierte Global 2000 am Donnerstag.

Klimaziel in weiter Ferne

Der Wohnbau-Check zeigt aus Sicht der Umweltorganisation auch, dass die Notwendigkeit eines Ausstiegs aus Gasheizungen noch bei den wenigsten politischen Entscheidungstragenden im nötigen Maß angekommen sei. Bundesweit habe es zwar in den letzten zehn Jahren einen Rückgang bei Gasheizungen gegeben, aber weit weg von einem Energiewende-Pfad zur Klimaneutralität 2040.

Bundesweit seien noch etwa 900.000 Gasheizungen in Betrieb. Die stärksten Rückgänge habe es in Vorarlberg und Kärnten gegeben, umgekehrt sei der Bestand in Tirol und der Steiermark noch stark ausgebaut worden. Da sei mit den Klimazielen völlig unvereinbar, so Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000. Es sollte in allen Bundesländern längst gesetzlicher Standard sein, keine neuen fossilen Heizungen mehr einzubauen - nötig seien Ausstiegspläne in jedem Bundesland.

Die thermische Gebäude-Sanierungsrate sei in Österreich mit bundesweit 1,4 Prozent weit weg von den erforderlichen 3 Prozent, kritisierte Wahlmüller in einer Aussendung. Am wenigsten saniert werde in Wien (1 Prozent) sowie in Salzburg und Tirol (beide 1,1 Prozent), am meisten in Oberösterreich (1,9 Prozent) und dem Burgenland (1,8 Prozent). Die enorme Zielverfehlung sei ein fataler Rückschlag für die Wärmewende und den Klimaschutz. Damit würden auch Chancen leichtfertig vertan, Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft zu schaffen sowie Wertschöpfung und Innovationskraft im Inland zu stärken.

Kommentare (3)
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47er
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Mit was wollen die heizen?

Nachweislich haben Holz- und Pelletsheizungen den höheren Feinstaubausstoß, also auch nicht geeignet. Wärmepumpen und Thermoschutz sind nicht für alle Gebäude möglich und leistbar, also sollen die Leute erfrieren. Schauerlich diese Fantasten.

argus13
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Global 2000

sind selbsternannte "Klimaschützer" die glauben sie müssen die Welt retten. Nichts gegen Klimaschutz, bin dafür, aber wer bezahlt das Ende der Gas- oder Ölheizungen? Das Geld kommt aus dem Bankomat und der Strom aus der Steckdose? So wie Gewessler glauben sie wahrscheinlich auch, dass Strom für Heizung und Autos das Allheilmittel sind. Dass E- Autos am umweltschädlichsten durch die Herstellung und v.a. Entsorgung der Batterien/Akkus sind ist ein Fakt. Die Herstellung erfolgt unter furchtbaren Umständen meist in armen Ländern. Die Entsorgung ist wie bei den Brennstäben ein großes Problem! E-Heizungen sind am teuersten und im Winter beziehen wir den bösen Atomstrom. Was sagen Global und Gewessler zum Saharastaub? Wir sind keine Insel der Seeligen!

Hapi67
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Thermische Sanierung

Wer sich einmal durch den Förderdschungel mit unterschiedlichen Werten und Vorgaben seitens Bund, Länder und Gemeinden beschäftigt hat, kann ein Buch schreiben
Und bei manchen scheitert es trotz aktuell hoher Betriebskosten und möglicher Förderungen und dem Umwelt- und Nachhaltigheitsgedanken schlicht an der erforderlichen Kohle für den Umstieg.