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Laut Hersteller BiontechImpfstoff gegen neue Virusvariante binnen sechs Wochen

Trotzdem sei es aber sehr wahrscheinlich, dass der bereits hergestellte Impfstoff auch gegen die neue Variante wirkt.

Biontech-Chef Ugur Sahin
Biontech-Chef Ugur Sahin © (c) AFP (ANDREAS ARNOLD)
 

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech wäre nach eigenen Angaben prinzipiell binnen sechs Wochen in der Lage, auch ein Präparat gegen die in Großbritannien aufgetauchte Mutation des Virus herzustellen. "Das ist aber eine rein technische Überlegung", sagte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag.

Es gehe dabei nicht nur um technische Fragen, sondern auch darum, wie etwa die Zulassungsbehörden dieses Präparat bewerten würden. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass der bereits hergestellte Impfstoff auch gegen die neue Variante wirke.

Die Plattform des bisherigen Impfstoffs würde bei einer etwaigen Weiterentwicklung nicht angetastet, erläuterte die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci. In diesem Fall würde es darum gehen, inwieweit die Behörden die bereits eingereichten Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten des jetzigen Vakzins als Basis akzeptierten. Dies wiederum würde die Dauer eines möglichen Zulassungsprozesses beeinflussen.

Auch Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass der Corona-Impfstoff seines Unternehmens auch gegen die in Großbritannien aufgetauchte neue Mutation des Virus wirkt. Aus wissenschaftlicher Sicht sei die Wahrscheinlichkeit dafür hoch, sagte er. "Wir haben den Impfstoff bereits gegen etwa 20 andere Virusvarianten mit anderen Mutationen getestet. Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert."

Das Virus sei jetzt etwas stärker mutiert, sagte Sahin. "Wir müssen das jetzt experimentell testen. Das wird etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wir sind aber zuversichtlich, dass der Wirkungsmechanismus dadurch nicht signifikant beeinträchtigt wird."

Das Antigen, das das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer für den Impfstoff nutzen, besteht laut Sahin aus über 1270 Aminosäuren. Davon seien jetzt neun mutiert, also noch nicht einmal ein Prozent. "Unser Impfstoff sieht das ganze Protein und bewirkt multiple Immunantworten. Dadurch haben wir so viele Andockstellen, dass das Virus schwer entkommen kann. Das bedeutet aber nicht, dass die neue Variante harmlos ist." Der Biontech-Impfstoff auf Basis des Botenmoleküls mRNA könne prinzipiell schnell an neue Varianten angepasst werden.

Die Immunantwort, die durch unseren Impfstoff hervorgerufen wurde, hat stets alle Virusformen inaktiviert.

Biontech-Chef Ugur Sahin

Die am Montag erfolgte EU-Genehmigung für den Biontech-Impfstoff nannte er die "historisch mit großem Abstand schnellste Arzneimittelzulassung". Biontech habe nicht nur die Fragen der EU-Behörde beantworten müssen, sondern auch viele Fragen aus einzelnen Ländern. "Der Prozess war dadurch anstrengender, aber es gehörte einfach dazu, sich um die Prozeduren in der EU entsprechend Zug um Zug korrekt zu kümmern."

Weder er selbst noch seine Frau, die Biontech-Mitgründerin und medizinische Geschäftsführerin Özlem Türeci, haben sich nach seinen Worten bisher mit dem Wirkstoff ihrer Firma impfen lassen. "Wir möchten das aber, sobald wir eine entsprechende Grundlage dafür haben", sagte er. "Für uns ist es wichtig, dass wir unseren Mitarbeitern in der Produktion entsprechende Impfstoffdosen zukommen lassen." Es gehe darum, in den nächsten zwölf Monaten eine unterbrechungsfreie Herstellung von Impfstoffen im Produktionsnetzwerk von Biontech zu gewährleisten. "Wir überlegen uns daher, eine vom EU-Kontingent unabhängige kleine Charge für diesen Zweck zu nutzen."

Die bedingte Zulassung des Biontech-Impfstoffs in der EU nannte er "großartig". Er fügte hinzu: "Dass uns die EU jetzt die Möglichkeit gibt, die Menschen mit unserem Covid-19-Impfstoff zu versorgen, erleichtert uns und macht uns glücklich. Wir haben vielerorts den Wunsch gesehen, dass die Menschen einen Impfstoff haben wollen."

Kommentare (8)
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romagnolo
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Der Impfstoff ist ein Geschenk. Na das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht.

Und ich dachte bisher, der kostet 12 Euro / Dosis. Es weihnachtet :-)

Gelernter Ösi
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Wenn der Virus erst einmal besiegt ist

kann die Kleine Zeitung die Todesanzeigen auch wieder ohne zentimeterbreite Leerräume dazwischen abdrucken (muss keine Doppelseite mehr werden).

silentbob79
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@Gelerneter ÖSI

Sie können sich gerne die Sterbedaten der Statistik Austria für die KW 46-48 ansehen. Währen in den Jahren 2000 - 2019 in diesen 3 Wochen zwischen 3500 - 4000 Menschen in der Altersgruppe 65+ gestorben, waren es für die KW46-48 2020 über 6000. Weiters waren über 20% aller im November 2020 verstorbenen Covid infiziert ... Aber ich weiß, Fakten werden Sie nicht überzeugen.

Stefan123
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Es gibt KEINE Übersterblichkeit

Am 31.12 werden wir es dann sehen!
Es gibt sicher keine Übersterblichkeit.
Würde in den Jahren zuvor die gleiche Zählmethode bei Grippe angewandt worden wäre, würde uns ein Licht aufgehen!

schermann
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Die Frage ist doch:

Warum lässt sich der Chef nicht mit seinem ach so hochgelobten Impfstoff impfen?
"Wir möchten das aber, sobald wir eine entsprechende Grundlage dafür haben" klingt ganz nach: "Wir warten erst mal ab welche Nebenwirkungen entdeckt werden"

silentbob79
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@schermann

1) Nachdem der Impfstoff in der EU bisher nicht zugelassen war, und das Unternehmen in der EU angesiedelt ist, hat es bislang keine rechtliche Möglichkeit gegeben, die Mitarbeiter zu impfen, außer sie hätten als Probanden an den Studien teilgenommen, was wiederum im Studiendesign nicht möglich ist.

2) Nachdem es in der EU die Übereinkunft gibt, zuerst die Risikogruppen zu impfen und die Mitarbeiter wohl nicht in den Risikogruppen angesiedelt sind, ist auch diese Möglichkeit vorerst nicht gegeben.

3) Würde sich die Firma bzw. ihre MA über die Bestimmungen aus 1) und 2) hinwegsetzten, wären Sie bestimmt einer der ersten die sich darüber aufregen würden, dass es hier wieder eine Bevorzugung gegeben hätte ...

mcmcdonald
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Er hat halt 2 Möglichkeiten:

1.) Er lässt sich impfen - dann heißt es "Aha, der ist natürlich erster dran!"
2.) Er lässt sich nicht impfen - dann heißt es "Aha, der glaubt nicht daran dass der Impfstoff ungefährlich ist"

Also kann er nur verlieren und nimmt die Variante die er für sich persönlich als sicherer erscheint....

MG1977
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„Verlieren?“

Wird der sicher nicht